AMD: Top-Manager verkaufen Aktienpakete

AMD-Führungskräfte veräußern Aktienpakete nach dem Kursanstieg, während Umsatz und Rechenzentrumsgeschäft im zweiten Quartal kräftig zulegen.

Felix Baarz ·
AMD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Manager verkaufen Aktien für über 40 Millionen Dollar
  • Transaktionen erfolgten nach festgelegten Handelsplänen
  • Rechenzentrumsumsatz steigt um 107 Prozent
  • AMD platziert Anleihe über 4,75 Milliarden Dollar

AMD-Aktionäre erleben derzeit eine Gegenbewegung: Nach einer Rally, die den Kurs binnen zwölf Monaten um 180 Prozent nach oben trieb, verkaufen mehrere Top-Manager im August umfangreiche Aktienpakete. Insgesamt kamen die Transaktionen laut SEC-Meldungen auf über 40 Millionen Dollar. Der Kurs selbst notiert aktuell bei 404,45 Euro und liegt damit 1,2 Prozent im Minus gegenüber dem Vortagesschluss von 409,35 Euro.

Mehrere Führungskräfte reduzieren Bestände

Technikchef Mark Papermaster verkaufte am 20. August 28.811 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 471,87 Dollar, was rund 13,6 Millionen Dollar entspricht. Kurz darauf, am 26. August, trennte sich EVP Forrest Norrod von 17.261 Aktien für etwa 7,9 Millionen Dollar bei einem Durchschnittspreis von 459,95 Dollar.

Auch Vorstandschefin Lisa Su verkaufte am 18. August Aktien im Bereich zwischen 475 und 485 Dollar pro Stück. Die genaue Stückzahl aus der entsprechenden Form-4-Meldung lässt sich nicht zweifelsfrei rekonstruieren.

Sämtliche Transaktionen erfolgten laut den Einreichungen im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne nach Rule 10b5-1 – ein Umstand, der die Verkäufe von spontanen Entscheidungen unterscheidet und typischerweise steuerliche oder Diversifikationsgründe hat statt eines Vertrauensverlusts in das Unternehmen.

Solche planmäßigen Verkäufe sind bei US-Führungskräften nach starken Kursanstiegen üblich und werden von Marktbeobachtern meist nicht als Warnsignal gewertet. Dennoch fällt die zeitliche Nähe zum jüngsten Kurshoch auf: Das 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro datiert vom 30. Juni 2026, und die Aktie notiert derzeit 21 Prozent darunter.

Operative Basis bleibt stark

Der Hintergrund der Verkäufe ist eine Phase außergewöhnlichen Wachstums. Im zweiten Quartal 2026, das am 27. Juni endete, meldete AMD einen Umsatz von 11,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Segment Rechenzentren legte um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zu und machte damit 58 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,66 Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 1,55 Dollar deutlich.

Für das dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar in Aussicht, ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Vorstandschefin Lisa Su erklärte auf der Telefonkonferenz zu den Zahlen, die Rechenzentrumsumsätze würden sich in der zweiten Jahreshälfte 2026 beschleunigen und für weiteres Gewinnwachstum sorgen. Sie rechnet zudem mit einem Wachstum der Server-CPU-Umsätze von über 80 Prozent im zweiten Halbjahr 2026.

Zusätzliche Kapitalmaßnahmen und strategische Schritte

Parallel zu den Insiderverkäufen hat AMD Mitte August eine Anleihe über 4,75 Milliarden Dollar platziert, aufgeteilt auf vier Laufzeiten mit einem gewichteten Durchschnittskupon von rund 5,04 Prozent.

Die Bruttoverschuldung des Unternehmens steigt dadurch von rund 3,3 Milliarden Dollar zum Ende des zweiten Quartals auf etwa 8,05 Milliarden Dollar. Die Mittel sollen allgemeinen Unternehmenszwecken dienen – vermutlich auch dem Ausbau der Fertigungs- und Lieferkapazitäten für KI-Beschleuniger.

Anfang August übernahm AMD zudem den in Toronto ansässigen KI-Inferenz-Spezialisten Taalas, dessen Technologie Engpässe bei Rechenleistung und Speicher in KI-Workloads reduzieren soll. Finanzielle Details der Übernahme wurden nicht offengelegt.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Operativ liefert AMD, unterlegt durch Wachstumsraten im Rechenzentrumsgeschäft, die kaum ein Wettbewerber vorweisen kann. Die Aktie selbst notiert derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 440,60 Euro, während der RSI mit 45,2 auf keine überkaufte Lage hindeutet. Die Insiderverkäufe dürften angesichts der laufenden Handelspläne kaum als Signal gegen die fundamentale Wachstumsstory zu lesen sein.

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AMD Aktie

410,15 EUR

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KGV 116,31
KUV 18,55
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 782,25 Mrd. USD
Ø Kursziel 613,09 USD
ISIN: US0079031078 WKN: 863186

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