ams-OSRAM Aktie: Infineon übernimmt Sensorportfolio

ams-OSRAM meldet neue Design Wins, schließt einen Portfolioverkauf ab und erwartet im dritten Quartal bis zu 870 Millionen Euro Umsatz.

Andreas Sommer ·
ams-OSRAM Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Leerverkaufsinteresse fällt auf 334 ADRs
  • 1,6 Milliarden Euro neue Design Wins
  • Infineon übernimmt veräußertes Sensorportfolio
  • Aktie seit Jahresbeginn 131 Prozent höher

Am US-Markt hat sich Mitte August eine deutliche Trendwende für die Zertifikate (ADR) des Halbleiterherstellers ams-OSRAM abgezeichnet. Medienberichten zufolge sanken die Short-Positionen zum Stichtag 14. August um 97,0 Prozent auf nur noch 334 Stück. Dieser drastische Rückgang des Leerverkaufsinteresses fällt in eine Phase, in der das Unternehmen wichtige Weichenstellungen in der Produktstrategie und bei der Portfolio-Bereinigung vermeldete.

Kooperationen und technologische Impulse

Das Unternehmen SEALSQ, spezialisiert auf Post-Quanten-Technologie, benannte ams-OSRAM am Mittwoch als zentralen Fertigungspartner innerhalb seines Ökosystems für Engineering und Supply Chain. Die Kooperation umfasst die Produktion spezialisierter Halbleiterlösungen.

Parallel dazu stellte der Konzern neue optische Komponenten für die Präzisionsphotonik vor, darunter grüne Laserdioden sowie CMOS-Bildsensoren, die vorwiegend in der industriellen Automatisierung und Spektralanalyse Anwendung finden sollen.

Ergänzend dazu unterstützt die Infrarot-LED-Serie OSLON Black IR:6 regulatorisch geforderte Fahrerüberwachungssysteme gemäß der EU-Sicherheitsverordnung GSR. Solche technologischen Fortschritte spiegeln sich in der operativen Auftragsdynamik wider.

Am 20. August gab das Management bekannt, dass im zweiten Quartal sogenannte Design Wins im Wert von 1,6 Milliarden Euro erzielt wurden. Damit summiert sich das Volumen neu gewonnener Aufträge im ersten Halbjahr 2026 auf insgesamt 2,5 Milliarden Euro.

Abschluss des Verkaufs der Non-optical-Sparte

Ein wesentlicher Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung wurde am Dienstag erreicht. Der Halbleiterkonzern Infineon bestätigte den operativen Abschluss der Übernahme des „Non-optical Analog/Mixed-Signal“-Sensorportfolios von ams-OSRAM. Das veräußerte Geschäft soll im laufenden Jahr rund 230 Millionen Euro zum Umsatz von Infineon beitragen.

Für ams-OSRAM bedeutet dieser Schritt eine weitere Konzentration auf das Kerngeschäft mit optischen Lösungen und eine Verschlankung der Konzernstruktur.

An der Börse wird die Entwicklung trotz kleinerer Rückschläge im Sektorumfeld insgesamt positiv gewürdigt. Zwar verzeichnete der Wert am 18. August aufgrund negativer Vorgaben für Technologieaktien einen zwischenzeitlichen Rückgang im Schweizer Handel, doch die mittelfristige Tendenz bleibt stabil. Mit einem Schlusskurs von 19,45 Euro am Freitag notiert das Papier etwa 1,5 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Operative Ziele und Marktentwicklung

Für das laufende dritte Quartal 2026 hat das Management bereits eine Prognose vorgelegt. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 16 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 805 Millionen Euro das obere Ende seiner ursprünglichen Prognose erreicht.

Die Erholung nach den strategischen Umbaumaßnahmen der vergangenen Monate spiegelt sich deutlich in der Kursentwicklung wider. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie eine Performance von 131 Prozent erzielen. Dieser Zuwachs unterstreicht das zurückgewonnene Vertrauen des Marktes in die Neuausrichtung des Licht- und Sensorikspezialisten, der sich nach dem Teilverkauf nun verstärkt auf hochmargige optische Anwendungen konzentriert.

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ams-OSRAM Aktie

18,19 CHF

+ 0,03 CHF +0,17 %
KGV
KUV 0,55
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 1,87 Mrd. EUR
ISIN: AT0000A3EPA4 WKN: A40QVT

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