ams OSRAM Aktie: Fokuswechsel

Der Halbleiterkonzern verkauft einen Geschäftsbereich für 570 Millionen Euro an Infineon, um seine Schulden zu reduzieren und sich stärker auf optische Technologien zu fokussieren.

Kurz zusammengefasst:
  • Verkauf eines Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Mio. Euro
  • Verschuldungsgrad soll von 3,3 auf 2,5 sinken
  • Neue Wachstums- und Margenziele bis 2030 definiert
  • Aktueller Aktienkurs fällt trotz Ankündigung

ams OSRAM trennt sich von einem wichtigen Geschäftsbereich – und setzt damit ein klares Signal: Schulden runter, Strategie schärfen. Der Konzern verkauft sein nicht-optisches Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäft an Infineon und will sich stärker auf „Digital Photonics“ konzentrieren. Kann dieser Schnitt die Bilanz schnell genug entlasten, um wieder mehr Spielraum zu gewinnen?

Verkauf an Infineon: Was genau geht weg?

Der Deal wurde am 3. Februar per Ad-hoc gemeldet: Infineon übernimmt das nicht-optische Sensorgeschäft für Automotive-, Industrie- und Medizin-Anwendungen. Der Kaufpreis liegt bei 570 Mio. Euro in bar (schulden- und kassenfrei).

Ams Osram

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Wichtig für das Verständnis: Produktionsstätten sind nicht Teil der Transaktion. Stattdessen soll ams OSRAM Infineon über mehrere Jahre hinweg als Fertigungsdienstleister unterstützen. Rund 230 Mitarbeiter wechseln im Zuge des Verkaufs zu Infineon. Das Closing erwartet das Unternehmen – vorbehaltlich Genehmigungen – im 2. Quartal 2026.

Die wichtigsten Deal-Fakten:
Kaufpreis: 570 Mio. Euro (Cash, debt-/cash-free)
Umsatz des verkauften Geschäfts (2025): ca. 220 Mio. Euro
Bereinigtes EBITDA (2025): ca. 60 Mio. Euro
Mitarbeiterübergang: ca. 230
Closing geplant: Q2 2026

Am Markt blieb die Stimmung zuletzt dennoch angespannt: Die Aktie notiert heute bei 8,67 Euro (-2,58%).

Entschuldung im Mittelpunkt – und konkrete Hebel

Der Verkauf ist Teil des im April 2025 angekündigten Entschuldungsplans. Zusammen mit dem bereits vereinbarten Verkauf des Specialty-Lamps-Geschäfts an Ushio (rund 100 Mio. Euro netto) summieren sich die Erlöse aus Teilverkäufen auf etwa 670 Mio. Euro.

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Ams OSRAM beziffert den Effekt auf die Kennzahlen klar: Der Pro-forma-Verschuldungsgrad soll durch die Transaktionen von 3,3 auf 2,5 sinken (inklusive ausstehender OSRAM-Put-Optionen). Zum 31. Dezember 2025 lagen die Barmittel bei 1.483 Mio. Euro, die Nettoverschuldung bei 1.518 Mio. Euro (ohne Put-Optionen).

Ein Teil des Geldes ist allerdings nicht frei verfügbar: Rund 130 Mio. Euro sind an Vermögenswerte gebunden, die Wandelanleihen und Senior Notes besichern. Diese Mittel sollen für anteilige Rückkäufe oder Rückzahlungen dieser Instrumente genutzt werden.

Strategie: Mehr „Digital Photonics“, neue Ziele bis 2030

Mit dem Schritt will sich der Konzern als fokussierter Anbieter im Bereich „Digital Photonics“ positionieren – also bei intelligenten optischen Halbleitertechnologien für Lichtemission und Sensorik. Im Unternehmen verbleiben unter anderem optische Emitter- und Sensortechnologien sowie spezialisierte Treiber- und Power-Management-ICs.

Gleichzeitig hat das Management neue Ziele bis 2030 formuliert:
Halbleiter-Umsatzwachstum: mittlerer bis hoher einstelliger Prozentbereich
Bereinigte EBITDA-Marge (Halbleiter): mindestens 25%
Free Cash Flow (Konzern): über 200 Mio. Euro
Verschuldungsgrad: unter 2

Der Markt wird genau hinschauen, ob der Portfolio-Schnitt und das Effizienzprogramm die Basis dafür legen: Die Aktie liegt zwar rund 45% über dem 52-Wochen-Tief, aber weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch.

Im Kalender steht dafür ein naher Prüfstein: Am 10. Februar 2026 legt ams OSRAM die Zahlen für Q4 2025 und das Gesamtjahr 2025 vor – und will in der Analystenkonferenz auch zur Umsetzung des Effizienzprogramms „Re-establish the Base“ berichten.

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