AMD Aktie: CLSA hebt Kursziel auf 710 Dollar
AMD sieht bis 2027 starkes Rechenzentrumswachstum, doch Engpässe bei KI-Komponenten bremsen den Hochlauf und Analysten bleiben uneinheitlich.

Kurz zusammengefasst
- KI-Markt könnte bis 2030 Billionenvolumen erreichen
- Rechenzentrumsumsatz soll sich verdoppeln
- CLSA hebt AMD-Kursziel deutlich an
- Lieferprobleme belasten MI450-Hochlauf
Ambitionierte Prognosen für das Rechenzentrum
Am Dienstag unterstrich Finanzchefin Jean Hu auf der Citi Global TMT Conference 2026 das immense Potenzial des Halbleiterherstellers. Laut Hu könnte der gesamte adressierbare Markt für Künstliche Intelligenz (KI) bis zum Jahr 2030 ein Volumen von zwei bis drei Billionen US-Dollar erreichen. AMD positioniert sich dabei verstärkt als Herausforderer im High-End-Segment der Chipbranche.
Medienberichten zufolge rechnet das Management damit, dass sich der Umsatz im Bereich der Rechenzentren bis zum Jahr 2027 auf rund 70 Milliarden US-Dollar verdoppeln könnte. Diese Einschätzung knüpft an die Ergebnisse des zweiten Quartals an, in dem AMD bereits einen Umsatz von 11,54 Milliarden US-Dollar auswies.
Dennoch dämpfte Hu die Erwartungen kurzfristig leicht ab: Für den Hochlauf des MI450-Chips gebe es weiterhin Engpässe in der Lieferkette, insbesondere bei Wafern, HBM-Speicher, Substraten und fortschrittlichen Gehäusetechnologien.
Analysten heben die Kursziele an
Die strategische Ausrichtung findet Anklang bei institutionellen Beobachtern. Am Mittwoch hob das Analysehaus CLSA das Kursziel für AMD von 575 auf 710 US-Dollar an und behielt die Einstufung „Outperform“ bei. Die Experten begründeten diesen Schritt primär mit den positiven Aussichten für die MI-455 Grafikprozessoren. Im Gegensatz dazu stufte Zacks Research das Papier am 3. September von „Strong Buy“ auf „Hold“ herab.
Neben der Hardware für Rechenzentren treibt das Unternehmen die Integration von KI in Endgeräte voran. Am vergangenen Freitag präsentierte AMD auf der IFA in Berlin neue Prozessoren für den persönlichen Einsatz. Die Chips Ryzen AI Halo und Threadripper Halo Station sollen lokales KI-Computing direkt auf den Geräten der Nutzer ermöglichen und so eine neue Wachstumsphase einleiten.
Markt reagiert mit Kursrücksetzern
Trotz der optimistischen Langzeitprognosen verzeichnete der Titel im gestrigen Handel Verluste. Das Papier gab am Donnerstag um 2,9 Prozent nach und schloss bei einem Kurs von 433,95 Euro. Marktteilnehmer werteten dies als kurzfristige Gewinnmitnahme nach einer starken Handelsphase in den vorangegangenen Tagen.
Auf längere Sicht gehört AMD jedoch weiterhin zu den Spitzenreitern am Halbleitermarkt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für Anleger auf 136 Prozent.
Die operative Entwicklung zeigt, dass AMD versucht, die Abhängigkeit vom klassischen PC-Markt weiter zu reduzieren und sich stattdessen als zentrale Säule der globalen KI-Infrastruktur zu etablieren. Ob die anvisierten Umsatzziele für 2027 erreicht werden, dürfte maßgeblich von der Entspannung der globalen Lieferketten für KI-Komponenten abhängen.
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