Ams Osram: Zinslast soll auf 150 Millionen sinken

Die Zukunft von Ams Osram hängt an der Kartellamtsentscheidung zum Infineon-Deal. Der Aktienkurs steigt trotz operativer Belastungen durch Goldpreis und Dollar.

Redaktion Stock-World ·
Ams Osram Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Refinanzierung hängt an Kartellamtsentscheidung
  • Zinskosten sollen sich halbieren
  • Goldpreis belastet laufendes Quartal
  • Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch

Die jährliche Zinslast halbieren, die Bilanz entschlacken, den Turnaround vollenden — Ams Osram hat einen klaren Plan. Ob er aufgeht, entscheidet sich in den nächsten Wochen in Bonn.

Zwei Anleihen, eine Schlüsselentscheidung

Das Herzstück der Refinanzierung: Zwei Hochzinsanleihen aus dem Jahr 2023 mit Kupons von bis zu 12,25 Prozent sollen abgelöst werden. Gelingt das, sinken die jährlichen Zinskosten von rund 300 Millionen auf unter 150 Millionen Euro. Seit Ende März kann Ams Osram diese Anleihen vorzeitig kündigen.

Das nötige Kapital kommt aus zwei Verkäufen. Den größten Brocken liefert die Transaktion mit Infineon: 570 Millionen Euro für das Industrie- und Medizinsensorgeschäft. Ein weiterer Deal mit Ushio ergänzt die Liquiditätsbasis. Das Problem: Der Infineon-Deal liegt seit Anfang März beim Bundeskartellamt — Aktenzeichen V-31/26. Eine Entscheidung wird noch im zweiten Quartal erwartet.

Der Markt wartet offenbar nicht ab. Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 14,00 Euro — ein Plus von rund 65 Prozent seit Jahresbeginn, mehr als 40 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Der Kurs preist eine erfolgreiche Refinanzierung ein, bevor das Kartellamt überhaupt entschieden hat.

Goldpreis belastet das laufende Quartal

Während die Strukturarbeit voranschreitet, drückt das operative Umfeld auf die Marge. Finanzchef Rainer Irle warnt für das laufende Quartal vor rund 50 Millionen Euro Gegenwind durch einen starken US-Dollar und den hohen Goldpreis. Gold ist ein essenzieller Rohstoff in der Halbleiterfertigung — steigende Notierungen treffen die Marge direkt.

Für Q1 erwartet das Management einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 18,3 Prozent. Das Management hat 2026 intern als Übergangsjahr eingestuft.

Moody’s sieht das konstruktiver: Die Ratingagentur hob den Ausblick im März von stabil auf positiv an und bestätigte die B3-Einstufung — mit Verweis auf mögliche Verkaufserlöse und ausreichende Liquidität zum Schuldenabbau.

Analysten mit geteilten Kurzielen

UBS-Analyst Harry Blaiklock sieht erhebliches Potenzial im KI-Datenzentrumsmarkt und hält an seiner „Buy“-Empfehlung fest, hob das Kursziel Anfang April auf 13,40 CHF an. Nennenswerte Umsätze aus diesem Segment erwartet er allerdings erst ab 2028. Barclays-Analyst Simon Coles bleibt skeptischer: Er senkte sein Kursziel auf 10 CHF und begründet die „Equal Weight“-Einstufung mit veränderter Kundensaisonalität bei Smartphone-Einführungen.

Parallel zum Refinanzierungsplan läuft das Sparprogramm „Simplify“: bis 2028 sollen jährliche Einsparungen von 200 Millionen Euro erreicht werden, unter anderem durch den Abbau von rund 2.000 Stellen weltweit. Das langfristige Ziel bleibt eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent bis 2030.

Die Q1-Zahlen erscheinen im Mai und zeigen, wie tief die Rohstoffbelastung tatsächlich ins Ergebnis einschneidet. Spätestens zur Hauptversammlung am 10. Juni dürfte auch die Kartellentscheidung vorliegen — und damit klar sein, ob der Refinanzierungsplan wie geplant anlaufen kann.

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ams-OSRAM Aktie

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Sektor Technologie
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