Amazon Aktie: MIT verklagt AWS
Das MIT verlangt von AWS wegen zweier Sicherheits патente Schadenersatz; zugleich laufen Gespräche über einen möglichen Decart-Kauf.

Kurz zusammengefasst
- MIT beanstandet zwei AWS-Patente
- Universität verlangt nicht bezifferten Schadenersatz
- Amazon verhandelt über Decart-Übernahme
- Möglicher Dealwert: rund sieben Milliarden Dollar
Amazon bekommt Gegenwind aus der Wissenschaft. Das Massachusetts Institute of Technology hat Amazon Web Services wegen mutmaßlicher Patentverletzungen verklagt. Die Klage trifft den Konzern parallel zu Berichten über eine milliardenschwere KI-Übernahme.
Streit um Sicherheitstechnik in der Cloud
Die Klage ging am Freitag bei einem Bundesgericht in Boston ein. MIT wirft AWS vor, zwei Patente zu verletzen, die Datensicherheit betreffen. Es geht um sogenannte physikalisch unklonbare Funktionen, kurz PUF. Die Technik erzeugt einzigartige kryptografische Schlüssel und beruht auf Entwicklungen eines MIT-Professors.
Nach Darstellung der Universität nutzt Amazon dafür Cloud-Sicherheitstechnik des Softwareanbieters Synopsys. Synopsys steht nicht auf der Beklagtenliste. MIT fordert Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Amazon reagierte zunächst nicht auf Anfragen zur Klage.
Neu ist das Vorgehen nicht. Im Mai hatte die Universität bereits Microsoft in Texas aus ähnlichen Gründen verklagt, das Verfahren läuft noch. Für Amazon dürfte der Fall vor allem eine Frage der Höhe möglicher Zahlungen sein. Konkrete Beträge nennt die Klage bislang nicht.
Decart-Deal rückt in den Vordergrund
Mehr Aufmerksamkeit bekommt am Markt derzeit die Übernahmemeldung. Amazon verhandelt Berichten zufolge über den Kauf des KI-Startups Decart. Im Raum steht ein Wert von rund sieben Milliarden Dollar. Eine Einigung könnte bald folgen, sofern die Gespräche nicht scheitern oder ein weiterer Interessent auftaucht. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.
Decart entwickelt Software, die das Training von KI-Modellen verbilligen soll, indem sie Chips effizienter auslastet. Im Mai sammelte das Unternehmen über 300 Millionen Dollar ein, auch Nvidia war beteiligt. Damals lag die Bewertung bei knapp vier Milliarden Dollar. Anthropic hatte im vergangenen Monat eine erwogene Übernahme für sechs Milliarden Dollar nach einer Buchprüfung abgesagt.
Die Aktie bewegte sich im US-Handel am Montag kaum und pendelte um 261 bis 263 Dollar. Anleger scheinen die Nachrichten bislang gelassen zu nehmen. Analysten sehen laut Marktberichten rund 26 Prozent Kurspotenzial.
Der nächste greifbare Termin ist die Berichtssaison, die diese Woche mit den US-Banken beginnt. Ob Amazon beim Decart-Deal oder im MIT-Verfahren Fakten schafft, ist offen. Eine Stellungnahme des Konzerns zur Klage steht bislang aus.
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