CEO Andy Jassy musste in Davos ein unangenehmes Eingeständnis machen: Die Zölle der US-Regierung treiben nun doch die Preise auf der Plattform. Während die Aktie nach dieser Nachricht und in einem schwachen Marktumfeld weiter nachgibt, versucht der Tech-Riese mit einem völlig neuen Ladenkonzept gegenzusteuern. Doch reicht diese langfristige Wette auf den Einzelhandel, um die aktuelle Skepsis der Anleger zu zerstreuen?
Wende in der Zoll-Kommunikation
Auf dem Weltwirtschaftsforum bestätigte Jassy am Dienstagnachmittag, dass die von der Trump-Administration eingeführten Zölle zunehmend auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Dies markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem vergangenen Juni, als der Konzern noch keine nennenswerten Anstiege verzeichnete. Der Grund für die geänderte Lage ist simpel: Die Lagerbestände, die Amazon und seine Händler vor Einführung der Zölle angehäuft hatten, sind laut Jassy seit dem Herbst aufgebraucht.
Händler stehen nun vor schwierigen Entscheidungen. Einige geben die höheren Kosten direkt an die Kunden weiter, andere versuchen, diese zu absorbieren, um die Nachfrage nicht abzuwürgen. Jassy betonte zwar, man wolle die Preise so niedrig wie möglich halten, die Optionen seien jedoch begrenzt. Ein Unternehmenssprecher versuchte später zu beschwichtigen und erklärte, dass sich die Preise insgesamt im Rahmen normaler Schwankungen bewegten.
Aktienkurs unter Druck
Die Reaktion an der Börse fiel negativ aus. Am Dienstag schloss das Papier bei 234,29 Dollar, ein Minus von rund zwei Prozent. Seit dem Hoch im November bei über 258 Dollar befindet sich der Titel im Abwärtstrend. Besonders ernüchternd für Investoren: Mit einem Anstieg von nur 5 Prozent im Jahr 2025 hinkte Amazon allen anderen „Magnificent Seven“-Aktien und dem S&P 500 deutlich hinterher.
Zusätzlich zur makroökonomischen Unsicherheit belasten interne Umbaumaßnahmen die Stimmung. Im Rahmen einer größeren Restrukturierung werden im Januar zwischen 1.000 und 2.500 Stellen gestrichen.
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Angriff auf den stationären Handel
Abseits der aktuellen Kursschwäche treibt Amazon seine Expansionspläne im physischen Einzelhandel voran. In Illinois erhielt der Konzern grünes Licht für ein neues Großmarkt-Konzept. Auf fast 21.300 Quadratmetern – und damit größer als ein durchschnittliches Walmart Supercenter – sollen Lebensmittel und allgemeine Waren angeboten werden, ohne dass eine Prime-Mitgliedschaft erforderlich ist.
Branchenbeobachter werten diesen Schritt als Versuch, jenseits der Whole-Foods-Übernahme eine eigene, funktionierende physische Präsenz aufzubauen. Ehemalige Walmart-Führungskräfte merkten an, dass Amazon diesen „Muskel“ erst noch trainieren müsse. Die Eröffnung ist frühestens für Ende 2027 geplant.
Ausblick
Der Fokus richtet sich nun auf die kommenden Quartalszahlen, die für Ende Januar oder Anfang Februar erwartet werden. Dabei stehen vor allem das Wachstum der Cloud-Sparte AWS sowie weitere Aussagen zu den Zoll-Effekten im Mittelpunkt. Trotz der aktuellen Schwäche bleiben Analysten optimistisch: 96 Prozent der Experten raten weiterhin zum Kauf. Während Raymond James das Kursziel leicht auf 260 Dollar senkte, sieht TD Cowen dank starker Werbeeinnahmen Potenzial bis 315 Dollar. Im weiteren Jahresverlauf dürften zudem der anstehende FTC-Kartellprozess im Oktober und der Start des Satelliten-Internets Project Kuiper wichtige Impulse liefern.
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