IREN steht an einem Wendepunkt: Weg vom Bitcoin-Mining, hin zu großvolumigen KI-Cloud-Diensten. Mehrere große Adressen nutzen die jüngste Konsolidierung, um ihre Positionen deutlich auszubauen. Im Zentrum steht dabei ein Milliardenvertrag mit Microsoft – doch nun entscheidet die Umsetzung, ob die Story trägt.
Große Adressen bauen Positionen aus
Rund um den Jahreswechsel haben mehrere prominente Vermögensverwalter neue Engagements in IREN aufgebaut oder bestehende Positionen kräftig aufgestockt. Hintergrund ist die strategische Neuausrichtung des Unternehmens hin zu KI-Infrastruktur.
Besonders auffällig:
- Calamos Advisors ist mit einer neuen Position von über 90.000 Aktien eingestiegen.
- Hood River Capital Management hat ein neues Paket im Volumen von rund 74,2 Mio. US‑Dollar aufgebaut.
- Der Investor Situational Awareness hat seinen Bestand um etwa 47 % erhöht.
- Invesco hat seine Beteiligung um knapp 46 % auf fast 3 Mio. Aktien ausgebaut.
Diese Kapitalzuflüsse erfolgen vor dem Hintergrund stark schwankender Kurse und einer deutlichen Bereinigung nach dem Höhenflug im vergangenen Jahr. Gestern schloss die Aktie bei 37,77 US‑Dollar und liegt damit zwar klar unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber immer noch ein Vielfaches über dem Tief vom April 2025.
Goldman Sachs bleibt vorsichtig konstruktiv
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt IREN im Dezember durch Goldman Sachs. Die Investmentbank hat die Aktie am 18. Dezember 2025 erstmals aufgegriffen, mit einem „Neutral“-Rating und einem Kursziel von 39 US‑Dollar.
Inhaltlich fällt die Einschätzung zweigeteilt aus: Einerseits sieht Goldman IREN als einen der potenziellen Hauptprofiteure des globalen Ausbaus von KI-Infrastruktur und prognostiziert bis 2028 einen Umsatzanstieg um das Siebenfache. Andererseits verweisen die Analysten auf eine bereits ambitionierte Bewertung, was die verhaltene Einstufung trotz der klar positiven Langfristperspektive erklärt.
Microsoft-Deal als Dreh- und Angelpunkt
Im Mittelpunkt des institutionellen Interesses steht der im November 2025 finalisierte KI-Cloud-Vertrag mit Microsoft. Das Volumen: 9,7 Mrd. US‑Dollar über fünf Jahre. Voll ausgebaut soll das Geschäft jährliche Umsätze von 1,94 Mrd. US‑Dollar generieren.
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Kern des Deals:
- Bereitstellung von 200 MW kritischer IT-Last für Microsoft.
- Einsatz von NVIDIAs neuesten GB300-GPUs.
- Strom- und Kühlinfrastruktur ausgelegt auf extrem hohe Rackdichten zwischen 130 kW und 200 kW.
Um diese Verpflichtungen erfüllen zu können, beschleunigt IREN den Ausbau seines Standorts Childress in Texas. Die Campusbereiche Horizon 1 bis 4 entstehen als Flüssigkühlungs-Rechenzentren nach Tier‑3‑Standard, ausgelegt auf die Anforderungen von Hochleistungs-KI-Workloads.
Umsetzung rückt in den Vordergrund
Nachdem die Grundlagenvertragsseite steht und Kapital zufließt, rückt nun die operative Umsetzung in den Fokus. Der entscheidende kurzfristige Meilenstein ist die geplante Inbetriebnahme („Energization“) des Rechenzentrums „Sweetwater 1“ im April 2026. Die Anlage mit einer geplanten Kapazität von 1.400 MW ist zentral, um die im Microsoft-Vertrag zugesicherte Hardwareleistung rechtzeitig verfügbar zu machen.
Die zuletzt veröffentlichten Zahlen unterstreichen die Dynamik des Umbaus. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht im November 2025) meldete IREN:
- Umsatz von 240,3 Mio. US‑Dollar, ein Plus von 355 % gegenüber dem Vorjahr.
- Einen Rekord-Nettoertrag von 384,6 Mio. US‑Dollar.
- Ein bereinigtes EBITDA von 91,7 Mio. US‑Dollar.
Gleichzeitig steht das Unternehmen noch mitten im Transformationsprozess: Derzeit stammen etwa 97 % der Erlöse weiterhin aus dem Kryptomining. Bis Ende 2026 peilt das Management jedoch eine annualisierte KI-Cloud-Umsatzrun-rate von 3,4 Mrd. US‑Dollar an – ein radikaler Wandel der Ertragsstruktur.
Ausblick: Zahlen und Meilensteine im Fokus
Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 11. Februar 2026 legt IREN seine nächsten Quartalszahlen vor. Dann will das Management detailliert über den Baufortschritt, die Anbindung der neuen Kapazitäten und den Stand der Microsoft-Implementierung informieren.
Auf Analystenseite überwiegt aktuell ein konstruktiver Blick: Von 12 die Aktie abdeckenden Analysten votieren 8 mit „Kaufen“, 2 mit „Halten“ und 2 mit „Verkaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 80,40 US‑Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Gleichzeitig signalisiert eine Beta von 4,24 in Verbindung mit einer annualisierten 30‑Tage-Volatilität von über 100 %, dass die Aktie empfindlich auf Stimmungsschwankungen im KI-Sektor und beim Bitcoin-Preis reagiert. Ob die jüngste Konsolidierung letztlich als Einstiegschance oder als angemessene Vorsicht zu werten ist, wird maßgeblich davon abhängen, ob IREN die ambitionierten Ausbaupläne im Laufe des Jahres 2026 planmäßig auf die Straße bringt.
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