Ams Osram Aktie: 1-Milliarde-Emission senkt Zinsen
Ams Osram platziert erfolgreich eine Milliardenanleihe, um teure Schulden zu tilgen und jährlich 40 Millionen Euro Zinsen zu sparen.

Kurz zusammengefasst
- Größte High-Yield-Anleihe seit fünf Jahren
- Jährliche Zinsersparnis von 40 Millionen Euro
- Free Cashflow dreht ins Positive
- Verkauf an Infineon wird geprüft
Was mit über 12 Prozent Zinsen begann, wird jetzt zu einem Preis von 7,25 Prozent umgeschuldet. Ams Osram hat eine Anleihe über eine Milliarde Euro platziert – die größte unbesicherte High-Yield-Emission mit Single-B-Rating in Europa seit fünf Jahren. Ein klares Signal, dass die Investoren dem Umbau des Lichtspezialisten vertrauen.
Aktuell steht die Aktie bei 20,60 Euro. Das sind rund 4,8 Prozent mehr als am Vortag. Seit Jahresbeginn hat sich der Wert mehr als verdoppelt: plus 142 Prozent.
40 Millionen Euro Zinsersparnis
Das Ziel der Emission ist klar. Ams Osram will teure Schulden ablösen. Eine US-Dollar-Anleihe mit 12,25 Prozent wird vollständig zurückgezahlt, eine Euro-Anleihe mit 10,50 Prozent teilweise. Ab 2027 spart der Konzern damit jährlich rund 40 Millionen Euro Zinskosten.
Die neue Anleihe läuft bis 2032. Das Geld fließt direkt in die Bilanzbereinigung – ein zentraler Schritt, um ab 2027 ohne weitere Verkäufe positiven Free Cashflow zu erzielen.
Operativ läuft es besser
Der Konzern konzentriert sich auf margenstarke Produkte: hochauflösende LED-Systeme für Autoscheinwerfer, Sensoren für smarte Geräte. Im ersten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 796 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 16,5 Prozent. Das Kerngeschäft wuchs vergleichbar um 9 Prozent.
Besonders wichtig: Der Free Cashflow drehte auf 37 Millionen Euro positiv – nach einem Abfluss im Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit über 300 Millionen Euro freiem Cashflow.
Die Integration von Microsoft Copilot in die Halbleiterentwicklung soll die Effizienz weiter steigern. Die Aktionäre haben den Kurs auf der Hauptversammlung im Juni mit deutlicher Mehrheit bestätigt.
Nächster Schritt: Verkauf an Infineon
Parallel treibt Ams Osram den Umbau über Verkäufe voran. Das nicht-optische Sensorgeschäft soll für 570 Millionen Euro an Infineon gehen. Der Deal wird derzeit vom Bundeskartellamt geprüft. Eine Entscheidung steht noch im laufenden Quartal an. Selbst ohne diesen Erlös, so die Prognose des Vorstands, soll 2027 ein positiver Free Cashflow stehen.
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