Die Anleihegläubiger von ABO Energy haben gestern mit mehr als 99 Prozent Zustimmung alle zentralen Beschlüsse zur Restrukturierung der Unternehmensanleihe 2024/2029 verabschiedet. Damit räumt das Votum eine wesentliche Hürde im Sanierungsprozess beiseite – denn ein erster Abstimmungsversuch war zuvor am fehlenden Quorum gescheitert.
Warum das Ergebnis zählt
Beim ersten Anlauf hatten zwar die meisten teilnehmenden Gläubiger zugestimmt, doch die erforderliche Mindestbeteiligung von 50 Prozent wurde mit 38 Prozent deutlich verfehlt. Gestern lag das Quorum nur noch bei 25 Prozent – und wurde diesmal erreicht.
Die Beschlüsse haben konkrete operative Relevanz: Eine Negativverpflichtung in den Anleihebedingungen wurde aufgehoben, was ABO Energy die Stellung von Bürgschaften für Tarifausschreibungen erleichtert. Zudem verzichteten die Gläubiger auf etwaige Kündigungsrechte im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung – rückwirkend auch für bereits erklärte Kündigungen. Als gemeinsamer Vertreter wurde Rechtsanwalt Markus W. Kienle gewählt, der dem Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) angehört.
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Tiefer Fall, operative Lichtblicke
Der Hintergrund der Restrukturierung ist gravierend. Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro – noch im November 2025 hatte die Prognose bei 95 Millionen Euro gelegen. Überzeichnete Windauktionen in Deutschland drückten die Einspeisevergütungen, Wertberichtigungen von 35 Millionen Euro wurden nötig, hinzu kamen Rückschläge in Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn. Die Aktie verlor vom Jahreshoch bei 45,20 Euro bis auf ein Tief von 4,25 Euro im Februar mehr als 90 Prozent. Die Anleihe 2024/2029 notiert derzeit bei rund 16 Prozent des Nennwerts.
Parallel dazu meldet das Unternehmen operative Fortschritte: In der jüngsten Bundesnetzagentur-Ausschreibung erhielt ABO Energy Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 Megawatt in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Damit erzielte das Unternehmen in allen drei Solar-Ausschreibungen 2025 Zuschläge – insgesamt für rund 107 Megawatt. Baustart ist für Herbst 2026 geplant.
Die Geschäftsführung verfolgt eine Transformation zum Independent Power Producer und plant bereits für 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone. Ob das gelingt, wird der Jahresabschluss 2025 zeigen, der am 22. Juni 2026 veröffentlicht werden soll. Die Hauptversammlung folgt am 13. August 2026.
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