Amazon Aktie: 36 Satelliten starten Mittwoch
Amazon verlegt den Prime Day in den Juni und startet eine neue Satellitenmission. Hohe Investitionen belasten jedoch den Cashflow und drücken den Aktienkurs.

Kurz zusammengefasst
- Prime Day auf Juni vorgezogen
- Neuer Satellitenstart am Mittwoch
- Cashflow um 95 Prozent eingebrochen
- Aktie verliert neun Prozent im Monat
Amazon steht vor einer gewaltigen Woche. Das Management zieht den Prime Day in den Juni vor. Parallel dazu startet in zwei Tagen eine neue Satelliten-Mission. Für den Konzern steht im zweiten Quartal viel auf dem Spiel.
Prime Day als Quartals-Booster
Das große Schnäppchen-Event beginnt am 23. Juni. Normalerweise findet der Prime Day im Juli statt. Die Vorverlegung in das zweite Quartal hat einen klaren finanziellen Hintergrund. Amazon verbucht die Milliardenumsätze damit noch im laufenden Jahresviertel.
Der Vorstand rechnet für das Quartal mit einem operativen Gewinn von bis zu 24 Milliarden US-Dollar. Der frühe Termin sichert dem Konzern frühzeitig die Budgets der Konsumenten. Konkurrenten geraten dadurch unter Zugzwang. Sie müssen ihre Rabattaktionen ebenfalls vorziehen.
Das Event treibt das lukrative Werbegeschäft an. Im ersten Quartal stiegen diese Einnahmen um 24 Prozent auf 17,24 Milliarden Dollar. Marktforscher erwarten für den US-Markt diesmal Prime-Day-Umsätze von knapp 15,7 Milliarden Dollar.
Satelliten-Deal mit Hindernissen
Abseits des Handelsgeschäfts ringt Amazon um sein Satelliten-Netzwerk Leo. Die US-Kommunikationsbehörde FCC gewährte dem Konzern kürzlich einen wichtigen Aufschub. Amazon muss die erste Tranche von 1.616 Satelliten nicht mehr bis Ende Juli ins All bringen.
Dieser Deal hat einen Preis. Das Projekt verliert vorübergehend seine Priorität bei den Frequenzrechten. Diese Rückstufung gilt bis März 2028. Alternativ endet die Strafe, sobald Amazon die Hälfte seines Netzwerks in Betrieb nimmt.
Der Zeitdruck bleibt hoch. Aktuell kreisen 331 Leo-Satelliten im Orbit. Bereits am kommenden Mittwoch startet die nächste Mission. Eine Rakete soll 36 weitere Satelliten vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana in den Weltraum befördern.
Hohe Kosten drücken auf den Kurs
Das operative Geschäft läuft robust. Die Cloud-Sparte AWS wuchs zuletzt um 28 Prozent. Dennoch belasten massive Investitionen in Künstliche Intelligenz die Bilanz. Die Kapitalausgaben sollen im laufenden Jahr auf 200 Milliarden Dollar klettern.
Die Folge: Der freie Cashflow brach in den vergangenen zwölf Monaten um 95 Prozent ein. Er liegt nur noch bei 1,2 Milliarden Dollar. Solche Summen machen Investoren nervös.
An der Börse spiegelt sich diese Anspannung wider. Die Amazon-Aktie schloss am Freitag bei 206,15 Euro. Damit verlor das Papier auf Monatssicht über neun Prozent an Wert. Der RSI-Indikator nähert sich der überverkauften Zone. Am Mittwoch richtet sich der Blick nun nach Kourou. Ein erfolgreicher Raketenstart liefert den nächsten konkreten Impuls.
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