Amazon Aktie: AWS-Auftragsbestand erreicht 496 Milliarden Dollar

Amazon verzeichnet dank Cloud-Boom starke Q2-Zahlen, investiert aber 220 Milliarden Dollar in den KI-Ausbau. Analysten bleiben trotz negativem Cashflow zuversichtlich.

Eduard Altmann ·
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Server-Racks als Symbol für Cloud-Computing und digitales Wachstum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • AWS-Umsatz steigt um 37 Prozent
  • Capex-Planung bei 220 Milliarden Dollar
  • Free Cashflow rutscht in negative Zone
  • Keine Verkaufsempfehlungen unter Analysten

Amazon hat mit der Vorlage seiner Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 eine deutliche Beschleunigung im Cloud-Geschäft signalisiert. Der Konzernumbau hin zu einer globalen Infrastruktur-Plattform für Künstliche Intelligenz trägt erste Früchte, fordert jedoch gleichzeitig massive finanzielle Mittel für den Kapazitätsausbau.

Cloud-Sparte AWS als Gewinnmaschine

Das Herzstück des aktuellen Erfolgs bildet die Cloud-Sparte AWS. Deren Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 37 % auf 42,2 Milliarden US-Dollar. Dies markiert das stärkste Wachstum der vergangenen 18 Quartale.

Die Profitabilität in diesem Segment zeigt sich ebenfalls auf hohem Niveau. Mit einem Betriebsergebnis von 16,6 Milliarden US-Dollar steuerte AWS rund 60 % zum gesamten operativen Konzerngewinn bei. Die operative Marge der Sparte erreichte im Berichtszeitraum einen Wert von 39,4 %.

Laut CEO Andy Jassy ist die Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten derzeit so hoch, dass die vorhandenen Ressourcen für das Jahr 2026 nicht ausreichen dürften. Der Auftragsbestand von AWS schwoll zum Ende des Quartals auf 496 Milliarden US-Dollar an. Jassy betonte, dass die Kapazitäten bis weit in das Jahr 2028 hinein bereits stark nachgefragt oder gebucht seien.

Massive Investitionen belasten den Cashflow

Um diese Nachfrage zu bedienen, erhöht Amazon seine Investitionsausgaben drastisch. Für das Gesamtjahr 2026 plant das Management nun mit Kapitalausgaben (Capex) in Höhe von rund 220 Milliarden US-Dollar. Im abgelaufenen Quartal allein beliefen sich diese Investitionen auf 53,1 Milliarden US-Dollar. Diese Expansion dient vor allem dem Aufbau von Rechenzentren und der Beschaffung spezialisierter KI-Hardware.

Diese Strategie hinterlässt Spuren in der Bilanz. Der freie Cashflow (Free Cash Flow) für die vergangenen zwölf Monate rutschte mit minus 7,6 Milliarden US-Dollar in den negativen Bereich. Die Analysten von Jefferies weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die hohen Ausgaben der großen Technologiekonzerne den Cashflow branchenweit unter Druck setzen.

Während der aggregierte freie Cashflow der führenden Hyperscaler Ende 2025 noch bei 60 Milliarden US-Dollar lag, sank dieser Wert im zweiten Quartal 2026 auf lediglich 7 Milliarden US-Dollar.

Analysten bleiben trotz Kapitalhunger optimistisch

Trotz der hohen Ausgabenlast findet das Zahlenwerk an der Börse eine positive Aufnahme. Das Unternehmen steigerte seinen Gesamtumsatz um 20 % auf 200,6 Milliarden US-Dollar, während das Betriebsergebnis des Konzerns um 43 % auf 27,5 Milliarden US-Dollar zulegte.

Auch das Werbegeschäft trägt zunehmend zum Erfolg bei. Die Werbeerlöse entwickelten sich mit einem Plus von 26 % auf 19,8 Milliarden US-Dollar weiterhin robust. Parallel dazu verzeichnete der Bereich der Marktplatz-Dienstleistungen für Drittanbieter ein Wachstum von 16 %.

Am Markt herrscht derzeit eine weitgehend einhellige Meinung vor. Unter 62 beobachtenden Analysten findet sich momentan keine einzige Verkaufsempfehlung. Medienberichten zufolge liegt ein bullisches Kursziel bei über 353 US-Dollar, was einem deutlichen Aufwärtspotenzial zum aktuellen Niveau entspräche.

Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 17 % zulegen. Der aktuelle Kurs liegt bei 229,75 €, womit das Papier etwa 7,7 % unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.

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Amazon Aktie

222,05 EUR

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KGV 20,80
KUV 3,60
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 2,79 Bio. USD
Ø Kursziel 328,17 USD
ISIN: US0231351067 WKN: 906866

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