Amazon: 16,8 Milliarden aus Anthropic-Gewinn
Amazons Chip-Geschäft erzielt 20 Mrd. Dollar Umsatz. AWS wächst rasant, doch der freie Cashflow sinkt durch Milliardeninvestitionen in KI.

Kurz zusammengefasst
- Chip-Sparte mit 20 Mrd. Dollar Umsatz
- AWS verzeichnet stärkstes Wachstum seit Jahren
- Buchgewinn durch Anthropic-Beteiligung dominiert
- Analysten heben Kursziele deutlich an
20 Milliarden Dollar Jahresumsatz, dreistelliges Wachstum, Platz unter den drei größten Rechenzentrum-Halbleiterkonzernen der Welt — Amazons hauseigene Chipsparte ist in wenigen Jahren zu einem ernsthaften Geschäft geworden. Das Q1 2026 hat das noch einmal unterstrichen.
Trainium und Graviton treiben das Wachstum
Amazons Chip-Portfolio umfasst drei Produktlinien: Graviton für allgemeine Rechenaufgaben, Trainium für KI-Training und Nitro für Netzwerkinfrastruktur. Die Nachfrage kommt vor allem aus dem KI-Bereich. Meta setzt nach eigenen Angaben Graviton-Kerne in einem Umfang von mehreren Zehntausend Einheiten für seine KI-Workloads ein. Anthropic hat sich verpflichtet, über die nächsten zehn Jahre bis zu fünf Gigawatt Trainium-Kapazität zu beziehen.
Die Gesamtzusagen für Trainium-Chips liegen inzwischen bei 225 Milliarden Dollar. Das ist keine Absichtserklärung — das ist gebundenes Kapital.
Starke Zahlen, aber ein Buchgewinn dominiert
Amazon meldete für Q1 2026 einen Nettogewinn von 30,3 Milliarden Dollar, fast doppelt so viel wie die 17,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Allerdings steckt in dieser Zahl ein Haken: Rund 16,8 Milliarden Dollar stammen aus einer nicht-operativen Neubewertung der Anthropic-Beteiligung — ein buchhalterischer Gewinn, der kein Geld in die Kasse spült.
Wer diesen Einmaleffekt herausrechnet, sieht ein Unternehmen, das massiv investiert. Der freie Cashflow der letzten zwölf Monate sank auf 1,2 Milliarden Dollar, nach 25,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Ursache ist das Investitionsprogramm von 200 Milliarden Dollar für 2026, das fast vollständig in KI-Infrastruktur und neue Rechenzentren fließt.
AWS wächst so schnell wie seit Jahren nicht mehr
Das Kerngeschäft liefert. Amazon Web Services erzielte im ersten Quartal 37,6 Milliarden Dollar Umsatz — ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das stärkste Wachstum seit 15 Quartalen. Die operative Marge des Segments lag bei 37,7 Prozent.
Im Einzelhandel wuchsen die verkauften Einheiten um 15 Prozent, das höchste Tempo seit den Pandemie-Lockdowns. Das Werbegeschäft steuerte 17,24 Milliarden Dollar bei, ein Zuwachs von 24 Prozent. Ferner meldete Amazon, in diesem Jahr bereits mehr als eine Milliarde Pakete am selben oder nächsten Tag zugestellt zu haben.
Analysten erhöhen die Kursziele
Die Kombination aus AWS-Beschleunigung und wachsender Chip-Sparte hat mehrere Banken zu Anpassungen bewogen:
- JPMorgan hob das Kursziel auf 330 Dollar (zuvor 280 Dollar), Einstufung „Overweight“
- Bank of America erhöhte auf 310 Dollar mit Verweis auf das KI-getriebene AWS-Wachstum
- UBS setzte das Ziel auf 333 Dollar, Goldman Sachs auf 325 Dollar
Für Q2 2026 erwartet Amazon einen Umsatz zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar. In dieser Prognose ist der Prime Day bereits eingepreist — ein Termin, der traditionell die Einzelhandelsmarge stützt und diesmal erstmals im zweiten Quartal stattfinden soll.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 4. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...