AMD Aktie: Broadcom-Schock kostet 4 Prozent
Broadcoms schwache Zahlen lösen Kursverluste bei AMD und anderen Halbleiterwerten aus. Der KI-Trend bleibt intakt.

Kurz zusammengefasst
- Broadcom verfehlt Umsatzerwartungen deutlich
- AMD-Aktie fällt um rund vier Prozent
- Kursrückgang nach jüngstem Rekordhoch
- KI-Wachstumsnarrativ bleibt ungebrochen
Der Auslöser kam nicht von AMD selbst. Broadcom verfehlte die Umsatzerwartungen — und der gesamte Halbleitersektor zahlte dafür den Preis.
Am Donnerstag, 4. Juni, brachen Broadcom-Aktien im vorbörslichen Handel um 15 Prozent ein. AMD fiel dabei um rund 4 Prozent. Qualcomm ebenso. Micron und Marvell verloren sogar rund 7 Prozent. Ein klassischer Sektor-Selloff: Eine Enttäuschung reicht, um die gesamte Branche neu zu bepreisen.
Rekordhoch, dann Rückzug
AMD hatte erst am 3. Juni ein 52-Wochen-Hoch von 471,00 Euro markiert. Aktuell notiert die Aktie bei 439,00 Euro — gut 6,8 Prozent darunter. Das klingt nach einer kleinen Korrektur. Im Kontext des Jahres ist es das auch: Seit Jahresbeginn hat AMD rund 130 Prozent zugelegt.
Wer die Aktie über zwölf Monate hält, sitzt auf einem Plus von mehr als 330 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt über 100 Prozent. Bei solchen Bewertungsaufschlägen braucht es keinen AMD-spezifischen Fehler, damit Anleger Gewinne mitnehmen. Ein Broadcom-Miss genügt.
Was AMD zuletzt geliefert hat
Das erste Quartal 2026 war stark. AMD meldete Anfang Mai einen Umsatz von 10,3 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar — getragen von EPYC-Prozessoren und steigenden Instinct-GPU-Lieferungen.
Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie lag bei 1,37 Dollar. Die operative Marge auf Non-GAAP-Basis erreichte 55 Prozent. Kein Wunder, dass Investoren die Aktie auf ein KI-Infrastruktur-Narrativ eingepreist haben.
Kurz vor dem Selloff trat CFO Jean Hu auf der Bank of America Global Technology Conference auf. Sie beschrieb den Übergang von KI-Training zu Inferenz als intakten Wachstumstrend. Das operative Bild hat sich also nicht verändert — nur die Bereitschaft des Marktes, dafür hohe Multiples zu zahlen.
Juli als nächster Prüfstein
AMD hat für den 22. und 23. Juli 2026 die Veranstaltung „Advancing AI 2026″ in San Francisco angekündigt. Das ist der nächste konkrete Termin, an dem das Unternehmen sein KI-Infrastrukturprogramm öffentlich darstellen wird.
Bis dahin bleibt die Frage offen, wie viel Rückenwind der Sektor nach dem Broadcom-Schock noch hat. Der heutige Rückgang von 2,7 Prozent auf 439,00 Euro zeigt: Das KI-Chip-Narrativ ist nicht gebrochen. Aber nach einem Lauf von über 330 Prozent in zwölf Monaten reicht eine Peer-Enttäuschung, um die Nerven zu testen.
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