Alphabet Aktie: Bond-Nachfrage vierfach überzeichnet

Alphabets Anleiheemission stößt auf enorme Nachfrage: Orders über 115 Milliarden Dollar für bis zu 25 Milliarden Dollar Volumen. Der Kapitalbedarf für Rechenzentren treibt die Verschuldung.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung von Kapitalmärkten und Finanzstabilität in einem modernen, professionellen Umfeld. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Anleihe vierfach überzeichnet
  • Kapitalbedarf für Rechenzentren
  • Freier Cashflow erstmals negativ
  • Cloud-Wachstum treibt Optimismus

Wer noch einen Beweis für den Appetit der Investoren auf Alphabet-Schulden brauchte, hat ihn jetzt: Für eine Anleihe mit einem Zielvolumen von bis zu 25 Milliarden Dollar meldeten Investoren Order über rund 115 Milliarden Dollar an. Das ist mehr als das Vierfache — und das in einem Marktumfeld, das zuletzt eher zurückhaltend auf KI-Anleihen reagiert hatte.

Der Kontrast zur jüngsten Marktstimmung fällt auf. Ein an BlackRock angebundenes Finanzierungsvehikel hatte erst vor kurzem für ein Rechenzentrumsprojekt von Meta Platforms in Texas Anleihen über 12,5 Milliarden Dollar platziert — mit verhaltener Anfangsnachfrage, ähnlich wie zuvor bei Amazon. Neu emittierte Bonds von SpaceX verzeichneten am Sekundärmarkt sogar eine Ausweitung der Risikoaufschläge. Alphabet scheint von diesem Stimmungsdämpfer verschont zu bleiben.

Kapitalhunger für Rechenzentren

Der Bond-Deal, vermarktet in bis zu zehn Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und 40 Jahren, ist kein Einzelfall. Allein im ersten Halbjahr 2026 hatte Alphabet bereits mehr als 50 Milliarden Dollar an Anleihen platziert, dazu eine Aktienemission über rund 85 Milliarden Dollar, an der sich unter anderem Berkshire Hathaway beteiligte, sowie eine seltene Anleihe mit hundertjähriger Laufzeit.

Der Grund für den Kapitalbedarf ist bekannt: Die Investitionsprognose für 2026 wanderte binnen weniger Monate zweimal nach oben, zuletzt auf bis zu 205 Milliarden Dollar. Finanzchefin Anat Ashkenazi kündigte für 2027 nochmals deutlich höhere Ausgaben an. Allein im zweiten Quartal 2026 flossen 44,9 Milliarden Dollar in neue Rechenzentren und Server — ein Betrag, der maßgeblich dazu beitrug, dass der freie Cashflow erstmals seit dem Börsengang 2004 negativ ausfiel.

Damit reiht sich Alphabet in einen branchenweiten Trend ein: Amazon, Meta Platforms und Oracle haben zusammen mit Alphabet bis Ende Juli 2026 rund 194 Milliarden Dollar an Anleihen begeben, ein Anstieg von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Goldman Sachs schätzt, dass 2026 rund ein Drittel der Kapitalausgaben der Hyperscaler fremdfinanziert wird.

Operatives Geschäft stützt die Story

Die Zahlen des zweiten Quartals liefern die Rechtfertigung für die Investitionswelle: Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar, Google Cloud legte um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar zu und die operative Marge kletterte von 32 auf 34 Prozent. Der Auftragsbestand bei Google Cloud erreichte 514 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene Rekordgewinn von 112,1 Milliarden Dollar war allerdings durch einen Bewertungsgewinn auf Minderheitsbeteiligungen von rund 99 Milliarden Dollar aufgebläht — bereinigt lag der Gewinn je Aktie mit etwa 2,85 Dollar knapp unter der Analystenschätzung.

An der Wall Street überwiegt trotzdem der Optimismus: Elf von zwölf Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt laut TipRanks bei 430,70 Dollar — rund 21 Prozent über dem jüngsten Schlusskurs.

Charttechnisch pendelt die Aktie derzeit in einer engen Zone zwischen 349 und 360 Dollar, mit einer wichtigen Unterstützung nahe 350 Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben würde den Weg zu den nächsten Widerständen um 376 bis 383 Dollar öffnen — bricht die Unterstützung, rückt die Marke von 340 Dollar in den Blick.

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Alphabet Aktie

291,10 EUR

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Sektor Kommunikationsdienste
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