Almonty: DFARS-Deadline 1. Januar 2027
Almonty profitiert von steigender Wolfram-Nachfrage und US-Regulierung. Das Unternehmen baut Produktion aus und verlegt Sitz in die USA.

Kurz zusammengefasst
- US-Verbot für Wolfram aus China ab 2027
- Almonty erzielt Umsatzplus von 221 Prozent
- Operativer Cashflow dreht ins Positive
- Ausbau der Minen in Portugal und Südkorea
Almonty Industries rückt in eine seltene Schnittstelle aus Rohstoffknappheit, Verteidigungspolitik und Hochtechnologie. Der Auslöser ist Wolfram: ein Metall, das in militärischen Anwendungen, Halbleitern und Industrieprozessen schwer zu ersetzen ist. Für westliche Lieferketten wird die Herkunft des Materials nun zum strategischen Thema.
Die Aktie hat diese Story längst vorweggenommen. Am Montag notiert Almonty bei 27,13 AUD und verliert heute 5,63 Prozent, seit Jahresanfang steht aber noch ein Plus von 104,91 Prozent. Über zwölf Monate liegt der Kurs sogar 504,91 Prozent höher; ein RSI von 97,4 signalisiert allerdings eine extrem überhitzte kurzfristige Lage.
US-Regel zwingt Lieferketten zum Umbau
Der wichtigste Termin liegt bereits fest: Ab dem 1. Januar 2027 greift in den USA die DFARS-Klausel 252.225-7052. Sie verbietet US-Verteidigungsunternehmen Wolfram aus China, Russland, Iran und Nordkorea in militärischen Lieferketten.
Das trifft einen Markt, der stark konzentriert ist. China kontrolliert rund 80 Prozent des weltweiten Wolframangebots. Für westliche Rüstungs- und Luftfahrtkonzerne entsteht damit ein Beschaffungsproblem, das nicht nur preislich, sondern auch politisch gelöst werden muss.
Peking verschärft die Lage zusätzlich. China hat sein früheres Quotensystem durch ein restriktives Exportlizenzsystem ersetzt, das auf 15 staatlich kontrollierte Unternehmen begrenzt ist. Das verengt das Angebot an Ammoniumparawolframat, kurz APT, dem zentralen Referenzprodukt im Wolframhandel.
Preise steigen, Almonty baut aus
Die Kombination aus regulatorischem Druck, Exportkontrollen und Nachfrage aus Verteidigung, Halbleitern und Industrie treibt die Preise. In Rotterdam erreichte der Spotpreis für APT Ende Mai etwa 3.185 Dollar je MTU. Für Produzenten außerhalb Chinas verbessert das die Verhandlungsposition deutlich.
Almonty nutzt diese Lage, um sich vom explorationslastigen Minenunternehmen zu einem größeren Produzenten zu entwickeln. Aus der Panasqueira-Mine in Portugal beliefert das Unternehmen bereits den Markt. Parallel dazu läuft der Ausbau des Vorzeigeprojekts Sangdong in Südkorea, dessen erste Inbetriebnahmephase in diesem Jahr begonnen hat.
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Auch der Umzug der Konzernzentrale passt in dieses Bild. Almonty verlegte den Sitz von Toronto nach Dillon im US-Bundesstaat Montana. Damit rückt das Management näher an US-Behörden, militärische Beschaffungspartner und industrielle Abnehmer heran.
Der Standortwechsel ist mehr als Symbolik. In Montana entwickelt Almonty das Gentung-Browns-Lake-Wolframprojekt und arbeitet damit an einer nicht-chinesischen Lieferkette für kritische Industriemetalle. Genau diese Nähe zum US-Markt könnte im DFARS-Umfeld wichtiger werden.
Zahlen liefern Rückenwind
Die operative Entwicklung spiegelt den Preisschub bereits wider. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen Dollar. Das ist für Almonty ein deutlicher Sprung in Richtung industrieller Skalierung.
Noch wichtiger ist der Cashflow. Der operative Mittelzufluss lag bei 9,7 Millionen Dollar, nach einem Abfluss von 4,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Damit hat sich die Qualität des Wachstums verbessert.
Auch auf Ergebnisebene dreht sich das Bild. Das bereinigte EBITDA erreichte 6,1 Millionen Dollar, während der Nettoverlust auf 5,3 Millionen Dollar schrumpfte. Ende März verfügte Almonty über 259,9 Millionen Kanadische Dollar an Barmitteln.
Für die nächsten Schritte zählt vor allem die Finanzierungskraft. Das Working Capital lag bei 169,5 Millionen Kanadischen Dollar und gibt Spielraum für den Hochlauf der Projekte. Der Aktienkurs preist bereits viel Optimismus ein; der operative Prüfstein bleibt nun, ob Sangdong und die US-Nähe rechtzeitig vor dem regulatorischen Einschnitt 2027 in belastbare Liefermengen münden.
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