Amazon prescht auf zwei Feldern gleichzeitig vor: Der Konzern weitet ultraschnelle Lieferoptionen auf Tausende US-Städte aus — und CEO Andy Jassy hat intern sein Umsatzziel für AWS auf 600 Milliarden Dollar jährlich verdoppelt. Beides zusammen zeichnet das Bild eines Unternehmens, das massiv auf die eigene Zukunft setzt, während die Aktie seit Jahresbeginn rund fünf Prozent im Minus liegt.
Blitzlieferung als Wettbewerbswaffe
Amazon liefert nun in rund 2.000 US-Städten innerhalb von drei Stunden — und in Hunderten davon sogar binnen einer Stunde. Mehr als 90.000 Produkte sind für diese Optionen qualifiziert, von Haushaltswaren über Medikamente bis hin zu Kleidung. Möglich macht das eine Kombination aus Robotik, KI-gestützter Auftragsabwicklung und einem in acht Regionen aufgeteilten Logistiknetz.
Retailanalyst Neil Saunders von GlobalData sieht darin eine direkte Antwort auf den Druck durch Walmart und lokale Händler, die ihrerseits schnelle Lieferung über stationäre Filialen und Gig-Netzwerke ausbauen. Zusätzlich testet Amazon in ausgewählten Städten „Amazon Now“ — ein Dienst, der Alltagsprodukte und Lebensmittel in rund 30 Minuten liefern soll.
Jassys 600-Milliarden-Vision für AWS
Auf einem internen All-Hands-Meeting skizzierte Jassy seine langfristige Prognose für die Cloud-Sparte: 600 Milliarden Dollar Jahresumsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre. Ursprünglich hatte er 300 Milliarden als Zielmarke im Kopf — bevor die KI-Nachfrage seine Kalkulation grundlegend veränderte.
AWS erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 128,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Jassys Projektion setzt voraus, dass die Sparte dieses Wachstumstempo von durchschnittlich rund 17 Prozent jährlich über ein Jahrzehnt hält — angesichts der Konkurrenz durch Microsoft und Google eine ambitionierte Annahme.
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Hohe Investitionen, schrumpfender Free Cashflow
Der Hintergrund dieser Offensive ist teuer. Amazon hat für das Geschäftsjahr 2026 Investitionsausgaben von 200 Milliarden Dollar angekündigt, der Großteil davon für KI-Rechenzentren. Das belastet den Free Cashflow spürbar: Er fiel auf Zwölfmonatsbasis von 38,2 auf 11,2 Milliarden Dollar.
Jassy verteidigte die Ausgaben mit dem Hinweis, dass Infrastruktur — Grundstücke, Strom, Gebäude — Jahre vor der eigentlichen Umsatzgenerierung gesichert werden muss. Der operative Cashflow stieg im gleichen Zeitraum hingegen um 20 Prozent auf 139,5 Milliarden Dollar, was die grundlegende Ertragskraft des Geschäfts unterstreicht.
Für das erste Quartal 2026 erwartet das Management einen Nettoumsatz zwischen 173,5 und 178,5 Milliarden Dollar — die Mitte dieser Spanne würde einem Wachstum von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Jassy kündigte zudem an, dass Amazon noch in diesem Jahr seine millionste Drohnenlieferung abwickeln will.
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