Der Schweizer Nahrungsmittelriese kämpft aktuell an mehreren Fronten. Während CEO Philipp Navratil den Konzern mit einer schärferen Fokussierung auf Wachstumskurs bringen will, sorgt die Ausweitung eines Babynahrung-Rückrufs für empfindliches Störfeuer. Anleger müssen nun abwägen: Überwiegen die langfristigen Chancen des Umbaus oder die kurzfristigen Risiken der operativen Probleme?
Strategie: Alles auf vier Karten
Um das zuletzt schwächelnde Volumenwachstum wieder anzukurbeln, ordnet Konzernchef Navratil das Portfolio neu. Der Fokus liegt künftig auf vier Kernbereichen: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel. Besonders im Kaffeegeschäft identifiziert das Management durch Cold-Brew-Produkte noch ungenutztes Potenzial, während bei Tiernahrung vor allem der asiatische Markt als Wachstumstreiber gilt.
Die Logik hinter dem Umbau ist simpel: Einsparungen aus dem laufenden Kostenprogramm sollen direkt in die Produktentwicklung und das Marketing für starke Marken wie KitKat und Maggi fließen. Nestlé versucht so, die Preissetzungsmacht zurückzugewinnen und Marktanteile zu sichern.
Operativer Rückschlag durch Toxin-Fund
Die strategischen Pläne werden jedoch durch aktuelle Qualitätsprobleme überschattet. Nestlé musste den Rückruf von Säuglingsnahrung auf weitere Chargen der Marken Guigoz (Frankreich) und SMA (Großbritannien) ausweiten. Hintergrund sind verschärfte EU-Analysemethoden für das Cereulid-Toxin.
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Als Ursache wurde ein mit Arachidonsäure angereichertes Öl des chinesischen Zulieferers Cabio Biotech identifiziert. Zwar betonte der Konzern, dass die internen Grenzwerte eingehalten wurden und unter den neuen Richtwerten der europäischen Behörde lagen, doch die regulatorischen Vorgaben erzwangen den Schritt. Solche Nachrichten belasten kurzfristig nicht nur das Image, sondern bergen auch das Risiko finanzieller Einbußen durch die Rückabwicklung.
Bewegung beim Wassergeschäft
Parallel zur Krisenbewältigung treibt das Management den Portfolio-Umbau voran. Für den geplanten Verkauf von 50 Prozent des Wassergeschäfts hat Nestlé nun die Deutsche Bank als zusätzlichen Berater mandatiert. Erste Gebote werden bis März erwartet. Dieser Teilverkauf könnte wichtiges Kapital freisetzen und die Marge des Gesamtkonzerns verbessern, da das Wassergeschäft traditionell weniger profitabel ist als die neuen Kernbereiche.
Am 19. Februar 2026 legt Nestlé die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor. Dieser Termin wird die Nagelprobe für CEO Navratil: Er muss darlegen, wie stark die Rückrufkosten die Bilanz belasten und ob der strategische Schwenk bereits erste Früchte trägt.
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