Amazon Aktie: Prime Air startet in Ohio
Amazon weitet sein Drohnen-Liefernetz auf Ohio aus. Der MK30-Hexacopter liefert Pakete bis 2,3 kg in 60 Minuten. Die Aktie zeigt sich stabil.

Kurz zusammengefasst
- Neue Drohnen-Standorte in Ohio
- MK30 liefert bis 2,3 kg
- Liefergebühr ab 4,99 Dollar
- Aktie nahe 52-Wochen-Hoch
Fünf Pfund Nutzlast, sechs Rotoren, 60 Minuten Lieferzeit. Amazon baut sein Drohnen-Liefernetz Prime Air massiv aus und schickt die fliegenden Pakete jetzt auch nach Cleveland und North Randall in Ohio. Der Konzern will damit den nächsten Schritt nach dem Same-Day-Versand gehen.
Erst vor einer Woche startete der Dienst in Baton Rouge, Louisiana. Dort erhielten Kunden erstmals im Bundesstaat Pakete per Drohne. Ohio ist nun die nächste Station in einer Expansion, die Amazon offenbar zügig vorantreibt.
Wie die Technik funktioniert
Im Einsatz ist der MK30, ein Hexacopter mit sechs Rotoren. Er trägt Pakete bis zu fünf Pfund, umgerechnet gut 2,3 Kilogramm. Nach Unternehmensangaben deckt dieses Gewichtslimit rund 90 Prozent des gesamten Amazon-Sortiments ab.
In Baton Rouge fliegt die Drohne innerhalb eines Radius von 7,5 Meilen um das lokale Logistikzentrum. Prime-Mitglieder zahlen 4,99 Dollar pro Lieferung, Nicht-Mitglieder 9,99 Dollar. Die Maschine fliegt in mehr als 200 Fuß Höhe und erkennt Hindernisse wie Menschen, Haustiere oder Stromleitungen über eingebaute Sensoren.
Kurs zwischen Rekordnähe und Konsolidierung
Am Aktienmarkt bleibt die Amazon-Aktie derzeit relativ ruhig. Zum Handelsschluss am Freitag stand der Kurs bei 214,85 Euro, ein Plus von 11,14 Prozent seit Jahresbeginn. Auf Monatssicht legte das Papier um 4,22 Prozent zu, bleibt aber 9,75 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 238,05 Euro aus dem Mai.
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet rund 2,31 Billionen Euro. Erst kürzlich hat Amazon eine Anleihe über 25 Milliarden Dollar platziert. Das Kapital soll den Ausbau von Logistik-Infrastruktur und Künstlicher Intelligenz finanzieren.
Analysten von Goldman Sachs bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Sie verweisen dabei auf die Effizienzgewinne, die aus den hohen Investitionsausgaben resultieren sollen.
Technische Lage bleibt neutral
Der Relative-Stärke-Index über 14 Tage steht bei 52,6. Das signalisiert weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation. Die Aktie notiert derzeit 1,90 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 219,02 Euro, liegt aber 6,84 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 201,09 Euro.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die Quartalszahlen, die Ende Juli erwartet werden. Der Markt rechnet mit deutlichen Umsatzimpulsen aus dem Prime-Day-Event im Juni sowie mit anhaltendem Wachstum bei der Cloud-Sparte AWS. Wie stark die milliardenschweren Logistik-Investitionen bislang auf die operativen Margen drücken, dürfte der Bericht erstmals konkreter zeigen.
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