Gerresheimer Aktie: Alles hängt am Juni

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer steht vor einer kritischen Phase. Der Verkauf der profitablen US-Tochter Centor, ein verzögerter Jahresabschluss und Verhandlungen mit Banken bestimmen die Agenda. Der Juni wird zum Schicksalsmonat.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Verkauf der profitablen US-Tochter Centor geplant
  • Jahresabschluss 2025 mit massiven Wertminderungen
  • Verhandlungen über Verlängerung von Bankkrediten
  • Aktie notiert deutlich unter 200-Tage-Durchschnitt

Der Verkauf der US-Tochter Centor, ein verzögerter Jahresabschluss und Gespräche mit Kreditgebern über Fristverlängerungen — Gerresheimer steckt tief in der Krise. Und der entscheidende Moment rückt näher.

Centor-Verkauf als Rettungsanker

Das profitabelste Asset des Konzerns steht zum Verkauf. Die US-Tochter Centor Inc., ein führender Anbieter von Verpackungssystemen für verschreibungspflichtige Medikamente, war Ende 2024 mit 292 Millionen Euro in den Büchern. Morgan Stanley begleitet den Prozess, der noch vor Jahresende abgeschlossen sein soll.

Der Erlös soll die angeschlagene Kapitalstruktur stabilisieren. Allerdings schwächt der Verkauf gleichzeitig die künftige Ertragskraft — Gerresheimer trennt sich vom stärksten Glied der Kette, um kurzfristig Luft zu schaffen. Parallel dazu schließt das Unternehmen sein Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights zum Ende des Geschäftsjahres 2026 und verlagert die Produktion nach Italien und Indien.

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Bilanzprüfung, Wertminderungen, offene Termine

Die Probleme reichen tiefer als der operative Umbau. Gerresheimer erwartet nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro im Abschluss für 2025 — hauptsächlich bei Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie bei Vermögenswerten des Chicagoer Glaswerks. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht derzeit Geschäftsvorfälle aus 2024 und 2025, was die Fertigstellung des Jahresabschlusses bis Juni verzögert.

Weil der testierte Abschluss nicht bis zum 31. März vorlag, musste Gerresheimer den SDAX verlassen. Im offiziellen Finanzkalender fehlen konkrete Termine für den Q1-Bericht und die Hauptversammlung — beide sind schlicht als „New date to be announced“ ausgewiesen. Lediglich der Halbjahresbericht am 14. Juli und der Q3-Bericht am 15. Oktober stehen noch fest.

Juni als Scheideweg

Trotz allem hat das Management eine Prognose für 2026 veröffentlicht: Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und ein moderat positiver freier Cashflow. Ob diese Zahlen Bestand haben, entscheidet sich im Juni — dann muss der testierte Jahresabschluss vorliegen. Er ist die zwingende Grundlage für die finale Verlängerung der Bankkredite. Parallel laufen Gespräche mit den Kreditgebern, um Verstöße gegen Kreditklauseln zu vermeiden. Die Aktie notiert rund 43 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — ein Niveau, das das Ausmaß des Vertrauensverlusts der vergangenen Monate klar widerspiegelt.

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Gerresheimer Aktie

17,15 EUR

– 0,15 EUR -0,87 %
KGV 25,37
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,22 %
Marktkapitalisierung 595,81 Mio. EUR
ISIN: DE000A0LD6E6 WKN: A0LD6E

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