Amazon: AWS-Backlog springt auf 364 Milliarden
Amazon Web Services verzeichnet stärkstes Wachstum seit fast vier Jahren. KI-Nachfrage und eigene Chips treiben den Cloud-Riesen an.

Kurz zusammengefasst
- Stärkstes AWS-Wachstum seit 2022
- KI-Infrastruktur als Haupttreiber
- Eigene Chips voll ausgelastet
- Werbung überschreitet 70-Milliarden-Marke
398 Nettobestellungen? Nein — aber eine Zahl, die ähnlich aufhorchen lässt: 28 Prozent Wachstum bei Amazon Web Services im ersten Quartal 2026. Das ist die stärkste Beschleunigung des Cloud-Geschäfts seit fast vier Jahren — und sie kam für viele Analysten überraschend.
Erwartet hatten sie rund 25 Prozent. Herausgekommen sind 28 Prozent, bei einem Quartalsumsatz von 37,6 Milliarden Dollar. CEO Andy Jassy betonte, dass AWS inzwischen auf einen annualisierten Umsatz von 150 Milliarden Dollar kommt — und das bei einer Basis, die deutlich größer ist als beim letzten vergleichbaren Wachstumsschub im Jahr 2022.
Rückenwind durch KI-Nachfrage
Der Treiber ist klar: Unternehmen investieren massiv in KI-Infrastruktur, und AWS profitiert davon überproportional. Das zeigt sich vor allem im Auftragsbestand. Der AWS-Backlog sprang zum Quartalsende auf 364 Milliarden Dollar — von 244 Milliarden im Vorquartal. Noch nicht eingerechnet ist dabei ein kürzlich geschlossenes Mehrjahresabkommen mit Anthropic im Wert von über 100 Milliarden Dollar.
Die KI-spezifischen Dienste des Konzerns generieren mittlerweile einen annualisierten Umsatz von mehr als 15 Milliarden Dollar.
Eigene Chips als strategischer Hebel
Amazons hauseigene Chip-Entwicklung gewinnt an Gewicht. Die Produktlinien Graviton und Trainium kommen zusammen auf einen jährlichen Umsatz von über 20 Milliarden Dollar. Meta hat sich verpflichtet, Dutzende Millionen Graviton-CPUs für die Infrastruktur hinter seinen KI-Agenten einzusetzen — ein Signal, das über einen einzelnen Deal hinausweist.
Der neue Trainium3-Chip ist seit Anfang 2026 in Auslieferung und bereits nahezu vollständig ausgebucht. Für den Nachfolger Trainium4, der in etwa 18 Monaten breit verfügbar sein soll, haben Kunden schon jetzt einen Großteil der Kapazitäten reserviert.
Werbung wächst, Kosten auch
Amazons Werbegeschäft überschritt erstmals die Marke von 70 Milliarden Dollar auf Zwölfmonatsbasis. Im ersten Quartal wuchs das Segment um 24 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Im nordamerikanischen Einzelhandel verbesserte sich die operative Marge auf 9,0 Prozent — getrieben durch effizientere Logistik und den Ausbau der Same-Day-Delivery.
Das Wachstum hat seinen Preis. Die Investitionsausgaben stiegen im Quartal um 76 Prozent auf 43,2 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow auf Zwölfmonatsbasis brach um 95 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ein. Für das Gesamtjahr 2026 hält Amazon an einem Investitionsbudget von rund 200 Milliarden Dollar fest — der Löwenanteil fließt in Rechenzentren und eigene Hardware.
Ausblick und Kursbild
Für das zweite Quartal erwartet Amazon einen Nettoumsatz zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 16 bis 19 Prozent entspricht. Das operative Ergebnis soll zwischen 20 und 24 Milliarden Dollar liegen — die Prognose setzt voraus, dass das jährliche Prime-Day-Event im zweiten Quartal stattfindet.
Die Aktie notiert mit 225,30 Euro nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent zugelegt. Der Markt preist die AWS-Beschleunigung bereits ein — ob der Backlog von 364 Milliarden Dollar auch in entsprechende Umsätze mündet, wird die Bewertung auf Dauer rechtfertigen müssen.
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