Amrize Aktie: EBITDA-Ziel auf 3,1 bis 3,2 Milliarden USD gesenkt
Amrize senkt wegen hoher Fracht- und Dieselkosten die EBITDA-Prognose. Die Aktie verliert fast zehn Prozent, Analysten bleiben dennoch zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch um 9,56 Prozent
- EBITDA-Ziel für 2026 gesenkt
- Umsatzprognose leicht angehoben
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
Amrize sah sich am Freitag an der Börse mit einem deutlichen Abverkauf konfrontiert, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt und die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angepasst hatte. Höhere Ausgaben für Diesel und Fracht belasten die Profitabilität des Baustoffkonzerns stärker als zuvor erwartet. Die Aktie verzeichnete am Freitag einen Rückgang von 9,56 Prozent und schloss bei einem Kurs von 40,38 Euro.
Umsatzwachstum trifft auf Margendruck
Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Amrize konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 3,49 Milliarden USD steigern. Das organische Wachstum belief sich dabei auf 6,7 Prozent. Auch das bereinigte EBITDA legte zu und erreichte 986 Millionen USD, was einem Plus von 5,8 Prozent entspricht. Trotz dieser Zuwächse blieb das Ergebnis hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück.
Als Reaktion auf die massive Kosteninflation bei Logistik und Kraftstoffen passte die Unternehmensführung ihre Zielsetzungen für das laufende Jahr an. Während die Umsatzprognose auf eine Spanne von 12,5 bis 12,7 Milliarden USD angehoben wurde, musste das Ziel für das bereinigte EBITDA reduziert werden. Hier rechnet Amrize nun mit einem Wert zwischen 3,1 und 3,2 Milliarden USD. Medienberichten zufolge sind vor allem die gestiegenen Frachtraten und Dieselpreise die Hauptursachen für diese vorsichtigere Einschätzung.
Analysten halten an Kaufempfehlungen fest
Trotz der aktuellen Kursreaktion und des Margendrucks bewerten Experten die langfristigen Aussichten des Konzerns weiterhin positiv. Martin Hüsler, Analyst der Zürcher Kantonalbank, belässt die Einstufung für Amrize auf „Übergewichten“. Er sieht im Vergleich zu Wettbewerbern aus den USA ein Aufwärtspotenzial von über 30 Prozent für den Wert.
Auch Mark Diethelm vom Analysehaus Vontobel bestätigte am Freitag seine Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 53 CHF. Er begründet die derzeit schwächere Profitabilität im Segment für Baustoffe vor allem mit einer zeitlichen Verzögerung. Demnach könnten die gestiegenen Rohstoffpreise erst mit einem gewissen Verzug durch eigene Preisanpassungen an die Kunden weitergegeben werden. Durch die jüngsten Kursverluste summiert sich das Minus der Aktie seit Jahresbeginn inzwischen auf 13,92 Prozent.
Expansion und Modernisierung im Fokus
Unabhängig von der kurzfristigen Ergebnisentwicklung treibt Amrize seine strategische Aufstellung voran. Am 20. Juli gab das Unternehmen die Übernahme von Rapid Redi-Mix bekannt. Durch den Zukauf des in Dallas-Fort Worth ansässigen Betriebs erweitert der Konzern seine Kapazitäten im Bereich Transportbeton im US-Bundesstaat Texas. Parallel dazu wurde im Juni ein umfangreiches Modernisierungsprojekt für ein Zementwerk im Raum Montreal angekündigt, das zur fortschrittlichsten Anlage im Osten Kanadas ausgebaut werden soll.
Für Anleger stehen zudem kurzfristige Kapitalrückflüsse an. Der Verwaltungsrat deklarierte am Donnerstag eine Quartalsdividende in Höhe von 0,11 USD je Aktie. Die Auszahlung erfolgt am 26. August. Der nächste wichtige Termin im Finanzkalender ist der 3. November, an dem das Unternehmen die detaillierten Ergebnisse für das dritte Quartal präsentieren will.
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