AMD Aktie: KGV 153 nach 68-Prozent-Rally
Starke Quartalszahlen und neue Kreditlinie treiben AMD, doch die hohe Aktienbewertung sorgt für Zurückhaltung bei Analysten.

Kurz zusammengefasst
- Neue 5-Milliarden-Kreditlinie vereinbart
- Quartalsgewinn übertrifft Erwartungen deutlich
- Rechenzentrumsumsatz steigt um 57 Prozent
- Aktienkurs fällt trotz positiver Analystenstimmen
AMD hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Der Chipkonzern verbindet starke Quartalszahlen mit neuer Finanzierungskraft und einer klaren KI-Story. Genau diese Mischung treibt die Aktie seit Wochen. Nun kommt die Bewertung ins Spiel.
Kreditlinie stärkt den Spielraum
AMD vereinbarte zum 14. Mai eine unbesicherte revolvierende Kreditlinie über 5 Milliarden Dollar mit fünf Jahren Laufzeit. JPMorgan Chase Bank agiert als Verwaltungsstelle. Die Linie ersetzt die frühere Vereinbarung und soll allgemeine Unternehmenszwecke abdecken.
Wichtig ist die Flexibilität. AMD kann Mittel ziehen, tilgen und erneut abrufen. Das ist kein Notfallinstrument. Es verschafft dem Konzern Spielraum, während die Investitionen in KI-Infrastruktur weiter steigen.
Starkes Quartal nährt KI-Erzählung
Im ersten Quartal erzielte AMD einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,37 Dollar. Erwartet waren 1,29 Dollar. Der Umsatz erreichte 10,25 Milliarden Dollar.
Der Konzern lag auch beim Umsatz über den Markterwartungen. Besonders stark lief das Rechenzentrumsgeschäft: Die Erlöse stiegen um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn hat sich nahezu verdoppelt.
Der eigentliche Kurstreiber liegt in der KI-These. Bei agentischer KI verschiebt sich laut AMD das Verhältnis von CPUs zu GPUs. Früher lag es häufig bei 1 zu 4 oder 1 zu 8. Heute sieht AMD eher 1 zu 1.
Für AMD ist das zentral. Der Konzern ist nicht nur bei Grafikchips aktiv, sondern auch stark bei klassischen Prozessoren. Wenn KI-Anwendungen mehr CPU-Leistung brauchen, gewinnt dieses Profil an Gewicht.
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Mit dem MI450 soll ab 2027 der nächste Schub kommen. AMD peilt für das Rechenzentrumsgeschäft mindestens 80 Prozent jährliches Wachstum an. Auf Kundenseite meldete der Konzern Deals mit Meta Platforms und OpenAI.
Euphorie mit Rücksetzer
Die Euphorie zeigt sich im Kurs, aber der Freitag brachte einen Dämpfer. Die Aktie schloss bei 365,55 Euro und verlor 4,80 Prozent. Auf Wochensicht liegt sie damit leicht im Minus.
Der größere Trend bleibt auffällig. In den vergangenen 30 Tagen gewann die Aktie 68,88 Prozent. Das Rekordhoch von 389,50 Euro stammt vom 11. Mai.
Analysten reagierten mit deutlichen Zielanhebungen. Barclays hob das Kursziel auf 500 Dollar, KeyBanc auf 530 Dollar und Baird auf 625 Dollar. Mizuho erhöhte von 415 auf 515 Dollar und blieb bei einem positiven Votum. Goldman Sachs liegt mit 450 Dollar vorsichtiger, verweist aber ebenfalls auf starke KI-Nachfrage.
Die Bewertung ist der wunde Punkt. AMD handelt mit einem nachlaufenden Gewinnvielfachen von 153, während der Nasdaq Composite im Schnitt bei 42,7 liegt. UBS warnt vor starkem Wettbewerb bei KI-Servern, der Margen im x86-Geschäft drücken könnte.
Der nächste Prüfstein ist die Prognose für das zweite Quartal: AMD stellt rund 11,2 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, was etwa 46 Prozent Wachstum bedeuten würde. Hält diese Dynamik, stützt sie die hohe Prämie. Schwächen bei KI-Servern oder Exportregeln würden den Bewertungspuffer schnell kleiner machen.
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