Equinor priorisiert Kapitalrückgaben gegenüber teuren Zukunftsprojekten. Während der norwegische Energieriese sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm forciert, werden die Investitionen in Wasserstoff und Kohlenstoffspeicherung (CCS) deutlich gekürzt. Anleger stehen vor der Frage, ob dieser Fokus auf kurzfristige Rendite ausreicht, um die drohenden Produktionsrückgänge in der Nordsee auszugleichen.
Aktienrückkäufe im Fokus
Im Rahmen der ersten Tranche des Rückkaufprogramms 2026 hat Equinor vor wenigen Tagen bereits über 265.000 eigene Aktien erworben. Zu einem Durchschnittspreis von rund 258,61 NOK flossen damit knapp 68,8 Millionen NOK an die Aktionäre zurück. Das Ziel für das Gesamtjahr bleibt ambitioniert: Bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar will das Unternehmen für den Rückkauf eigener Anteile aufwenden. Aktuell hält der Konzern damit 2,37 % des gesamten Aktienkapitals.
Milliardenkürzungen bei grünen Projekten
Gleichzeitig zieht CEO Anders Opedal bei den Ausgaben für kohlenstoffarme Lösungen die Bremse. Die Investitionsplanung für die Jahre 2026 und 2027 wurde um insgesamt rund 4 Milliarden US-Dollar gesenkt. Betroffen sind vor allem Projekte in den Bereichen CCS, Wasserstoff und Ammoniak. Als Grund nennt das Management schwache Marktsignale und fehlende kommerzielle Rahmenbedingungen für großangelegte Investitionen. Der Konzern will das Tempo künftig stärker an der tatsächlichen Marktnachfrage ausrichten.
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Herausforderungen in der Förderung
Der operative Druck auf das Unternehmen wächst trotz der stabilen Cash-Rückführungen. Zwar meldete Equinor für das abgelaufene Jahr Rekordfördermengen, doch das strategisch wichtige Johan-Sverdrup-Feld wird ab diesem Jahr voraussichtlich in eine natürliche Erschöpfungsphase eintreten. Analysten rechnen hier mit einem Förderrückgang von mehr als 10 Prozent.
- Rückkaufprogramm: Erste Tranche über 375 Mio. USD läuft bis Ende März.
- Investitionsstopp: CapEx-Kürzung um 4 Mrd. USD für 2026-2027.
- Strategiewechsel: Fokusverschiebung weg von CCS aufgrund schwacher Rentabilität.
- Produktionsrisiko: Kernfeld Johan Sverdrup ab 2026 im Rückgang.
Die Skepsis am Markt spiegelt sich in den jüngsten Analystenbewertungen wider. Kepler Capital bestätigte Anfang der Woche das „Sell“-Rating mit einem Kursziel von 220 NOK. Die Bank of America stufte den Titel zeitgleich auf „Neutral“ herab. Laut deren Analyse ist ein Ölpreis von dauerhaft über 65 US-Dollar pro Barrel notwendig, um die geplanten Ausschüttungen in den Jahren 2026 und 2027 organisch aus dem laufenden Geschäft zu finanzieren.
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