Amazon Aktie: UPS und FedEx fallen um 9–10%
Amazon öffnet seine Logistikplattform für Dritte und tritt damit in direkte Konkurrenz zu den etablierten Paketdiensten.

Kurz zusammengefasst
- Logistiknetz wird externen Firmen geöffnet
- Transportkosten bis zu 25 Prozent niedriger
- UPS- und FedEx-Aktien brechen deutlich ein
- Starke Quartalszahlen untermauern Expansion
Amazon baut sein Logistiknetz zum eigenständigen Geschäft aus. Mit dem Start von Amazon Supply Chain Services öffnet der Konzern seine gesamte Lieferkette für externe Unternehmen — und versetzt die Aktien der etablierten Paketriesen in Turbulenzen.
Ein Netz für alle
Das neue Angebot bündelt Frachtverkehr, Lagerhaltung, Fulfillment und Paketversand in einer einzigen Plattform. Jedes Unternehmen kann sie nutzen — unabhängig davon, ob es auf Amazon verkauft. Rund 80.000 Trailer, mehr als 100 Frachtflugzeuge und ein weltweites Netz aus Lagern und Sortierzentren stehen dahinter.
Amazon verspricht Transportkosten, die bis zu 25 Prozent unter dem Marktdurchschnitt liegen. Procter & Gamble, 3M, Lands‘ End und American Eagle Outfitters gehören zu den ersten Kunden.
Das Parallelprogramm zu AWS liegt auf der Hand. Amazons Cloud-Sparte begann als interne Infrastruktur — und wurde zum profitabelsten Segment des Konzerns. Nun könnte Logistik denselben Weg gehen.
Konkurrenz unter Druck
UPS-Aktien verloren nach der Ankündigung knapp zehn Prozent. FedEx büßte mehr als neun Prozent ein. Kein Wunder: UPS erzielte in den vergangenen zwölf Monaten allein rund 89 Milliarden Dollar Umsatz — ein Markt, in den Amazon nun offen einsteigt.
Allerdings mahnen einige Branchenbeobachter zur Gelassenheit. Amazon konkurriere schon länger im Logistikbereich, der Schritt sei „ein inkrementeller Fortschritt eines Risikos, das seit Jahren existiert“. Die entscheidende Frage: Kann Amazon freie Kapazitäten in Trailern, Flugzeugen und Lagern mit Drittvolumen zu attraktiven Margen füllen, ohne das Kernversprechen im E-Commerce zu gefährden?
Starke Zahlen als Rückenwind
Der Logistikschritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Amazons Zahlen kaum besser sein könnten. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Nettoumsätze um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis kletterte auf 23,9 Milliarden Dollar, nach 18,4 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
AWS wuchs um 28 Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar — das stärkste Wachstum seit 15 Quartalen. Für das zweite Quartal erwartet Amazon Erlöse zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar. Der Marktkonsens lag zuvor bei 189,2 Milliarden Dollar.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 232 Euro und damit knapp unter ihrem gestrigen 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht hat sie rund 39 Prozent zugelegt.
Ein Wermutstropfen bleibt: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate fiel auf 1,2 Milliarden Dollar — von zuvor 25,9 Milliarden. Treiber sind massive Investitionen in Infrastruktur. Für 2026 plant Amazon Kapitalausgaben von rund 200 Milliarden Dollar. Das ist der Preis für den Angriff auf eine Branche, die FedEx und UPS jahrzehntelang unter sich aufgeteilt haben.
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