Alstom: 36% Absturz nach Gewinn-Revision

Der französische Bahntechnik-Konzern Alstom meldet sinkende Margen und streicht Cashflow-Ziele, was zu einem massiven Kursverfall führte. Trotz vollem Auftragsbuch kämpft das Unternehmen mit operativen Problemen.

Eduard Altmann ·
Alstom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert bis zu 36 Prozent nach Zielkorrektur
  • Operative Marge fällt deutlich unter ursprüngliche Erwartung
  • Neuer CEO kündigt sofortige Stabilisierungsmaßnahmen an
  • Rekord-Auftragsbestand von rund 100 Milliarden Euro

Volle Auftragsbücher, aber schrumpfende Margen – beim französischen Bahntechnik-Konzern Alstom klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Trotz eines Rekord-Bestands an Bestellungen kämpft das Unternehmen mit operativen Problemen bei der Umsetzung. Die Quittung folgte prompt: Nach der Korrektur interner Finanzziele brach die Aktie zeitweise um 36 Prozent ein.

Im Geschäftsjahr 2025/26 stieg der Umsatz zwar um vier Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Die Profitabilität hielt mit diesem Wachstum indes nicht Schritt. Das Management strich das bisherige Ziel für den freien Cashflow von 1,5 Milliarden Euro für den Zeitraum bis 2027 ersatzlos.

Sinkende Margen und Projektverzögerungen

Die bereinigte operative Marge dürfte im kommenden Geschäftsjahr bei etwa 6,5 Prozent liegen. Ursprünglich hatte Alstom Werte zwischen acht und zehn Prozent angepeilt. Grund für den Rückschlag sind Verzögerungen und Kostenüberschreitungen bei Großprojekten wie den britischen Aventra-Zügen sowie französischen TGV-Aufträgen.

Der neue CEO Martin Sion übernahm die Führung am 1. April 2026 in einer kritischen Phase. Er kündigte sofortige Maßnahmen zur Stabilisierung der Performance an. Sion will das bestehende Portfolio absichern, statt riskante neue Wachstumspfade einzuschlagen.

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Rekordaufträge als Puffer

Das Fundament für eine Erholung ist vorhanden. Der Auftragsbestand erreichte zuletzt einen Rekordwert von rund 100 Milliarden Euro. Allein im vergangenen Jahr sicherte sich Alstom Neugeschäft im Volumen von 27,6 Milliarden Euro.

Parallel dazu treibt der Konzern die internationale Expansion voran. In Angola unterzeichnete Alstom eine Absichtserklärung für den Bau einer 50 Kilometer langen Pendlerbahn in Luanda. Solche Projekte unterstreichen die globale Reichweite, lösen aber nicht die unmittelbaren Liquiditätsprobleme in Europa.

An der Börse herrscht Skepsis vor. Die Aktie notiert aktuell bei 17,50 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 31 Prozent an Wert verloren. Investoren gewichten die Zuverlässigkeit bei der Projektabwicklung derzeit höher als den reinen Nominalwert künftiger Verträge.

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Alstom Aktie

17,43 EUR

+ 0,03 EUR +0,17 %
KGV 39,62
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 7,69 Mrd. EUR
ISIN: FR0010220475 WKN: A0F7BK

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