Alphabet Aktie: Berkshire verdreifacht auf 6 Prozent

Trotz massiver Kursverluste nach Quartalszahlen stockt Warren Buffett seinen Alphabet-Anteil deutlich auf. Analysten zeigen sich gespalten.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung moderner Finanzarchitektur bei Sonnenuntergang als Symbol für institutionelles Investitionswachstum (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Berkshire Hathaway erhöht Alphabet-Beteiligung
  • Aktie fällt nach Quartalszahlen stark
  • Moody's warnt vor KI-Investitionsrisiken
  • Analysten senken Kursziele, bleiben positiv

Während die Alphabet-Aktie tief in der Verlustzone nach den Quartalszahlen steckt, baut Berkshire Hathaway seine Position massiv aus. Ausgerechnet jetzt verdreifacht Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel den Anteil am Google-Mutterkonzern. Zwei gegensätzliche Signale treffen aufeinander: Institutionelles Vertrauen auf der einen Seite, Skepsis der Wall Street auf der anderen.

Die Aktie schloss am Freitag bei 281,30 Euro, ein Plus von 0,77 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 350,75 Euro im Mai trennen das Papier aber noch fast 20 Prozent.

Berkshire verdreifacht Alphabet-Anteil

Neue Pflichtmitteilungen zeigen das Ausmaß der Aufstockung. Greg Abel, seit Anfang 2026 CEO von Berkshire Hathaway, hatte Alphabet im ersten Quartal als zweiten Megacap-Titel ins Portfolio geholt. Der Anteil lag zunächst bei 2 Prozent des US-Aktienportfolios. Im zweiten Quartal verdreifachte Abel die Position. Alphabet macht damit inzwischen 6 Prozent der US-Beteiligungen aus – bei einem Portfolio von 263 Milliarden Dollar keine kleine Verschiebung.

Buffett selbst widersprach der Darstellung, die Entscheidung sei allein Abels Werk gewesen. „Ich habe das initiiert“, sagte er gegenüber CNBC. Die Nachfolgeregelung bleibe ein Gemeinschaftsprojekt: „Ich mache nichts, was er nicht billigt. Er macht nichts, was ich nicht billige. Wir sprechen ständig miteinander, aber er entscheidet.“

Trotz der wachsenden Überzeugung hinter der Position äußerte Buffett Vorbehalte. Die Ausgaben im KI-Rennen hätten eine neue Dimension erreicht, so der Investor. „Die eigentliche Frage bei Google und all seinen Konkurrenten ist jetzt: Sie legen alle Hunderte Milliarden auf den Tisch, und das ist echtes Geld. Das ist das Spiel, das sie jetzt spielen. Bei Computersoftware haben sie dieses Spiel nicht gespielt.“

Verkaufswelle nach Quartalszahlen hält an

Die Berkshire-Nachricht trifft auf einen Markt, der die jüngsten Quartalszahlen noch verdaut. Die Investitionen im zweiten Quartal lagen bei 44,9 Milliarden Dollar, leicht über der Wall-Street-Erwartung von 44,7 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr hob das Management die Prognose deutlich an: von bisher 180 bis 190 Milliarden Dollar auf nun 195 bis 205 Milliarden Dollar. Für 2027 kündigten die Führungskräfte einen weiteren „signifikanten“ Anstieg an.

Der Markt reagierte heftig. Am Donnerstag brach die Aktie um 7,13 Prozent ein, rund 293 Milliarden Dollar Marktwert verschwanden an einem einzigen Tag. Der RSI liegt inzwischen bei 32,5 – nahe der Marke, ab der Titel technisch als überverkauft gelten.

Mehrere Banken senkten daraufhin ihre Kursziele, ohne von ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung abzurücken. JPMorgan strich das Kursziel von 460 auf 420 Dollar, behält aber die Einstufung „Overweight“. Cantor Fitzgerald reduzierte sein Ziel von 435 auf 420 Dollar und verwies dabei explizit auf die höhere Capex-Prognose für 2026.

Moody’s warnt vor Kreditrisiken

Die Ratingagentur Moody’s meldete sich mit einer Warnung zu Wort. Der KI-Ausbau belaste den freien Cashflow der großen Cloud-Anbieter und erhöhe die Bilanzrisiken, heißt es in einer Analyse. Aktienverkäufe und außerbilanzielle Konstruktionen könnten die Kreditqualität von Alphabet und Microsoft gefährden, so die Agentur.

Eine Einschränkung machte Moody’s aber deutlich. Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta zählten weiterhin zu den Unternehmen mit den stärksten Bilanzen weltweit.

Die Aktie bewegt sich damit zwischen zwei Kräften. Auf der einen Seite steht das langfristige Vertrauen eines der bekanntesten Investoren der Welt, verstärkt durch die frische Aufstockung von Berkshire Hathaway. Auf der anderen Seite die kurzfristige Unsicherheit darüber, wann sich die milliardenschweren Infrastrukturausgaben tatsächlich auszahlen. Trotz des jüngsten Einbruchs steht Alphabet seit Jahresbeginn noch mit 5,61 Prozent im Plus.

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Alphabet Aktie

252,40 EUR

+ 0,10 EUR +0,04 %
KGV 16,96
KUV 9,55
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 4,26 Bio. USD
Ø Kursziel 429,12 USD
ISIN: US02079K3059 WKN: A14Y6F

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