Amazon drückt beim Ausbau von KI und Cloud-Infrastruktur aufs Tempo – und setzt dafür Milliarden in Bewegung. Gleich zwei große Ankündigungen in Europa und bei OpenAI schieben das Thema nach vorn. Doch was kostet dieser Wachstumskurs kurzfristig?
Spanien als europäischer Ausbau-Hub
Auf dem MWC26 in Barcelona kündigte Amazon eine Investition von 33,7 Milliarden Euro in Spanien an. Im Fokus: neue Rechenzentrums- und Cloud-Kapazitäten, ausdrücklich mit Blick auf Anwendungen rund um künstliche Intelligenz. Laut Unternehmen kommt das Geld in die AWS-Region in Aragón und soll Europas Nachfrage nach Cloud- und KI-Leistung bedienen.
Bemerkenswert ist vor allem die Größenordnung: Die neuen Pläne legen 18 Milliarden Euro obendrauf, zusätzlich zu 15,7 Milliarden Euro, die bereits 2024 kommuniziert wurden. Unterm Strich verdoppelt Amazon damit seine zuvor genannte Verpflichtung für Spaniens Cloud- und KI-Infrastruktur.
Amazon verbindet den Ausbau mit handfesten Wirtschaftsversprechen: Bis 2035 soll das Projekt laut Schätzung 31,7 Milliarden Euro zum spanischen BIP beitragen und jährlich rund 29.900 Vollzeitäquivalente stützen. Zusätzlich plant der Konzern Lieferketten-Standorte, darunter eine Serverfertigung sowie ein Zentrum für Montage und Reparatur von KI/ML-Servern – in Aragón sollen dadurch weitere 1.800 Jobs entstehen.
OpenAI-Deal und ARK-Kauf: Rückenwind für die Story
Nur wenige Tage vor dem Spanien-Update meldeten OpenAI und Amazon eine mehrjährige Partnerschaft. Amazon will dabei bis zu 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren – 15 Milliarden US-Dollar zunächst, weitere 35 Milliarden US-Dollar später, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Operativ soll AWS als exklusiver Drittanbieter für die Cloud-Distribution von „OpenAI Frontier“ dienen, einer Plattform für fortgeschrittene Unternehmensanwendungen. Parallel erweitern beide Seiten ihre bestehende Compute-Vereinbarung: Über acht Jahre sollen zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar in Rechenleistung fließen, OpenAI sagt dabei Kapazitäten im Umfang von rund 2 Gigawatt Trainium über AWS zu.
Die Nachrichten fielen in eine Woche, in der auch ARK Invest aktiv wurde: Die Investmentgesellschaft kaufte 66.934 Aktien im Volumen von rund 14,5 Millionen US-Dollar und verteilte sie auf mehrere ETFs.
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Zahlen gut – Capex als Preis
Operativ lieferte Amazon zuletzt solide Impulse: Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 14% auf 213,4 Milliarden US-Dollar, das operative Ergebnis kletterte von 21,2 auf 25 Milliarden US-Dollar. AWS wuchs dabei um 24%.
Gleichzeitig wird klar, warum der Markt trotz KI-Euphorie genau hinschaut: Amazon plant 200 Milliarden US-Dollar an Investitionen (Capex) in diesem Jahr. Der freie Cashflow der letzten zwölf Monate sank zudem deutlich – von 47,74 Milliarden US-Dollar (Q3 2024) auf 11,19 Milliarden US-Dollar (Q4 2025). Steigen die Investitionen weiter, könnte der freie Cashflow 2026 sogar ins Negative drehen.
Auch an der Börse spiegelt sich dieses Spannungsfeld: Über die letzten 7 Tage legte die Aktie zwar 6,63% zu, auf 30 Tage steht jedoch ein Minus von 7,01%.
Gegenwind: Regulierung und geopolitische Risiken
Neben dem Investitionsprogramm laufen mehrere Belastungsfaktoren. In den USA ist für Oktober 2026 ein wichtiges Kartellverfahren der Federal Trade Commission angesetzt. Im Zentrum stehen Vorwürfe rund um „Project Nessie“, einen mutmaßlichen Preisalgorithmus, sowie mögliche monopolistische Praktiken im Marktplatzgeschäft.
In Europa prüft die EU-Kommission seit November 2025 im Rahmen des Digital Markets Act, ob AWS als „Gatekeeper“ eingestuft werden sollte. Zudem wurden im Umfeld geopolitischer Spannungen Berichte über Drohnenangriffe auf Amazon-Datenanlagen in Dubai erwähnt.
Unterm Strich setzt Amazon klar auf Größe als Vorteil: Mehr Rechenzentren in Europa und ein engerer Schulterschluss mit OpenAI sollen AWS im KI-Zeitalter weiter nach vorn bringen. Der Preis ist hoch – und 2026 dürfte sich zeigen, ob die Kundennachfrage die zusätzlichen Kapazitäten schnell genug auslastet, um die steigenden Investitionen beim Cashflow zu rechtfertigen.
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