Micron Aktie: Ausverkauft bis 2027

Der Speicherchip-Hersteller Micron meldet eine vollständige Ausbuchung seiner KI-Speicher bis 2026. Die strukturelle Knappheit treibt die Preise und stärkt die Margen des Unternehmens.

Kurz zusammengefasst:
  • KI-Speicher HBM für 2026 komplett vergriffen
  • Marktvolumen soll sich bis 2028 verdreifachen
  • Analysten sehen trotz Rekordkurs weiteres Potenzial
  • Branchenweite Knappheit treibt auch Partner wie ASML

Micron hat ein Problem – allerdings ein sehr profitables. Der Speicherchip-Konzern meldet am heutigen Sonntag, dass sämtliche Bestände seines KI-Speichers HBM für das gesamte Jahr 2026 restlos vergriffen sind. Neukunden müssen bis 2027 warten. Die Aktie notiert nahe ihrem Allzeithoch, doch Analysten sehen noch enormes Potenzial.

Strukturelle Knappheit bestätigt

Die Nachricht ist keine vorübergehende Engpass-Meldung, sondern ein strukturelles Marktproblem. High Bandwidth Memory (HBM) – der Hochleistungsspeicher für KI-Rechenzentren – ist bei Micron komplett ausgebucht. Wer heute bestellt, erhält frühestens 2027 Lieferung.

Micron

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CEO Sanjay Mehrotra prognostiziert einen Sprung des HBM-Marktes von 35 Milliarden Dollar auf 100 Milliarden Dollar bis 2028. Die sofortige Verknappung drückt die Preise nach oben – und damit Microns Margen.

Management warnt vor langer Durststrecke

Micron-Vizepräsident Christopher Moore konkretisierte heute die Lage. Der Speichermangel sei kein logistisches Problem, sondern eine industryweite Strukturkrise. Der Anteil von Rechenzentren am Gesamtmarkt für DRAM steige auf 50 bis 60 Prozent.

Trotz massiver Investitionen in neue Fabriken – etwa das Werk in Idaho – wird es frühestens 2028 nennenswerte zusätzliche Produktionsmengen geben. Die Zeitfenster für Bau und Qualifizierung der Anlagen sind zu lang. Micron kann seine Preismacht damit über Jahre halten.

Bewertung: Undervalued trotz Allzeithoch

Die Aktie handelt bei 345 Dollar nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 346,30 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 388 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate beträgt 32,80 – auf den ersten Blick sportlich.

Doch Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum von über 50 Prozent im Geschäftsjahr 2026. Bezogen auf künftige Gewinne fällt das KGV damit in den einstelligen Bereich. Von 34 jüngsten Analysteneinschätzungen lauten 29 auf „Buy“ oder „Strong Buy“. Die Rede ist von einem „Superzyklus“, getrieben durch KI-Infrastruktur.

Sektor profitiert mit

Der Optimismus färbt auf die Branche ab. Am Freitag legte ASML um 6,7 Prozent auf 1.273,88 Dollar zu – getrieben von Erwartungen steigender Nachfrage nach EUV-Lithografiemaschinen, die für die Herstellung moderner Speicherchips unerlässlich sind. Die Korrelation zeigt: Institutionelle Investoren positionieren sich für eine mehrjährige Expansion im Speichermarkt.

Mit fixer Kapazität und beschleunigter Nachfrage bleibt der Aufwärtstrend intakt. Die nächsten Quartalszahlen dürften zeigen, wie stark sich die Preismacht bereits in den Margen niederschlägt.

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