Alstom Aktie: 25-Prozent-Rutsch auf 17,25 Euro
Rekordnachfrage bei schwächelnder Rendite – das ist die gemischte Bilanz, die Alstom zum Wochenausklang präsentierte. Der Kurs des französischen Zugtechnik-Konzerns fiel am Freitag auf 17,25 Euro und notiert damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 16,36 Euro. Auf Monatssicht beträgt das Minus 25 Prozent, seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 32,6 Prozent.
Operative Hürden drücken auf die Marge
Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldete Alstom einen Auftragseingang von 27,6 Milliarden Euro – ein Plus von 39 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte auf einen Rekordwert von 104,4 Milliarden Euro. Die operative Freude trübt jedoch die Margenentwicklung: Die bereinigte EBIT-Marge fiel auf 6,1 Prozent, nach 6,4 Prozent im Vorjahr.
Konzernchef Martin Sion nannte „schwierige Abwicklung“ mehrerer Großaufträge als Hauptgrund. Diese Belastungen kosteten rund 60 Basispunkte Marge. Auch die Produktion schwächelte: 4.284 ausgelieferte Schienenfahrzeuge bedeuten einen Rückgang um zwei Prozent.
Rechtliche Unsicherheit zusätzlicher Belastungsfaktor
Die Stimmung verschlechterte sich weiter durch eine angekündigte Untersuchung der Anwaltskanzlei Pomerantz LLP. Sie prüft mögliche Wertpapierverstöße im Zusammenhang mit Alstoms vorläufiger Ergebnisvorlage im April 2026. Damals hatte der Konzern eingeräumt, dass Großprojekte langsamer vorankommen als geplant, und seine Drei-Jahres-Cashflow-Prognose über 1,5 Milliarden Euro zurückgezogen. Auch das Margenziel von 8 bis 10 Prozent rückt in weite Ferne – es sei im kommenden Geschäftsjahr nicht erreichbar, hieß es.
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Auftragsbestand als starke Visitenkarte
Positiv hebt sich der Nettogewinn ab: 324 Millionen Euro bedeuten mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr (149 Millionen Euro). Große Erfolge waren ein 1,7-Milliarden-Auftrag für 96 RER-NG-Züge der SNCF und ein Milliardenauftrag für Nahverkehrszüge von NJ Transit in den USA. Die Acela-Express-Flotte der nächsten Generation ist seit August 2025 im kommerziellen Betrieb.
Ausblick mit Vorsicht und einem wichtigen Termin
Für das neue Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem organischen Umsatzwachstum von rund fünf Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf etwa 6,5 Prozent steigen. Eine Warnung gibt es allerdings zum freien Cashflow: Im ersten Halbjahr erwartet Alstom einen Mittelabfluss von rund 1,5 Milliarden Euro – bedingt durch Produktionszyklen und Meilensteinabrechnungen.
Anleger müssen sich bis Anfang 2027 gedulden. Dann will Alstom auf einem Kapitalmarkttag einen neuen Transformationsplan und aktualisierte mittelfristige Finanzziele vorlegen. Die Frage bleibt, ob der Rekordauftragsbestand dann endlich in stabile Cashflows mündet – oder ob die Baustellen in der Projektabwicklung weiter bestehen.
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