Altech: Kassenbestand auf 548.000 Dollar geschmolzen
Altech Advanced Materials stoppt das CERENERGY-Vorhaben mangels Partner. Nach dem Aus für Silumina Anodes verliert die Firma beide deutschen Kernprojekte.

Kurz zusammengefasst
- CERENERGY-Projekt ohne Partner gestoppt
- Zweiter Projektstopp binnen kurzer Zeit
- Liquidität sinkt auf 548.000 Dollar
- Fördermittel-Verlängerung nun wertlos
Altech Advanced Materials hat sein Batterieprojekt CERENERGY in Deutschland eingestellt. Nach einer neunmonatigen Suche fand das Unternehmen keinen strategischen Partner für das Vorhaben. Es ist bereits der zweite große Rückschlag binnen kurzer Zeit: Zuvor hatte Altech schon das Anodenprojekt Silumina Anodes nach sechs Jahren beerdigt und seine deutsche Tochtergesellschaft Altech Industries Germany GmbH zum 30. Juni liquidiert.
Damit verliert das Unternehmen binnen weniger Monate beide industriellen Kernprojekte in Deutschland. Silumina Anodes sollte ursprünglich Anodenmaterial für Lithium-Batterien liefern, CERENERGY war als Natrium-Nickelchlorid-Speichertechnologie positioniert. Beide Vorhaben waren zuletzt zentrale Hoffnungsträger für den künftigen Umsatz des Unternehmens.
Fördermittel-Verlängerung verpufft
Erst kurz zuvor hatte Altech eine wichtige finanzielle Etappe erreicht: Das Unternehmen sicherte sich eine Fristverlängerung für den deutschen Regierungszuschuss von bis zu 46,7 Millionen Euro, der rund 30 Prozent der förderfähigen Kapitalkosten für CERENERGY abdecken sollte. Die Frist für den vollständigen Finanzierungsabschluss wurde vom 30. Juni auf den 30. September 2026 verschoben. Nach der gescheiterten Partnersuche dürfte dieser Aufschub nun weitgehend wertlos sein, da das Projekt selbst nicht mehr weiterverfolgt wird.
Kassenbestand auf 548.000 Dollar geschmolzen
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, wie angespannt die finanzielle Lage inzwischen ist. Zum 30. Juni 2026 verfügte Altech nur noch über 548.000 australische Dollar an frei verfügbaren Mitteln – nach 1,379 Millionen Dollar im Vorquartal. Der operative Cashflow verbrauchte im Berichtsquartal 1,27 Millionen Dollar, während die Finanzierungstätigkeit weitere 501.000 Dollar kostete. Zusätzlich hält das Unternehmen 500.000 Dollar als Sicherheit für die Deutsche Balaton zurück, sodass der tatsächlich frei verfügbare Puffer noch geringer ausfällt.
Etwas Entlastung brachte der Verkauf von Grundstücken im westaustralischen Meckering, der 930.000 Dollar an Investitionszuflüssen einbrachte. Der Erlös aus diesem Landverkauf belief sich auf 950.000 australische Dollar. Die dazugehörige Bergbau-Pacht M70/1334 verblieb jedoch im Unternehmensbesitz und bleibt damit einer der wenigen greifbaren Vermögenswerte, die Altech noch hält.
Verbleibende Substanz und offene Fragen
Mit dem Aus für CERENERGY und Silumina Anodes hat Altech seine beiden zentralen Wachstumsprojekte in Deutschland verloren, während die liquiden Mittel rasant schrumpfen. Nach eigenen Angaben führte das Unternehmen im Vorfeld der Entscheidung noch Gespräche mit möglichen Joint-Venture-Partnern für CERENERGY – Ergebnisse dazu blieben jedoch aus, was letztlich zur endgültigen Einstellung führte.
Für Anleger bleibt vorerst unklar, welche operative Perspektive Altech nach dem Wegfall beider Projekte noch bietet. Die verbliebene Bergbau-Pacht in Meckering sowie mögliche weitere Gespräche mit Partnern sind die letzten konkreten Anknüpfungspunkte, die aus den jüngsten Unternehmensmeldungen hervorgehen. Wie das Unternehmen die schrumpfende Kassenreserve angesichts eines Quartalsverbrauchs von 1,27 Millionen Dollar weiter finanzieren will, ist derzeit nicht beziffert.
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