Amazon Aktie: 5,75 Dollar EPS übertrumpft Konsens um 216 Prozent
Amazon überrascht mit starken Q2-Zahlen: AWS-Umsatz steigt um 37 Prozent, EPS weit über Prognose. Analysten heben 2027er-Schätzungen an.

Kurz zusammengefasst
- AWS-Umsatz wächst um 37 Prozent
- EPS übertrifft Analystenerwartungen deutlich
- Erste Group erhöht Gewinnprognose für 2027
- 57 von 59 Analysten raten zum Kauf
Der Technologiegigant Amazon unterstreicht seine dominante Position im Bereich Cloud-Computing und setzt sich deutlich von Wettbewerbern ab. Während Konkurrenten wie Alphabet zuletzt mit Herausforderungen im margenstarken Cloud-Sektor zu kämpfen hatten, lieferte Amazon für das zweite Quartal 2026 Zahlen, die die Markterwartungen massiv übertrafen. Besonders die Sparte Amazon Web Services (AWS) erwies sich dabei erneut als zentraler Ertragspfeiler des Konzerns.
AWS treibt operatives Ergebnis und Margen
Im zweiten Quartal 2026 erzielte AWS einen Umsatz von 42,23 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders beeindruckend ist die operative Marge in diesem Segment, die bei 36,8 Prozent lag.
Amazon profitierte hierbei unter anderem von einer bereits im Jahr 2025 umgesetzten Effizienzmaßnahme: Der Konzern verkürzte die Nutzungsdauer seiner Server auf fünf Jahre, was die Kostenstruktur im laufenden Betrieb optimierte.
Insgesamt wies das Unternehmen für das abgelaufene Quartal einen Gesamtumsatz von 200,61 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 19,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Gewinn pro Aktie (EPS) belief sich auf 5,75 US-Dollar und lag damit weit über dem Analystenkonsens von 1,82 US-Dollar. Diese operative Stärke führte dazu, dass Amazon seine Marktkapitalisierung zuletzt um mehr als 400 Milliarden US-Dollar steigern konnte, während andere Tech-Werte unter hohen Investitionskosten für Künstliche Intelligenz (KI) litten.
Analysten heben Gewinnprognosen für 2027 an
Die starke Geschäftsentwicklung veranlasst Marktexperten zu deutlichen Aufwärtskorrekturen ihrer langfristigen Einschätzungen. Die Analysten der Erste Group Bank hoben ihre EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 von zuvor 10,11 US-Dollar auf nun 10,36 US-Dollar an. Damit liegt das Haus signifikant über dem Marktdurchschnitt von 8,05 US-Dollar. Auch die Citigroup bekräftigte ihre positive Haltung und nannte ein Kursziel von 350 US-Dollar.
Das allgemeine Stimmungsbild unter den Beobachtern bleibt optimistisch. Von insgesamt 59 erfassten Brokern raten 57 zum Kauf der Aktie, während lediglich zwei Experten eine Halteposition empfehlen. Das durchschnittliche Kursziel im Konsens liegt bei 322,56 US-Dollar.
Analysten begründen ihre Zuversicht oft mit der Fähigkeit des Unternehmens, die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur effizienter zu monetarisieren als die unmittelbare Konkurrenz.
Insider-Aktivitäten und Marktpositionierung
Abseits der operativen Zahlen rückten zuletzt auch Bewegungen im Management in den Fokus. Douglas Herrington, ein ranghoher Manager des Konzerns, übertrug am vergangenen Donnerstag 22.000 Aktien im Rahmen einer Schenkung an eine gemeinnützige Organisation.
In den vergangenen Monaten kam es zudem zu verschiedenen Verkäufen durch Führungskräfte: So veräußerte CEO Andy Jassy im Mai 20.000 Anteile, während SVP David Zapolsky im selben Zeitraum 9.270 Aktien verkaufte. Insgesamt veräußerten Insider innerhalb der letzten 90 Tage Papiere im Wert von rund 20,53 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser Verkäufe bleibt das institutionelle Vertrauen hoch; professionelle Anleger halten weiterhin 72,20 Prozent der Anteile. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 236,00 Euro. Damit weist der Titel einen soliden Puffer zu längerfristigen Trends auf und notiert aktuell 15,44 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Gleichzeitig besteht noch Aufwärtspotenzial bis zum bisherigen Jahreshöchststand, da der Kurs derzeit 5,22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch liegt.
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