Heute ist für Alphabet ein bedeutsamer Tag: Mit dem Abschluss der Wiz-Übernahme für 32 Milliarden US-Dollar vollzieht der Konzern den größten Deal seiner Geschichte – und unterstreicht damit, wie ernst es Google mit dem Ausbau seiner Cloud-Sicherheitssparte meint. Gleichzeitig verkündete Google Cloud eine Partnerschaft mit dem französischen Medienkonzern Canal+. Zwei Meldungen, ein klares Muster.
Die Wiz-Übernahme: Sicherheit als Wachstumsfeld
Wiz ist eine israelische Cybersicherheitsplattform, die Unternehmen beim Schutz ihrer Cloud-Infrastrukturen unterstützt – unabhängig davon, ob sie auf Google Cloud, AWS, Azure oder Oracle Cloud setzen. Genau das macht die Übernahme strategisch wertvoll: Wiz bleibt als eigenständige Marke erhalten und sichert weiterhin alle großen Cloud-Umgebungen ab.
Der Kaufpreis von 32 Milliarden Dollar in bar übertrifft sogar Ciscos Splunk-Übernahme für 28 Milliarden Dollar und markiert eine neue Größenordnung im Sicherheitsmarkt. Das Unternehmen erzielte 2025 mehr als eine Milliarde Dollar an wiederkehrenden Jahreseinnahmen und zählt die Hälfte der Fortune-100-Unternehmen zu seinen Kunden, darunter Shell, BMW und Morgan Stanley.
Für Wiz‘ rund 1.800 Mitarbeiter bedeutet der Deal erhebliche finanzielle Zuwendungen: Ihre Unternehmensanteile sind mit etwa drei Milliarden Dollar bewertet. Zusätzlich hat Google 1,5 Milliarden Dollar in Bar- und Aktienprämien für verbleibende Mitarbeiter zugesagt.
Canal+ setzt auf Googles KI-Werkzeuge
Parallel dazu gab Canal+ eine mehrjährige Partnerschaft mit Google Cloud bekannt. Ab Juni 2026 will der Konzern generative KI-Technologien in seinen Produktions- und Streaming-Betrieb integrieren – zunächst in europäischen und afrikanischen Märkten.
Konkret plant Canal+, sein Inhaltsarchiv per KI zu indexieren und eine multimodale Datenbank aus Video, Ton und Text aufzubauen. Das soll die Empfehlungsalgorithmen der Canal+-App verbessern. Zudem will der Sender Googles Videogenerator Veo3 nutzen, um Kreativteams bei der Vorvisualisierung von Szenen oder der Rekonstruktion historischer Momente zu unterstützen. Hintergrund: Canal+ strebt bis 2030 bis zu 100 Millionen Abonnenten an und sieht KI als Hebel, um mit Netflix und Amazon Prime Video mithalten zu können.
Google Cloud als Wachstumsmotor
Beide Deals zahlen auf dieselbe Strategie ein: den Ausbau von Google Cloud als zentrales Wachstumssegment. Im vierten Quartal 2025 erzielte Google Cloud einen Umsatz von 17,7 Milliarden Dollar – ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand liegt bei 240 Milliarden Dollar, 55 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Für das Gesamtjahr 2025 meldete Alphabet erstmals einen Umsatz von über 400 Milliarden Dollar – konkret 402,84 Milliarden Dollar, 15 Prozent mehr als 2024. Für 2026 plant der Konzern Investitionsausgaben zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar, nach 91 Milliarden im Vorjahr.
Risiken der Integration
Mit dem Abschluss der Übernahme beginnt die eigentliche Herausforderung. Multi-Cloud-Kunden werden genau beobachten, ob Wiz seine Unabhängigkeit behält oder schrittweise auf Google Cloud ausgerichtet wird. Produktüberschneidungen – etwa zwischen Wiz‘ Cloud-Native-Application-Protection-Funktionen und Googles eigenem Security Command Center – müssen aufgelöst werden. Klare Migrationspfade und langfristiger Support werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Unternehmenskunden zu erhalten.
Die nächsten Quartalszahlen, die für den 22. April 2026 erwartet werden, dürften erste Hinweise liefern, wie der Markt die Integration bewertet.
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