Amazon Aktie: 13,1% Operating Margin schlägt Rekord
Amazon meldet Rekordmarge und starkes AWS-Wachstum, doch Milliarden für KI-Infrastruktur belasten den Cashflow. Analysten reagieren optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Operative Marge erreicht historischen Höchststand
- AWS bleibt wichtigste Gewinnquelle mit Rekordaufträgen
- KI-Investitionen lassen freien Cashflow einbrechen
- Zahlreiche Analysten erhöhen Kursziele für Aktie
Amazon liefert beeindruckende Zahlen ab. Der Konzern übertrifft im ersten Quartal 2026 alle Erwartungen. Die Margen erreichen historische Höchststände. Trotzdem fiel die Aktie nachbörslich um rund zwei Prozent. Der Grund liegt in gigantischen Ausgaben für Künstliche Intelligenz.
Das operative Geschäft brummt
Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Dabei erzielte Amazon eine operative Marge von 13,1 Prozent. Das ist der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte.
Ein Sondereffekt polsterte den Nettogewinn massiv auf. Er sprang auf 30,3 Milliarden Dollar. Davon stammen allein 16,8 Milliarden Dollar aus Buchgewinnen der Anthropic-Beteiligung. Rechnet man diesen Effekt heraus, wuchs der operative Kerngewinn auf Jahressicht dennoch um starke 38 Prozent.
Neue Wachstumstreiber und volle Auftragsbücher
Die Cloud-Sparte AWS bleibt die wichtigste Ertragsquelle. Sie steuerte 14,2 Milliarden Dollar zum operativen Gewinn bei. Das entspricht 59 Prozent des Konzernergebnisses.
Der Auftragsbestand der Sparte erreichte einen Rekordwert von 364 Milliarden Dollar. Ein frischer Großauftrag von Anthropic über 100 Milliarden Dollar fehlt in dieser Summe sogar noch.
Parallel dazu etabliert sich das eigene Chip-Geschäft als Wachstumsmotor. Die Sparte für maßgeschneiderte Prozessoren überschritt eine jährliche Umsatzrate von 20 Milliarden Dollar. Laut CEO Andy Jassy ist die nächste Generation der Trainium-Chips bereits fast vollständig vergeben.
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Namhafte Kunden sichern sich Kapazitäten. Amazon verzeichnet verbindliche Zusagen über 225 Milliarden Dollar für seine KI-Chips. Zu den Abnehmern zählen OpenAI, Uber und Anthropic.
Milliarden für die KI-Infrastruktur
Die Kehrseite des rasanten Wachstums: der freie Cashflow. Dieser brach von 25,9 Milliarden auf nur noch 1,2 Milliarden Dollar ein. Ursache sind massive Investitionen in die KI-Infrastruktur. Die Ausgaben für Sachanlagen stiegen um fast 60 Milliarden Dollar.
Jassy verteidigt diesen Kurs. Er sieht die aktuellen Mittelabflüsse als Basis für langfristige Gewinne. Die neuen Rechenzentren haben eine Lebensdauer von über 30 Jahren. Für das Gesamtjahr plant Amazon rund 200 Milliarden Dollar an Investitionen ein.
Analysten heben Kursziele an
Die Wall Street reagiert euphorisch auf das beschleunigte AWS-Wachstum von 28 Prozent. Mindestens 14 Analysehäuser hoben nach den Zahlen ihre Kursziele an.
- Benchmark: Ziel von 275 auf 370 Dollar erhöht.
- TD Cowen: Neues Kursziel bei 350 Dollar.
- Canaccord Genuity: Ziel von 300 auf 330 Dollar angehoben.
- Goldman Sachs: Ziel auf 325 Dollar gesetzt.
Für das laufende zweite Quartal peilt Amazon einen Umsatz zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar an. Das liegt über den Markterwartungen. Die langfristigen Schulden stiegen allerdings auf 119,1 Milliarden Dollar.
Wenn die US-Börsen nach dem Feiertag wieder öffnen, steht die Aktie auf dem Prüfstand. Der letzte Schlusskurs lag bei 264,06 Dollar. Das Rekordhoch aus dem April muss sich nun gegen die Skepsis beim Cashflow behaupten. Die vollen Auftragsbücher sichern zwar künftige Einnahmen. Die gigantischen Vorabinvestitionen verzeihen jedoch keine Fehler.
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