AMD musste gestern gleich mehrere Impulse verdauen: Ein Bericht über mögliche Verzögerungen beim nächsten KI-Beschleuniger drückte die Stimmung, gleichzeitig lieferte der Konzern neue Nachrichten zu Partnerschaften und Forschung. Der Auslöser für den Kursrutsch war vor allem die Frage, ob AMDs nächste Rack-Scale-Plattform wirklich wie geplant 2026 in nennenswerten Stückzahlen kommt.
Wichtige Punkte im Überblick:
– Bericht: Produktionsprobleme beim Instinct MI455X, Massenfertigung angeblich erst ab Q2 2027
– AMD widerspricht: Auslieferungen weiterhin für das zweite Halbjahr 2026 geplant
– Partnerschaft: Ausbau mit TCS für ein 200-MW-Deployment in Indien
– Zusatznews: Quantum-Computing-Testlauf mit Comcast und Classiq
Bericht setzt den Ton
Ein Bericht der Halbleiter-Research-Firma SemiAnalysis behauptete, AMDs Instinct-MI455X-Beschleuniger hätten Fertigungsherausforderungen, die die Produktionsmengen 2026 begrenzen würden. Demnach sollten Engineering Samples und eine erste, niedrigvolumige Produktion eines Rack-Scale-Systems auf MI455X-Basis erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 eintreffen. Die Massenproduktion sehe der Bericht sogar erst ab dem zweiten Quartal 2027.
An der Börse kam das schlecht an: Die Aktie verlor gestern knapp 5% und baute damit den Rückgang seit Jahresbeginn aus. Das Handelsvolumen blieb erhöht, weil Investoren die Bedeutung für AMDs Position im KI-Rechenzentrumsmarkt im Vergleich zu Nvidia abwogen.
AMD kontert – und nennt einen Termin
AMD wies die Verzögerungsdarstellung schnell zurück. Anush Elangovan, Corporate Vice President Software Development, stellte die Zeitleiste öffentlich infrage und bezeichnete den Bericht in einem Social-Media-Post als „BS“. Der MI455X liege „voll im Plan“ für Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Zudem sprach Elangovan von der „schnellsten“ Umsetzung, die er beim Hochfahren („Bring-up“) einer komplexen GPU-Plattform gesehen habe. AMD hält damit auch an der Aussage fest, dass die Helios-Rack-Scale-KI-Systeme im zweiten Halbjahr 2026 ausgeliefert werden sollen.
TCS-Deal in Indien, Quanten-Testlauf
Unabhängig von der Zeitplan-Debatte meldete AMD einen deutlichen Ausbau der Zusammenarbeit mit Tata Consultancy Services (TCS). Die Kooperation soll AMDs „Helios“-Architektur nach Indien bringen – über ein 200-MW-Deployment zur Unterstützung nationaler KI-Initiativen. Laut Mitteilung basiert die Plattform auf Instinct-MI455X-GPUs, kommenden EPYC-„Venice“-CPUs und Pensando-Vulcano-NICs. TCS soll über die Tochter HyperVault AI Data Center Limited das Infrastrukturdesign mitentwickeln.
Einen weiteren Akzent setzte ein am Vortag angekündigter Quantum-Computing-Testlauf mit Comcast und Classiq. Dabei wurden Quantenalgorithmen zur Verbesserung der Robustheit von Netzwerk-Routing demonstriert. AMD Instinct GPUs dienten für beschleunigte Simulationen, parallel zur Ausführung auf Quantenhardware.
Zuletzt bleibt der Kontext wichtig: Seit dem Q4-2025-Bericht am 3. Februar schwankt die Aktie deutlich. In den Wochen danach passten mehrere Analysten ihre Kursziele an – mit Verweisen sowohl auf Chancen im KI-Beschleuniger-Geschäft als auch auf Wettbewerbsdruck. Entscheidend für die nächsten Monate wird deshalb vor allem sein, ob AMD den Helios-Fahrplan und die MI455X-Auslieferungen im zweiten Halbjahr 2026 wie angekündigt einhält.
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