Amazon Aktie: Peter DeSantis baut AGI um
Amazon verkleinert seine AGI-Forschungseinheit und konzentriert sich stärker auf kundennahe KI-Angebote über AWS.

Kurz zusammengefasst
- Stellenabbau in der AGI-Sparte
- Fokus auf AWS-KI-Dienste
- Milliarden-Investition in KI-Infrastruktur
- Optimistische Analysten vor Quartalszahlen
Der Technologiekonzern Amazon baut Personal in seiner Abteilung für künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) ab. Wie Medienberichten vom 22. Juli 2026 zu entnehmen ist, markiert dieser Schritt eine strategische Neuausrichtung innerhalb der KI-Entwicklung des Unternehmens. Betroffen sind unter anderem Teams, die an den Nova-Modellen, an spezialisierten Halbleitern sowie am Quantencomputing arbeiten. Eine genaue Anzahl der betroffenen Stellen nannte das Unternehmen nicht, doch die Streichungen reihen sich in eine größere Konsolidierungswelle ein: Seit Oktober 2025 hat Amazon bereits über 30.000 Arbeitsplätze abgebaut.
Strategische Neuausrichtung in der Forschung
Der Stellenabbau erfolgt unter der Leitung von Peter DeSantis, dem Senior Vice President für Halbleiter und Quantencomputing, der die AGI-Gruppe seit Ende 2025 führt. In den vergangenen Monaten kam es in diesem Bereich bereits zu bedeutenden personellen Veränderungen. Rohit Prasad verließ das Team Ende 2025, und David Luan, der das AGI-Labor leitete, schied im Februar 2026 aus. Den Berichten zufolge verlagert Amazon den Fokus von eher spekulativer Forschung hin zu kundenorientierten KI-Tools und profitablen Diensten innerhalb seiner Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS).
Dazu gehört unter anderem eine Initiative im Umfang von einer Milliarde US-Dollar, um AWS-Ingenieure direkt bei Unternehmenskunden einzubinden und so die Implementierung von KI-Lösungen zu beschleunigen. Während das Unternehmen Personal in spezialisierten Forschungseinheiten reduziert, betonte CEO Andy Jassy wiederholt, dass künstliche Intelligenz eine „einmalige Gelegenheit“ darstelle, in die weiterhin massiv investiert werde.
Analysten erwarten starke Quartalszahlen
Die personellen Einschnitte erfolgen unmittelbar vor der Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die für den 30. Juli geplant ist. Analysten zeigen sich im Vorfeld optimistisch. Die Bank of America prognostiziert für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 198,8 Milliarden US-Dollar und einen operativen Gewinn (EBIT) von 24,1 Milliarden US-Dollar. Damit liegen die Schätzungen über dem allgemeinen Marktkonsens, der einen Umsatz von rund 196,71 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 1,82 US-Dollar erwartet.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Wachstum von AWS, für das die Experten der Bank of America einen Zuwachs von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vorhersagen. Getrieben wird diese Entwicklung maßgeblich durch die Integration von Modellen wie Anthropic Claude und das Angebot Amazon Bedrock. Laut Medienberichten soll der Auftragsbestand von AWS bereits rund 100 Milliarden US-Dollar umfassen, die direkt mit Kooperationen wie jener mit Anthropic in Verbindung stehen.
Massive Investitionen in die Infrastruktur
Trotz der aktuellen Entlassungen plant Amazon einen deutlichen Ausbau seiner Kapitalausgaben (Capex). Analysten prognostizieren für das Gesamtjahr 2026 Investitionen in einer Größenordnung von rund 200 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Diese Mittel sollen vornehmlich in den Ausbau der Rechenzentrums-Infrastruktur und die Entwicklung eigener KI-Chips wie Trainium und Inferentia fließen.
An der Börse reagierte das Papier zuletzt mit moderaten Abschlägen auf die Nachrichten über den Stellenabbau. Die Aktie notiert aktuell bei 210,45 € und verzeichnete damit ein Tagesminus von 2,03 Prozent. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche liegt der Wert seit Jahresbeginn noch mit 6,85 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 238,05 €, das Anfang Mai erreicht wurde, beträgt derzeit 11,59 Prozent. Wall-Street-Analysten bewerten die Aktie weiterhin mehrheitlich als Kaufkandidaten. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut Marktbeobachtern bei rund 319 US-Dollar, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial entspricht.
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