Amazon musste am Montag einen juristischen Rückschlag hinnehmen. Ein US-Bezirksgericht in Seattle hat den Versuch des Konzerns abgelehnt, eine Sammelklage wegen angeblicher Preistreiberei während der Corona-Pandemie abzuweisen. Die Aktie reagierte kaum – der Kurs legte am Dienstag sogar leicht zu.
Vorwürfe wiegen schwer
Die Klage wirft Amazon vor, zwischen Januar 2020 und Oktober 2022 nicht gegen extreme Preiserhöhungen von Drittanbietern vorgegriffen zu haben. Gleichzeitig soll das Unternehmen selbst die Preise für wichtige Güter massiv angehoben haben. Die Zahlen im Detail:
- Schmerzmittel Aleve: +233%
- Toilettenpapier Quilted Northern: +1.044%
- Arm & Hammer Natron: +1.523%
- Gesichtsmasken: +1.800%
Richter Robert Lasnik wies Amazons Verteidigungsargumente als „nicht überzeugend“ zurück. In seiner Begründung erklärte er, dass Verbraucher plausibel dargelegt hätten, „keine sinnvolle Wahl gehabt zu haben, als trotz der angeblich unfairen Preise bei Amazon zu kaufen“. Anwalt Steve Berman sprach von einem „wichtigen Sieg für Verbraucher“ und verwies auf interne Dokumente, die Amazons Kenntnis der Preissteigerungen belegen sollen.
Alexa Plus geht in die Offensive
Parallel zum rechtlichen Gegenwind verkündete Amazon eine strategische Neuausrichtung seiner KI-Assistentin. Alexa Plus ist ab sofort über den Browser nutzbar – ohne Echo-Gerät oder App. Damit positioniert sich der Konzern direkt gegen ChatGPT von OpenAI und Googles Gemini.
Die im Februar 2025 gestartete KI-Version befindet sich noch in der Early-Access-Phase, wird aber bereits von mehreren Millionen Nutzern verwendet. Amazon wirbt mit komplexer Recherche, Content-Erstellung und Smart-Home-Steuerung über den Browser. Der Druck, im KI-Wettlauf nicht zurückzufallen, ist spürbar.
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Analysten bleiben optimistisch
Die jüngsten Kursziele der Wall Street zeigen ungebrochenes Vertrauen. Bank of America hob das Ziel von 272 auf 303 Dollar an, Barclays von 275 auf 300 Dollar. Daiwa Capital Markets zog von 254 auf 300 Dollar nach. Von 67 Analysten empfehlen 96 Prozent die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 296 Dollar – rund 27 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Evercore-Analyst Mark Mahaney zählt Amazon zu seinen Top-Picks für 2026. Als Treiber nennt er das beschleunigte AWS-Wachstum, die Nachfrage nach Trainium-AI-Chips, steigende Werbeeinnahmen und den Alexa-Plus-Rollout.
Ende Januar folgen die Quartalszahlen für Q4 2025. Erwartet werden ein Gewinn je Aktie von etwa 1,95 Dollar bei Erlösen um 211 Milliarden Dollar. Das Unternehmen plant 2026 weitere Investitionen in KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten.
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