Amazon Aktie: 11,6 Milliarden für Globalstar

Amazon übernimmt Globalstar für 11,6 Milliarden Dollar und treibt Kuiper voran. Analysten sehen Kurspotenzial durch AWS und KI-Partnerschaften.

Eduard Altmann ·
Amazon Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Übernahme von Globalstar für 11,6 Mrd. Dollar
  • Kuiper-Satellitenstart mit Atlas-V-Rakete
  • Blue-Origin-Panne gefährdet Startplan
  • Truist erhöht Kursziel auf 320 Dollar

Amazon dreht im All auf und baut zugleich seine KI-Infrastruktur weiter aus. Der Konzern kauft Globalstar, schickt neue Kuiper-Satelliten ins Orbit und bekommt dennoch einen Dämpfer durch Blue Origin. Für die Aktie entsteht damit ein klares Spannungsfeld: starke Wachstumsstory, hohe Investitionen, neue operative Risiken.

Amazon kauft Globalstar

Der wichtigste Schritt ist die geplante Übernahme von Globalstar. Der Deal hat ein Volumen von rund 11,6 Milliarden Dollar und umfasst auch den Kauf eines Apple-Anteils von 20 Prozent. Damit stärkt Amazon seine Position bei satellitengestützter Kommunikation.

Der Fokus liegt auf mobilen Nutzern ohne stabile Mobilfunkabdeckung. Genau dort soll das Satellitennetz künftig Lücken schließen. Für Amazon passt der Zukauf in die Kuiper-Strategie, die den Konzern näher an Starlink heranbringen soll.

Parallel dazu meldete Project Kuiper Fortschritte im Orbit. Eine Atlas-V-Rakete von ULA brachte am Freitag 29 Produktionssatelliten von Cape Canaveral aus ins All. Amazon kommt damit seiner regulatorischen Vorgabe näher.

Bis Mitte 2026 muss der Konzern rund 1.600 Satelliten im Orbit haben. Aktuell sind es etwa 300. Das Tempo bleibt damit ein kritischer Punkt.

Blue-Origin-Panne bremst den Zeitplan

Ein Rückschlag kam ausgerechnet von Blue Origin. Am Donnerstag explodierte eine New-Glenn-Rakete bei einem statischen Triebwerkstest in Florida. Die Startrampe wurde schwer beschädigt.

Kuiper-Satelliten waren nicht an Bord. Trotzdem kann der Vorfall Amazons Startplan belasten, weil Blue Origin für rund 25 Prozent der gebuchten Satellitenmissionen vorgesehen ist. Kurz gesagt: ein Risiko für die Taktung.

Der Markt bewertet solche Verzögerungen nüchtern. Kuiper braucht nicht nur Kapital, sondern verlässliche Startkapazität. Jede Störung verschiebt den Moment, an dem das Netz wirtschaftlich skalieren kann.

Analysten setzen auf AWS und KI

Truist Financial bleibt optimistisch und hob das Kursziel für die Amazon-Aktie auf 320 Dollar an, nach zuvor 310 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 18 Prozent gegenüber den jüngsten Niveaus.

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Die Begründung liegt vor allem bei AWS. Die Cloud-Sparte soll von KI-Partnerschaften mit Unternehmen wie Anthropic und OpenAI profitieren. Diese Kooperationen haben ein Volumen von rund 100 Milliarden Dollar.

Truist rechnet außerdem mit sehr hohen Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Bank Kapitalausgaben von 202 Milliarden Dollar. Für 2027 liegt die Schätzung sogar bei 263 Milliarden Dollar.

Das zeigt die Dimension der KI-Wette. Amazon baut Rechenzentren, Chips und Cloud-Kapazität aus, bevor alle Erträge sichtbar sind. Genau diese Vorleistung kann kurzfristig auf die Margen drücken.

Operativ liefert der Konzern jedoch starke Argumente. Im ersten Quartal erreichte Amazon einen Gewinn je Aktie von 2,78 Dollar. Der Konsens hatte nur 1,63 Dollar erwartet.

KI-Messung wird neu sortiert

Intern zieht Amazon Konsequenzen aus Fehlanreizen bei KI-Tools. Das Unternehmen schaffte die Rangliste „KiroRank“ ab, nachdem Mitarbeiter ihre Werte durch triviale Aufgaben für KI-Agenten aufgebläht hatten.

An die Stelle der alten Metrik tritt nun „normalized deployments“. Damit will Amazon echte Code-Produktion und geschäftlichen Nutzen messen, statt nur den Verbrauch von Tokens. Das Ziel bleibt ehrgeizig: Mehr als 80 Prozent der Entwickler sollen KI jede Woche nutzen.

Die Aktie zeigte sich zuletzt robust, trotz eines schwächeren Freitags. In Frankfurt schloss Amazon bei 232,00 Euro und verlor am letzten Handelstag 1,38 Prozent. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von 20,01 Prozent.

Der Kurs liegt nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 235,25 Euro. Der RSI von 74,1 signalisiert allerdings eine heiß gelaufene technische Lage. Nach dem starken Lauf braucht die Aktie neue Bestätigung durch Umsetzung, nicht nur durch Ankündigungen.

Der nächste Prüfstein ist der Kuiper-Zeitplan. Amazon muss die Satellitenstarts beschleunigen, die Blue-Origin-Verzögerung auffangen und zugleich die hohen KI-Ausgaben in Wachstum übersetzen. Gelingt das, bleibt die Investmentstory intakt.

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Amazon Aktie

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