Amazon Aktie: Burry warnt, Amazon investiert weiter
Amazon stärkt sein Lieferpartnerprogramm mit 1,9 Milliarden Dollar, während Michael Burry vor Bilanzrisiken durch KI-Investitionen warnt.

Kurz zusammengefasst
- Burry kritisiert außerbilanzielle Hyperscaler-Verpflichtungen
- Amazon plant 1,9 Milliarden Dollar
- Fahrerlohn soll auf fast 24 Dollar steigen
- KI-Logistik soll bis 2027 wachsen
Während Michael Burry seine Warnungen vor einer Bilanzblase bei den großen KI-Investoren verschärft, macht Amazon einfach weiter. Der Konzern kündigte eine Investition von 1,9 Milliarden Dollar in sein Lieferpartner-Programm für 2027 an — mitten in der Debatte um die Nachhaltigkeit der milliardenschweren KI-Ausgaben der Hyperscaler.
Burrys Billionen-Warnung trifft Amazon direkt
Burry hat seine Short-These gegen den KI-Boom auf seinem Blog erneut zugespitzt. Der Investor schätzt, dass die fünf großen Hyperscaler – Amazon, Meta, Alphabet, Microsoft und Oracle – zusammen mehr als drei Billionen Dollar an weitgehend bilanzunwirksamen Verpflichtungen angehäuft haben. Sein Kernargument: Rechenzentren werden für 13 bis 20 Jahre gemietet, während sich KI-Chips schon nach 12 bis 18 Monaten technisch überholen können.
Besonders pointiert formuliert er das Risiko bei unfertigen Bauprojekten im Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar. Nvidia-Chips könnten in Lagerhäusern wirtschaftlich an Wert verlieren, während die Abschreibung nach den geltenden Bilanzregeln bei null bleibt, so seine Warnung. Sein Fazit bleibt drastisch: Wenn die Nachfrage nachlässt, würden aus außerbilanziellen Verpflichtungen sehr schnell reale Verbindlichkeiten.
Amazon zeigt sich von der Debatte unbeeindruckt
Operativ läuft das Geschäft bei Amazon nach eigener Darstellung weiter stark — genau das macht Burrys Wette für ihn so reizvoll. Auf seiner jährlichen Partnerkonferenz in Las Vegas kündigte der Konzern an, sein Delivery-Service-Partner-Programm mit weiteren 1,9 Milliarden Dollar zu stärken.
Die Investition soll dazu beitragen, den durchschnittlichen Stundenlohn der Fahrer auf fast 24 Dollar zu heben — nach eigenen Angaben ein Plus von 16 Prozent über drei Jahre.
Seit dem Start des Programms vor acht Jahren hat Amazon insgesamt 21,7 Milliarden Dollar investiert. Parallel baut der Konzern seine KI-gestützte Logistiktechnik aus: Smart-Delivery-Glasses sollen bis Ende 2027 in mehr als 20.000 Exemplaren im Einsatz sein, dazu kommen KI-Routenplanung und neue Sicherheitskameras in Rivian-Lieferfahrzeugen.
Auf der Infrastrukturseite vertieft Amazon zudem seine Partnerschaft mit dem Logistikkonzern Kühne+Nagel. Die Schweizer sollen künftig einen größeren Teil des Lebenszyklus von AWS-Rechenzentren abdecken — vom Bau bis zur Wartung. Bemerkenswert dabei: Amazon erhält im Rahmen der Vereinbarung eine über bis zu sieben Jahre laufende Kaufoption auf Kühne+Nagel-Aktien, die sich schrittweise an definierte Meilensteine koppelt.
Die beiden Entwicklungen zeigen die Spannung, in der sich die Amazon-Aktie derzeit bewegt. Auf der einen Seite stehen milliardenschwere, laufende Investitionen in Logistik und KI-Infrastruktur, die operatives Wachstum sichern sollen.
Auf der anderen Seite wächst die Zahl kritischer Stimmen, die genau diese Investitionsdynamik als Risiko für die Bilanzqualität der Hyperscaler werten. Wie belastbar diese Wachstumswette ist, dürfte sich erst zeigen, wenn sich das Tempo bei KI-Nachfrage und Infrastrukturausbau tatsächlich entkoppeln.
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