AMD Aktie: RX 9070 GRE ab 2. Juni global
AMDs Radeon RX 9070 GRE startet global und bietet solide 1440p-Leistung, bleibt aber im Schatten des Rechenzentrumsgeschäfts.

Kurz zusammengefasst
- Globaler Launch der RX 9070 GRE
- Solide 1440p-Leistung bestätigt
- 12 GB Speicher als Schwachstelle
- Rechenzentrum dominiert AMD-Umsatz
AMD bringt die Radeon RX 9070 GRE weltweit auf den Markt. Die Grafikkarte war bislang auf China beschränkt, erreicht nun aber ab dem 2. Juni über Board-Partner auch Europa und Nordamerika. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei 549 Dollar. Für Anleger liefert der Launch einen Datenpunkt zur Gaming-GPU-Strategie des Konzerns — ein kleineres, aber messbares Segment neben dem dominierenden Rechenzentrumsgeschäft.
Mittelklasse-Karte mit 48 Compute Units
Die RX 9070 GRE nutzt die RDNA-4-Architektur und verfügt über 48 Compute Units, 12 GB GDDR6-Speicher und Taktraten bis 2,79 GHz. Damit positioniert sich die Karte zwischen der RX 9060 XT (40 CUs) und der RX 9070 (56 CUs). AMD bewirbt eine um durchschnittlich 21 Prozent höhere 1440p-Gaming-Performance gegenüber dem direkten Nvidia-Konkurrenten. Die höheren Radeon-Modelle RX 9070 und RX 9070 XT setzen auf 16 GB Speicher — ein Detail, das sich in den ersten Tests als relevant erweist.
Tom’s Hardware testete die Karte am Starttag und bescheinigte ihr solide Rasterleistung bei 1080p und 1440p sowie verbesserte Energieeffizienz. Schwächen sieht die Redaktion bei der 12-GB-Speicherausstattung, die vor allem beim Raytracing oberhalb von 1080p zum Engpass wird. Zudem bleibt Nvidias Upscaling- und Frame-Generation-Ökosystem überlegen. Das Fazit: Die RX 9070 GRE füllt eine Lücke zwischen RX 9060 XT und RX 9070 auf AMD-Seite sowie zwischen Nvidias RTX 5060 Ti und RTX 5070. Ob der Preis aggressiv genug ist, um GeForce-Käufer abzuwerben, bleibt offen.
Phoronix bestätigte zeitgleich Linux-Kompatibilität ab Werk. Die Karte lief unter Ubuntu 26.04 mit Linux 7.0 und Mesa 26.0 sowie mit dem stabilen ROCm-7.2-Compute-Stack. Für Investoren ist das relevant, weil GPU-Wettbewerbsfähigkeit zunehmend von Treibern, Software-Stacks und Entwickler-Akzeptanz abhängt — nicht nur von Silizium.
Gaming bleibt Nebenschauplatz
Die Radeon-Sparte trägt messbar zu AMDs Umsatz bei, steht aber im Schatten des Rechenzentrumsgeschäfts. Im ersten Quartal 2026 erzielte AMD einen Gesamtumsatz von 10,25 Milliarden Dollar, ein Plus von 38 Prozent im Jahresvergleich. Das Segment Client & Gaming steuerte 3,61 Milliarden Dollar bei, der Gaming-Anteil lag bei 720 Millionen Dollar — elf Prozent mehr als im Vorjahr. AMD führte das auf solide Radeon-Nachfrage zurück, teilweise kompensiert durch schwächere Semi-Custom-Erlöse.
Der Kontrast zum Rechenzentrum ist deutlich. Dort meldete AMD 5,78 Milliarden Dollar Umsatz, ein Anstieg von 57 Prozent, getrieben durch EPYC-Prozessoren und Instinct-GPU-Auslieferungen. Die RX 9070 GRE ist daher ein inkrementeller Consumer-Katalysator, nicht das Kernstück der Investment-These. Ihre Bedeutung liegt darin, ob AMD die Radeon-Relevanz verteidigen kann, während die Aufmerksamkeit der Anleger auf KI-Beschleunigern und Server-CPUs liegt.
Die AMD-Aktie notierte gestern bei 437,50 Euro, knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 444,80 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 129 Prozent zu Buche.
Marktposition gestärkt, Nvidia-Hürden bleiben
AMD erweitert mit der RX 9070 GRE sein Mittelklasse-Portfolio um eine global verfügbare Option mit glaubwürdiger 1440p-Leistung. Die ersten Reviews zeigen aber auch, dass die bekannten Wettbewerbshürden bestehen bleiben: Nvidias Software-Stack, Raytracing-Position und Entwickler-Ökosystem sind weiterhin schwer zu überwinden.
Anleger dürften den Launch als positiv für Radeon-Nachfrage und Markenwahrnehmung werten. Die Aktienbewertung wird sich aber weiterhin primär an der Execution im Rechenzentrum messen lassen — an Instinct-GPU-Auslieferungen, EPYC-Server-Momentum und der Fähigkeit, Halbleiternachfrage in profitables Wachstum zu übersetzen. Am 29. Juli folgen die Zahlen für das zweite Quartal.
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