AMD schärft seine mittelfristige Prognose und setzt klar auf weiteres Wachstum im Datenzentrumsgeschäft rund um KI-Anwendungen. Im Fokus stehen neue Umsatz- und Margenziele sowie große Lieferverträge mit OpenAI und Oracle. Reicht das, um die hohe Bewertung der Aktie zu rechtfertigen?
Ambitionierte Wachstumsziele
Laut Finanzchefin Jean Hu will AMD seine technische Roadmap in dauerhaft wachsende Marktanteile ummünzen. Das Management stellt für die kommenden fünf Jahre ein Umsatzwachstum von rund 35 % in Aussicht. Die Bruttomarge soll sich in einem Korridor von 55 bis 58 % einpendeln.
Ein wesentlicher Treiber ist das Geschäft mit Rechenzentren und KI-Beschleunigern. Auf Basis des Jahres 2025 erwartet AMD, dass die Umsätze in diesem Segment ab 2026 deutlich skalieren. Hintergrund ist die starke Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz.
Wichtige Eckpunkte der neuen Planung:
- Erwartetes Gesamtumsatzwachstum: ca. 35 % über fünf Jahre
- Ziel-Bruttomarge: 55–58 %
- Starkes Wachstum im Datenzentrumsgeschäft ab 2025-Basis
Großaufträge mit OpenAI und Oracle
Zusätzliche Zuversicht kommt aus Partnerschaften, die Ende 2025 angekündigt wurden und nun operativ anlaufen. Besonders im Fokus steht die 6-Gigawatt-Infrastrukturvereinbarung mit OpenAI. Die erste Ausbaustufe über 1 Gigawatt soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt werden.
Für dieses Projekt setzt OpenAI auf AMDs kommende MI450-Beschleuniger. Damit positioniert sich AMD als zentrale Hardware-Basis für das Training großer Sprachmodelle.
Parallel dazu bestätigte das Unternehmen die Zusage, 50.000 Instinct-GPUs an Oracle zu liefern. Die Auslieferung soll im dritten Quartal 2026 starten. Beide Verträge unterstreichen die Rolle von AMD als Lieferant für große Cloud- und KI-Plattformen.
Zahlenbasis und operative Hebel
Die aktualisierte Prognose steht im Kontrast zur letzten veröffentlichten Quartalsbilanz. Im dritten Quartal 2025 erzielte das Datacenter-Segment ein operatives Ergebnis von 1,07 Milliarden US-Dollar bei einer operativen Marge von 24,7 %. Diese Marge zeigt, dass der Ausbau der Produktion aktuell noch spürbare Kosten verursacht.
Gleichzeitig signalisiert ein anvisiertes jährliches Wachstum (CAGR) von 60 % im Datacenter-Bereich, dass das Management mit deutlichen Skaleneffekten rechnet. Mit dem Heranreifen der MI400-Produktreihe und steigenden Volumina bei Hyperscalern wie Microsoft, Meta und Oracle soll die Profitabilität im KI-Geschäft spürbar zulegen.
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Angebotslage nach CES 2026
Der positive Newsflow trifft auf ein Umfeld knapper Lieferketten nach der CES 2026. Branchendaten vom Messeumfeld deuten auf eine wieder anziehende Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) hin. Engpässe in diesem Bereich verschaffen Herstellern Vorteile, die sich frühzeitig Kapazitäten gesichert haben.
AMD sieht sich hier gut aufgestellt. Die Fähigkeit, die großen Verträge mit OpenAI und Oracle mit gesicherter Lieferfähigkeit zu unterlegen, hat Bedenken zur Robustheit der eigenen Lieferkette gegenüber Marktführer Nvidia abgeschwächt.
Institutionelle Nachfrage und Bewertung
Auf der Investorenseite zeigen institutionelle Adressen verstärkt Interesse. Aus jüngsten Meldungen geht hervor, dass Elite Wealth Management Inc. seine Position in AMD im dritten Quartal um 122,1 % ausgebaut hat. Solche Aufstockungen passen zu einem breiteren Trend, wonach Vermögensverwalter ihre KI-Hardware-Engagements stärker auf mehrere Anbieter verteilen.
Charttechnisch hat sich das Bild aufgehellt, seit die Aktie die psychologisch wichtige Marke von 200 US-Dollar zurückerobert hat. Der Kurs liegt deutlich über dem 52-Wochentief bei 76,48 US-Dollar, aber noch unter dem Hoch von 267,08 US-Dollar.
Kurzfristig rückt der anstehende US-Verbraucherpreisindex (CPI) in den Mittelpunkt. Die Veröffentlichung morgen könnte die Bewertung des gesamten wachstumsstarken Halbleitersektors beeinflussen, da Zinserwartungen und Diskontierungsfaktoren eine zentrale Rolle spielen.
Mit einem Forward-KGV von über 34 wird bereits eine sehr starke Umsetzung des MI450-Starts im weiteren Jahresverlauf eingepreist. Spielraum nach oben hängt damit stark davon ab, ob AMD den anspruchsvollen Fahrplan im Datacenter-Segment einhalten kann.
Analystenbild und Ausblick
Rund 80 % der beobachtenden Analysten stufen die Aktie mit „Buy“ ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 277 US-Dollar und signalisiert weiteres Aufwärtspotenzial, falls die nun kommunizierten Wachstumsziele erreicht werden.
In den nächsten Monaten dürften vor allem drei Faktoren den Ton angeben: die Geschwindigkeit beim Hochlauf der MI400- und MI450-Serien, konkrete Fortschritte bei der Umsetzung der OpenAI- und Oracle-Verträge sowie das Zinsumfeld nach den Inflationsdaten. Treffen die operativen Entwicklungen die hohen Erwartungen, bleibt der Spielraum für eine Annäherung an das Konsenskursziel grundsätzlich vorhanden.
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