Ams Osram: Q1-Zahlen und Kartellamt-Urteil im Mai
Der geplante Verkauf an Infineon für 570 Millionen Euro ist zentral für den Sanierungsplan. Das Bundeskartellamt entscheidet noch im zweiten Quartal 2026.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf an Infineon im Volumen von 570 Millionen Euro
- Kartellamtsentscheidung noch im zweiten Quartal 2026
- Verschuldungsgrad soll von 3,3 auf 2,5 sinken
- Moody's hebt Ausblick auf positiv an
Ein Behördenstempel in Bonn entscheidet über Milliarden. Das Bundeskartellamt prüft seit dem 3. März 2026 den geplanten Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts von Ams Osram an Infineon — und damit auch, ob die ambitionierte Entschuldungsstrategie des Konzerns aufgeht.
Der Infineon-Deal als Schlüssel
Der geplante Verkauf hat ein Volumen von 570 Millionen Euro. Infineon übernähme dabei Sensorprodukte, geistiges Eigentum und rund 230 Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung — als Asset Deal, eingebettet in ein mehrjähriges Lieferabkommen. Fällt die Entscheidung positiv aus, sinkt der Verschuldungsgrad von 3,3 auf rund 2,5. Das ist der größte Einzelhebel im gesamten Sanierungsplan.
Die Genehmigung wird noch im zweiten Quartal 2026 erwartet. Ams Osram hat sich für genau diesen Moment in Position gebracht: Seit Ende März darf der Konzern zwei hochverzinsliche Anleihen vorzeitig kündigen — mit Zinssätzen von 10,50 und 12,25 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 625 Millionen Euro und 400 Millionen US-Dollar. Das Management will die jährlichen Finanzierungskosten von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro halbieren.
Vorarbeit hat der Konzern bereits geleistet: Im Januar flossen über ein Dutch-Auction-Verfahren knapp 200 Millionen Euro zurück, im März brachte der Lampensegment-Verkauf an Ushio weitere 114 Millionen Euro. Der Infineon-Erlös wäre der finale, entscheidende Baustein.
Moody’s sieht Fortschritte — operativ bleibt es eng
Ratingagentur Moody’s honorierte den Kurs am 12. März: Der Ausblick für Ams Osram wurde von „stabil“ auf „positiv“ angehoben, das B3-Rating blieb unverändert. Eine Heraufstufung ist damit in den nächsten 18 bis 24 Monaten möglich.
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Das operative Bild ist weniger komfortabel. Für das erste Quartal peilt das Management einen Umsatz zwischen 710 und 810 Millionen Euro an, die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15 Prozent liegen — nach 18,3 Prozent im Vorjahr. Ein starker US-Dollar und hohe Goldpreise belasten das Ergebnis voraussichtlich mit 50 Millionen Euro. Steigt der Goldpreis im Jahresdurchschnitt auf 5.000 US-Dollar je Unze, kämen weitere 60 Millionen Euro Mehrkosten hinzu.
Strukturell soll das Sparprogramm „Simplify“ gegensteuern: bis 2028 rund 200 Millionen Euro Einsparungen auf Run-Rate-Basis, verbunden mit dem Abbau von etwa 2.000 Stellen, davon rund die Hälfte in Europa. Das langfristige Margenziel von mindestens 25 Prozent EBITDA bis 2030 bleibt der eigentliche Maßstab für den Gesamtumbau.
Zwei Termine in kurzer Folge
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 52 Prozent zugelegt und notiert mit 12,90 Euro deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten — das spiegelt die Erwartungen an einen gelingenden Umbau wider. Am 7. Mai legt Ams Osram die Q1-Zahlen vor, kurz darauf wird die Kartellamtsentscheidung erwartet. Am 10. Juni folgt die Hauptversammlung, spätestens dort dürfte es ein belastbares Update zum Genehmigungsverfahren geben. Beide Termine zusammen werden zeigen, ob der Kursanstieg auf solidem Fundament steht.
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