Amazon durchlebt derzeit die längste Pechsträhne seit zwei Jahrzehnten. Neun Handelstage in Folge ging es nach unten – ein Negativrekord, der zuletzt im Juli 2006 erreicht wurde. Der Grund: Investoren zweifeln an den massiven KI-Investitionen des Konzerns. Gleichzeitig treibt Amazon seine Strategie mit neuen Chip-Partnerschaften und einem geplanten KI-Content-Marktplatz weiter voran.
Wichtigste Fakten:
– -14% seit Jahresbeginn (Stand: 15. Februar 2026)
– 200 Milliarden Dollar geplante Investitionen für 2026
– 9 Handelstage ununterbrochener Kursrückgang
– AWS-Wachstum auf 24% beschleunigt
Rekordinvestitionen schrecken Anleger ab
Der Kern der Verunsicherung: Amazon plant 2026 rund 200 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben zu stecken – primär für KI-Infrastruktur. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber den 128 Milliarden Dollar aus 2025. Die Wall Street fragt sich, wann diese Investitionen Früchte tragen.
Die Zahlen zum vierten Quartal fielen gemischt aus. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 213 Milliarden Dollar. AWS legte mit 24 Prozent das stärkste Wachstum seit 13 Quartalen hin, das Werbegeschäft expandierte um 23 Prozent. Doch der Gewinn enttäuschte: Mit 1,95 Dollar je Aktie verfehlte Amazon knapp die Erwartungen. Einmalkosten von 2,4 Milliarden Dollar belasteten das operative Ergebnis.
Strategische Chip-Partnerschaft mit STMicroelectronics
Am 9. Februar 2026 verkündete AWS eine erweiterte Kooperation mit dem europäischen Halbleiterhersteller STMicroelectronics. Das Besondere: AWS erhält Optionsscheine auf bis zu 24,8 Millionen STMicro-Aktien. Ausübbar sind diese über sieben Jahre zu einem Startpreis von 28,38 Dollar – gekoppelt an das Einkaufsvolumen bei STMicro.
Die Chips sollen AWS-Rechenzentren mit hocheffizienten Verbindungen und Energiemanagement ausstatten. Es ist mindestens die zweite Kapitalbeteiligung von AWS an einem Chip-Hersteller. Der Cloud-Riese sichert sich damit strategisch wichtige Lieferketten für seine KI-Ambitionen.
KI-Content-Marktplatz in Vorbereitung
Laut Reuters und The Information arbeitet Amazon an einer Plattform, auf der Verlage ihre Inhalte an KI-Unternehmen verkaufen können. Artikel, Daten und andere Materialien sollen dort lizenziert werden. AWS hatte vor einer Verlegerkonferenz entsprechende Präsentationsfolien verteilt.
Ein Amazon-Sprecher äußerte sich zurückhaltend, betonte aber die langjährigen Beziehungen zu Publishern. Der Schritt folgt auf Microsofts kürzlich gestarteten Publisher Content Marketplace. Amazon positioniert sich damit als Vermittler zwischen Content-Anbietern und KI-Entwicklern.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der Verlustserie hält die Wall Street an Amazon fest. Laut Motley Fool empfiehlt kein Analyst aktuell den Verkauf der Aktie. Die Tech-Branche insgesamt kämpft mit Volatilität – sowohl Amazon als auch Microsoft befinden sich laut 24/7 Wall Street in Bärenmarkt-Territorium.
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob Investoren die KI-Ausgaben als notwendige Zukunftsinvestition akzeptieren oder weitere Gewissheit über die Rentabilität einfordern.
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