Ams Osram Aktie: Bundeskartellamt entscheidet Ende Juni
Das Bundeskartellamt entscheidet über den Verkauf von ams OSRAMs Sensorgeschäft an Infineon. Der Deal ist zentral für den Schuldenabbau.

Kurz zusammengefasst
- Kartellamt-Urteil zu 570-Millionen-Deal erwartet
- Schuldenabbau durch Infineon-Verkauf geplant
- Aktie fällt trotz Jahresplus von 122 Prozent
- Weiterer Verkauf von CMOS-Sensoren an Indie
Ende Juni läuft die Zeit ab. Das Bundeskartellamt muss in diesen Tagen entscheiden, ob ams OSRAM sein Sensorgeschäft an Infineon verkaufen darf. Für den krisenerprobten Konzern geht es um viel. Der 570-Millionen-Euro-Deal ist der wichtigste Baustein des aktuellen Umbaus.
Schuldenabbau im Fokus
Im Februar kündigte das Management den Verkauf der nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensoren an. Infineon zahlt dafür bar. Rund 230 Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber. Fertigungsstätten bleiben jedoch bei ams OSRAM.
Die finanziellen Folgen sind massiv. Bei grünem Licht aus Bonn sinkt der Verschuldungsgrad spürbar. Das Ziel: Die jährlichen Finanzierungskosten sollen sich bis 2028 halbieren. Sie fallen dann auf unter 150 Millionen Euro.
Tech-Schwäche drückt den Kurs
An der Börse reagierten Anleger zuletzt nervös. Am Freitag verlor das Papier 5,26 Prozent und schloss bei 18,90 Euro. Eine spezifische schlechte Nachricht aus dem Unternehmen gab es nicht. Vielmehr belasteten Gewinnmitnahmen im internationalen Tech-Sektor auch europäische Werte.
Trotz des Rücksetzers von fast 18 Prozent auf Monatssicht glänzt die Jahresbilanz. Seit Januar steht ein Kursplus von beeindruckenden 122 Prozent auf der Anzeigetafel. Aktuell ringt der Kurs mit der 50-Tage-Linie bei 18,86 Euro.
Weiterer Verkauf und Quartalszahlen
Parallel treibt der Vorstand die Portfoliobereinigung voran. Das Geschäft mit CMOS-Bildsensoren geht an Indie Semiconductor. Dieser Deal spült weitere 35 Millionen Euro in bar in die Kasse. Hinzu kommt ein Verkäuferdarlehen über fünf Millionen Euro.
Operativ rückt nun das zweite Quartal in den Blickpunkt. Das Management erwartet Umsätze zwischen 725 und 825 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15,5 Prozent liegen. Ein saisonal starkes Halbleitergeschäft stützt diese Prognose.
Die kommenden Tage entscheiden über das Tempo der Sanierung. Winkt das Kartellamt den Infineon-Deal durch, ebnet das den Weg für einen strukturell positiven Cashflow ab dem kommenden Jahr. Fließen die Millionen wie geplant, rückt auch das langfristige Ziel näher. Bis 2030 plant ams OSRAM mit einer operativen Marge von 25 Prozent.
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