TUI liefert operativ so stark wie lange nicht – und trotzdem bleibt die Aktie anfällig. Denn ausgerechnet von außen kommt neuer Gegenwind: Der Zollstreit zwischen den USA und der EU verunsichert, und bei den Vorausbuchungen zeigt sich nicht nur Rückenwind. Kann TUI die gute Ergebnisdynamik trotz dieser Bremsklötze halten?
Zölle als Stimmungskiller
Seit Montag wirken neue, weltweit geltende US-Importzölle von zehn Prozent unter „Section 122“ des Trade Act. Präsident Donald Trump brachte zudem eine mögliche Anhebung auf 15 Prozent ins Spiel. Parallel dazu stoppte das Europäische Parlament die Ratifizierung des im Sommer 2025 ausgehandelten EU‑US‑Handelsabkommens vorerst – die Arbeit daran liegt „on hold“.
Für TUI ist das gleich doppelt heikel: Ein eskalierender Handelskonflikt drückt typischerweise auf Konsumlaune und Reisebereitschaft. Genau das reicht oft schon, um bei Konsumwerten die Risikoprämie nach oben zu treiben – selbst wenn das operative Geschäft zunächst stabil bleibt.
Operativ stark – aber Buchungen bremsen
Aus Sicht der Zahlen hat TUI im ersten Quartal (Oktober bis Dezember 2025) geliefert. Das bereinigte EBIT stieg auf 77,1 Mio. Euro und markierte laut Quartalsbericht den besten Q1-Wert der Unternehmensgeschichte. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal (50,9 Mio. Euro) ist das ein spürbarer Sprung. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 bestätigte der Konzern: Umsatz plus 2 bis 4 Prozent, bereinigtes EBIT plus 7 bis 10 Prozent.
Was an der Börse jedoch stärker hängen blieb, ist der Ton bei den Vorausbuchungen. Laut Reuters lagen Winter- und Sommer-Vorausbuchungen leicht unter dem Vorjahr. TUI verweist auf einen Trend zu Last‑Minute‑Buchungen sowie schlechtes Wetter in Deutschland und Großbritannien, das die Frequenz in Reisebüros gedämpft habe. Für den Sommer 2026 lagen die Buchungen (gebuchter Umsatz) zuletzt rund zwei Prozent unter dem Vorjahr – kein Einbruch, aber genug, um Erwartungen zu dämpfen.
Kreuzfahrten glänzen, Ratings geben Rückendeckung
Ein Lichtblick kommt aus dem Kreuzfahrtsegment. Die Kapazität stieg um 16 Prozent auf 3,0 Mio. verfügbare Passagier‑Kreuzfahrttage. Das bereinigte EBIT des Segments (inklusive Equity-Ergebnis von TUI Cruises) legte auf den Rekordwert von 82,3 Mio. Euro zu, die Auslastung lag nahezu bei 100 Prozent.
Zusätzlich stabilisieren Bonitätsurteile das Bild: Fitch bestätigte „BB“ mit stabilem Ausblick, Moody’s bestätigte „Ba3“ und hob den Ausblick auf „positiv“ an – unter anderem mit Verweis auf die Ergebnisse 2025, erwartetes Wachstum und ein Nettoverschuldungsziel unter 0,5x. Mitte Februar meldeten zudem mehrere Vorstandsmitglieder Aktienkäufe, darunter CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep.
Am Markt zeigt sich die Gemengelage auch technisch: Mit 8,08 Euro liegt die Aktie zwar heute 2,30 Prozent höher als gestern (7,90 Euro), bleibt aber klar unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 8,84 Euro.
Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 13. Mai 2026 mit dem Halbjahresbericht. Dann wird sich an harten Daten zeigen, ob TUI die Buchungsdelle beim Sommergeschäft ausgleichen kann – und ob die bestätigte Jahresprognose trotz Zoll-Gegenwind weiter trägt.
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