Amazon Aktie: Chip-Imperium enthüllt

Amazons eigene Halbleitersparte erzielt über 20 Milliarden Dollar Umsatz und wächst rasant. AWS verzeichnet KI-Umsätze von 15 Milliarden Dollar und schließt Milliarden-Deal mit OpenAI.

Dieter Jaworski ·
Amazon Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Eigene Chip-Sparte verdoppelt Umsatz in Monaten
  • AWS-KI-Umsatz übersteigt 15 Milliarden Dollar
  • OpenAI-Partnerschaft über 100 Milliarden Dollar
  • Kostenerhöhung für Marketplace-Händler angekündigt

Andy Jassys jährlicher Aktionärsbrief hat an der Wall Street für Aufsehen gesorgt — nicht wegen AWS oder KI-Partnerschaften, sondern wegen einer Sparte, die bislang kaum jemand auf dem Radar hatte: Amazons eigenes Chip-Geschäft. Die Offenbarung ließ die Aktie am Mittwoch um rund 5,6 Prozent auf 233,65 Dollar steigen.

Ein Chip-Konzern im Verborgenen

Das Ausmaß ist bemerkenswert: Amazons hauseigene Halbleitersparte — bestehend aus den Chip-Familien Graviton, Trainium und Nitro — erwirtschaftet inzwischen mehr als 20 Milliarden Dollar annualisierten Umsatz, mit dreistelligen Wachstumsraten im Jahresvergleich. Noch bei den Q4-2025-Zahlen lag die annualisierte Umsatzrate bei 10 Milliarden Dollar — eine Verdopplung in wenigen Monaten.

Jassy legte in seinem Brief einen weiteren Vergleich nach: Würde Amazon diese Chips auf dem freien Markt verkaufen, wäre das Geschäft nach eigener Einschätzung rund 50 Milliarden Dollar pro Jahr wert — und damit größer als Intel, Qualcomm, Broadcom und Micron zusammen. Nur Nvidia, Samsung und Hynix lägen noch davor. Jassy signalisierte zudem, dass Amazon erwägt, die Chips künftig direkt an Dritte zu verkaufen.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot bereits deutlich. Trainium2 ist weitgehend ausverkauft. Trainium3, seit Anfang 2026 in der Auslieferung und laut Amazon 30 bis 40 Prozent effizienter als sein Vorgänger, ist nahezu vollständig vorgebucht — Uber gehört zu den ersten Abnehmern. Für Trainium4, das noch rund 18 Monate von der breiten Verfügbarkeit entfernt ist, sind bereits erhebliche Kapazitäten reserviert. Zwei große AWS-Kunden wollten sogar die gesamte Graviton-CPU-Kapazität für 2026 aufkaufen — ein Angebot, das Amazon ablehnen musste, um die übrige Kundenbasis weiter bedienen zu können.

AWS-KI-Umsatz und Milliarden-Commitments

Neben den Chip-Zahlen enthielt der Brief eine weitere Kennzahl, die Analysten aufhorchen ließ: Die annualisierte KI-Umsatzrate von AWS liegt im ersten Quartal 2026 bei über 15 Milliarden Dollar — und wächst weiter schnell. Als Beleg für die Qualität der Nachfrage nannte Jassy OpenAI, das seine bestehende 38-Milliarden-Dollar-Partnerschaft mit AWS massiv ausgeweitet hat. Das neue Commitment übersteigt 100 Milliarden Dollar und umfasst unter anderem rund zwei Gigawatt Trainium-Kapazität über die AWS-Infrastruktur.

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Gegenwind für Marketplace-Händler

Parallel zur Chip-Euphorie kündigte Amazon eine Kostenerhöhung für Drittanbieter an: Ab dem 17. April erhebt das Unternehmen einen Treibstoff- und Logistikzuschlag von 3,5 Prozent auf Fulfillment-by-Amazon-Dienste in den USA und Kanada. Im Schnitt entspricht das rund 17 Cent pro versandter Einheit, wobei die genaue Höhe je nach Größe und Gewicht des Artikels variiert. Der Zuschlag gilt auch für grenzüberschreitende Sendungen nach Mexiko und Brasilien.

Wie stark sich diese Mehrkosten auf die Margen der Händler und letztlich auf Amazons Marketplace-Geschäft auswirken, wird frühestens mit dem Q2-Bericht Ende Juli oder Anfang August sichtbar.

Analysten erhöhen Kursziele

Cantor Fitzgerald hob sein Kursziel von 250 auf 260 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. BNP-Paribas-Analyst Nick Jones sieht den Markt zu sehr auf die erwarteten Kapitalausgaben von 200 Milliarden Dollar im Jahr 2026 fixiert — und zu wenig auf die KI-getriebenen Umsatzpotenziale, die diese Investitionen erschließen sollen. Jones hält ein Kursziel von 320 Dollar für realistisch, was einem Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent entspräche.

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