Amazon Aktie: Der Speicher-Engpass!
AWS ist für 2027 nahezu ausgebucht; Speicher- und Stromengpässe begrenzen den Ausbau trotz möglicher zusätzlicher Investitionen.

Kurz zusammengefasst
- AWS-Kapazitäten für 2027 fast vergeben
- Viele Reservierungen reichen bereits bis 2028
- Amazon plant 220 Milliarden US-Dollar Investitionen
- Trainium bietet 30–40 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
Amazon könnte seine ohnehin hohen Infrastrukturinvestitionen weiter aufstocken. Die starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung rechtfertigt nach Einschätzung von Konzernchef Andy Jassy zusätzliche Ausgaben. Für Anleger liegt darin zugleich eine Einschränkung der Wachstumsaussichten: Nicht fehlende Kunden, sondern Engpässe beim Ausbau bremsen AWS. Eine formelle Erhöhung des Investitionsplans ist bislang nicht bestätigt.
Nachfrage reicht weit voraus
Laut Deutschlandfunk erklärte Jassy heute, die AWS-Kapazitäten für 2027 seien nahezu ausverkauft. Für 2028 sei ebenfalls bereits viel Rechenkapazität reserviert. Die Nachfrage nach künstlicher Intelligenz sorgt damit für langfristige Buchungen.
Die Aussagen betreffen vor allem große Kapazitätszuteilungen. Ein kleiner Teil der Rechenleistung bleibt für die bedarfsabhängige Nutzung über EC2 und Bedrock verfügbar. Die weitgehende Ausbuchung bedeutet daher nicht, dass AWS keinerlei zusätzliche Nutzung mehr ermöglichen kann.
Für Anleger sprechen die Reservierungen für eine anhaltend hohe Nachfrage. Sie beantworten allerdings noch nicht die Frage, wie schnell Amazon zusätzliche Rechenleistung bereitstellen kann. Genau dort liegen derzeit die Grenzen des Ausbaus.
Mehr Geld beseitigt nicht jeden Engpass
Amazon plant für 2026 bereits rund 220 Mrd. US-Dollar an Investitionen in Rechenzentren und Hardware. Laut Reuters hält Jassy angesichts der Nachfrage auch darüber hinausgehende Ausgaben für gerechtfertigt.
Zusätzliches Kapital allein löst die Probleme jedoch nicht. Speicher, Stromversorgung und Rechenzentren begrenzen das Ausbautempo. Jassy erwartet, dass der Speicherengpass auch im kommenden Jahr nicht endet. Damit bleibt die Verfügbarkeit wichtiger Infrastrukturkomponenten entscheidend dafür, wie schnell Amazon die Nachfrage bedienen kann.
Parallel setzt der Konzern auf eigene Chips. Die Trainium-Prozessoren bieten laut Jassy ein um 30–40 % besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als vergleichbare Alternativen.
Das ist für die weitere Verbreitung von KI-Anwendungen relevant. Jassy zufolge müssen die Kosten für die Ausführung von KI-Modellen deutlich sinken, damit mehr Unternehmensanwendungen diese Technik nutzen. Günstigere Rechenleistung und zusätzliche Kapazität sind somit unterschiedliche Voraussetzungen für das weitere Wachstum.
Quartalsbericht muss Nachfrage und Ausgaben einordnen
Am 29. Oktober will Amazon seine Quartalszahlen veröffentlichen. CNBC zufolge erwarten Analysten ein zweistelliges Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie dürfte dagegen weitgehend unverändert bleiben.
Im Mittelpunkt steht damit nicht allein die Stärke der Nachfrage. Wichtig wird auch, welche Aussagen Amazon zum Investitionsumfang und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten macht. Die langfristigen Reservierungen stützen die Wachstumsperspektive von AWS. Ob daraus rasch zusätzliches Geschäft entsteht, hängt aber davon ab, wie erfolgreich Amazon die physischen Engpässe überwindet.
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