Ams Osram Aktie: 805 Millionen Euro übertreffen Erwartungen

ams-OSRAM übertrifft mit 805 Mio. Euro Umsatz die Prognosen und treibt die microLED-Technologie für AR-Brillen voran, während der Aktienkurs seit Jahresbeginn stark zulegt.

Dr. Robert Sasse ·
Abstrakte Darstellung von Hochtechnologie und Halbleiterfertigung in einem professionellen Laborumfeld. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz übertrifft Markterwartungen
  • microLED-Fertigung für AR-Brillen angekündigt
  • Verkauf von Sensorgeschäft an Infineon
  • Aktie seit Jahresbeginn stark gestiegen

ams-OSRAM hat am Dienstag Zahlen vorgelegt, die die Markterwartungen übertroffen haben. Der Konzernumsatz erreichte im zweiten Quartal 2026 mit 805 Millionen Euro das obere Ende der eigenen Prognosespanne. Analysten hatten mit einem schwächeren Ergebnis gerechnet.

Getragen wurde das Wachstum von den Halbleiterbereichen Automotive und Industrie sowie vom Geschäft mit Autolampen. Diese Sparten konnten den Wegfall von Umsätzen aus dem zuvor veräußerten Speziallampengeschäft weitgehend kompensieren.

Zusätzlich prägte der kürzlich abgeschlossene Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon Technologies die Ergebnisstruktur, da die entsprechende Dekonsolidierung die Vergleichbarkeit mit früheren Quartalen verändert.

Neues Zukunftsfeld: microLED für AR-Brillen

Parallel zur Quartalsvorlage kündigte ams-OSRAM per Ad-hoc-Mitteilung an, die Fertigung von microLED-Arrays für die nächste Generation von Augmented-Reality-Smart-Brillen vorzubereiten. Damit positioniert sich der Konzern in einem Wachstumsfeld, das über das klassische Automotive- und Industriegeschäft hinausgeht und zusätzliches Umsatzpotenzial abseits der bisherigen Kerngeschäfte eröffnen soll.

Die Investmentgesellschaft Alpine Select kommentierte die laufende Restrukturierung des Konzerns und wies darauf hin, dass ein möglicher Verkauf des microLED-Produktionsstandorts in Malaysia die Bilanz weiter stärken und eine bestehende Unterbewertung am Markt abbauen könnte. Ein solcher Schritt würde die Kapitalstruktur weiter entlasten, nachdem der Konzern mit dem Infineon-Deal bereits einen wesentlichen Teil seines Portfolios neu geordnet hat.

Führungswechsel bleibt aus

Bereits Ende Juli hatte der Aufsichtsrat für Kontinuität an der Spitze gesorgt: Das Mandat von Vorstandsvorsitzendem Aldo Kamper wurde vorzeitig um fünf Jahre bis 2031 verlängert. Für Anleger signalisiert dies, dass der eingeschlagene Strategiekurs – Fokussierung auf Halbleiter, Ausbau von microLED und Portfoliobereinigung durch Verkäufe – fortgesetzt werden soll, ohne dass ein Führungswechsel zusätzliche Unsicherheit schafft.

Kursreaktion und Bewertung

Der Aktienkurs hat die positive Nachrichtenlage der vergangenen Wochen bereits zu einem erheblichen Teil eingepreist: Seit Jahresanfang steht das Papier mit 141 Prozent im Plus.

Zum Wochenschluss am Freitag notierte die Aktie bei 20,30 Euro und damit weiterhin deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,29 Euro, was auf einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro, erreicht Ende Mai, fehlen der Aktie derzeit noch rund 24 Prozent.

Automatisierte Performance-Analysen bewerten die Aktie derzeit allerdings mit einem schwachen „D-Rating“, was angesichts der fundamentalen Fortschritte bei Umsatz und Portfoliobereinigung im Kontrast zur operativen Entwicklung steht.

Für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Wachstumsimpulse aus dem microLED-Geschäft und den Kernsparten Automotive und Industrie in den kommenden Quartalen fortsetzen lassen, nachdem die Sondereffekte aus den Portfolioverkäufen weitgehend verarbeitet sind.

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ams-OSRAM Aktie

16,32 CHF

– 1,93 CHF -10,58 %
KGV
KUV 0,57
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 1,89 Mrd. EUR
ISIN: AT0000A3EPA4 WKN: A40QVT

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