Alphabet Aktie: Makroökonomische Zusammenhänge

Google nutzt den Rückzug von OpenAI Sora für eine aggressive Preispolitik im KI-Video-Markt, während rechtliche Risiken aus Klagen und Kartellverfahren bestehen bleiben.

Dieter Jaworski ·
Alphabet Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neues kostengünstiges KI-Videomodell Veo 3.1 Lite vorgestellt
  • Preissenkungen für bestehendes Modell Veo 3.1 Fast
  • Rechtliche Risiken durch Klagen und Kartellverfahren
  • Quartalszahlen am 23. April 2026 entscheidend

OpenAI zieht sich zurück — und Google greift an. Nur eine Woche nachdem OpenAI sein KI-Videomodell Sora eingestellt hat, präsentiert Alphabet ein neues, günstiges Konkurrenzprodukt. Das Timing ist kein Zufall.

Veo 3.1 Lite: Günstig und gezielt

Am 31. März kündigte Google das Modell Veo 3.1 Lite an, das es als sein „kosteneffizientestes Videomodell“ positioniert. Es richtet sich an Entwickler mit hohem Volumen und kostet weniger als die Hälfte des bereits bestehenden Modells Veo 3.1 Fast. Verfügbar ist es über die Gemini API und Google AI Studio, unterstützt Text-to-Video sowie Image-to-Video in Auflösungen bis 1080p.

Zusätzlich senkt Google ab dem 7. April die Preise für Veo 3.1 Fast: 720p-Videos kosten dann 0,10 Dollar pro Sekunde, 1080p 0,15 Dollar und 4K 0,35 Dollar. Eine deutliche Preisoffensive in einem Markt, der gerade eine Lücke hat.

OpenAI hatte Sora am 24. März 2026 offiziell eingestellt — sowohl die Verbraucher-App als auch die API. Als Gründe nannte das Unternehmen hohe Rechenkosten und eine strategische Neuausrichtung auf Enterprise-Software und Robotik-Forschung. Für Google ergibt sich daraus ein klares Fenster, um Entwickler und Marktanteile zu gewinnen, bevor Alternativen wie Runway oder Kling die Lücke füllen.

Rechtliche Risiken bleiben bestehen

Nicht alles läuft glatt für Alphabet. Die Investmentbank Bernstein mahnt zur Vorsicht und behält ihr Hold-Rating auf Alphabet Class A bei. Auslöser ist ein Urteil aus Los Angeles: Eine Jury befand vergangene Woche Meta und Google für haftbar, weil ihre Plattformen junge Nutzer absichtlich süchtig gemacht hätten. Google wurde zur Zahlung von 30 Prozent der Schadensersatzsumme sowie zusätzlich 900.000 Dollar Strafschadensersatz verurteilt. Bernstein sieht darin das Potenzial für eine Welle von Folgeklagen — rund 2.000 ähnliche Verfahren sind noch anhängig. Beide Unternehmen kündigten Berufung an.

Separat läuft das kartellrechtliche Verfahren im Bereich Ad-Tech weiter. Richter Leonie Brinkema hatte bereits im April 2025 festgestellt, dass Google Märkte für Publisher-Werbetechnologie monopolisiert hat. Das US-Justizministerium fordert den Zwangsverkauf von Googles Anzeigenbörse AdX. Ein Urteil über die Konsequenzen wurde für Ende des ersten Quartals 2026 erwartet — steht aber noch aus.

Blick auf den 23. April

Die Aktie notiert aktuell rund sechs Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts, hält sich aber noch deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt. Am 23. April legt Alphabet seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Es wird der erste Bericht sein, der zeigt, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur bereits in Umsatzwachstum umschlagen — nach einem Rekordquartal mit 113,83 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Quartal 2025.

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Alphabet Aktie

323,05 EUR

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KGV 28,17
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 0,23 %
Marktkapitalisierung 4,51 Bio. EUR
ISIN: US02079K3059 WKN: A14Y6F

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