Amazon baut sein Imperium an zwei entscheidenden Fronten massiv um. Während CEO Andy Jassy das langfristige Umsatzziel für die Cloud-Sparte dank Künstlicher Intelligenz auf atemberaubende 600 Milliarden US-Dollar verdoppelt, kappt der Konzern gleichzeitig historische Bande in der Logistik. Die geplante drastische Reduzierung der US-Post-Lieferungen zeigt, dass der E-Commerce-Riese endgültig die volle Kontrolle über sein Netzwerk übernehmen will.
Fokus auf Cloud und KI
Die treibende Kraft hinter den aktuellen Zukunftsplänen ist die Cloud-Sparte AWS. Auf einer internen Mitarbeiterversammlung korrigierte CEO Andy Jassy seine Umsatzprognose für diesen Bereich deutlich nach oben. Statt der bisher angepeilten 300 Milliarden US-Dollar hält er nun mittelfristig 600 Milliarden für realistisch. Der Grund für diesen Optimismus ist die rasant steigende Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz.
Um diese Kapazitäten bereitzustellen, nimmt Amazon gewaltige Summen in die Hand. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen Investitionen von rund 200 Milliarden US-Dollar, die größtenteils in KI-Rechenzentren fließen sollen. Jassy verteidigte diese massiven Ausgaben intern vehement und verwies auf klare Nachfragesignale der Kunden. Man investiere das Geld nicht aus reiner Hoffnung auf einen KI-Boom, sondern reagiere auf konkreten Bedarf.
Eigene Wege in der Logistik
Abseits der digitalen Infrastruktur ordnet Amazon auch sein physisches Liefernetzwerk neu. Der Konzern plant, das Paketvolumen über den langjährigen Partner US Postal Service (USPS) bis zum Vertragsende im September um mindestens zwei Drittel zu kürzen. Vorausgegangen waren gescheiterte Verhandlungen, bei denen USPS laut Amazon in letzter Minute ein Auktionskonzept einführte.
Anstatt sich weiterhin auf externe Dienstleister zu verlassen, baut der E-Commerce-Riese seine eigene Unabhängigkeit konsequent aus. Bereits im April kündigte das Unternehmen an, über vier Milliarden US-Dollar in den Ausbau seines ländlichen Liefernetzwerks in den USA zu investieren. Dieser Schritt erfordert zwar hohe Anfangsinvestitionen in Fuhrpark und Personal, senkt aber langfristig die Abhängigkeit von Drittanbietern und stärkt die Kontrolle über die Lieferketten.
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Fundamentaldaten treffen auf Skepsis
An der Börse sorgen die massiven Investitionspläne derzeit für eine gewisse Zurückhaltung. Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei 187,24 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein leichtes Minus von gut drei Prozent. Anleger bewerten die hohen Kapitalausgaben für die KI-Infrastruktur offenbar noch mit Vorsicht und warten auf erste Renditen aus dem Ausbauzyklus.
Dabei liefert das operative Geschäft ein äußerst solides Fundament für den Umbau. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte Amazon den Nettogewinn um 31 Prozent auf 77,7 Milliarden US-Dollar, während der Gesamtumsatz um zwölf Prozent zulegte. Die Cloud-Sparte AWS trug dabei mit 57 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten operativen Gewinns bei und fungiert als finanzieller Motor des Konzerns.
Die strategischen Weichenstellungen vom März verdeutlichen, dass Amazon kurzfristige freie Mittel für langfristige Marktbeherrschung einsetzt. Die Trennung von der US-Post beschleunigt den Weg zur vollständigen logistischen Eigenständigkeit, während die Milliarden-Investitionen in AWS das Fundament für das nächste Jahrzehnt im Cloud-Geschäft legen. Mit dem Auslaufen des USPS-Vertrags im September steht der nächste konkrete Meilenstein für das konzerneigene Liefernetzwerk bereits im Kalender.
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