Die Hauptversammlung am Donnerstag in Berlin wird für Siemens Energy mehr als ein Pflichttermin. Mit der ersten Dividende seit vier Jahren setzt der Konzern ein Signal der Normalisierung – doch im Saal dürfte sich vieles um ein anderes Thema drehen: die Zukunft der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa. Wie viel Geduld haben die Aktionäre noch mit dem Sanierungsfall?
Dividende kehrt zurück – nach vier Jahren Pause
Auf der Tagesordnung steht eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Der Ex-Dividenden-Tag ist der 27. Februar 2026.
Dass wieder ausgeschüttet wird, hängt eng mit der finanziellen Stabilisierung zusammen. Siemens Energy hatte die frühere 11-Milliarden-Euro-Garantiefazilität mit Bundes-Gegengarantie vorzeitig abgelöst und durch eine eigene 9-Milliarden-Euro-Fazilität ersetzt. Diese Entlastung schafft den Spielraum, den das Unternehmen nun für eine Ausschüttung nutzt.
Gamesa bleibt der Streitpunkt
Die Hauptversammlung dürfte zugleich zum Stimmungsbild für Siemens Gamesa werden. Laut Reuters plädieren drei Großaktionäre – DWS, Deka Investment und Union Investment – dafür, erst die Stabilisierung der Wind-Sparte abzuwarten, bevor über einen Spin-off nachgedacht wird.
Auslöser der Debatte ist auch Druck von außen: Der US-Aktivist Ananym Capital hatte im Dezember 2025 eine Beteiligung aufgebaut und eine grundlegende Überprüfung der Wind-Sparte gefordert. CEO Christian Bruch bezeichnete den Vorstoß laut Reuters als „valide“, knüpfte mögliche Schritte aber an eine klare Bedingung: Gamesa muss zuerst profitabel werden.
Dazu passen die jüngsten Fortschritte aus dem Quartalsbericht vom 11. Februar: Der operative Verlust (Profit before Special Items) schrumpfte bei Siemens Gamesa auf –46 Mio. Euro, nach –374 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ziel bleibt, im Geschäftsjahr 2026 den Break-even zu erreichen.
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Rekordaufträge geben dem Vorstand Rückenwind
Kurz vor der Hauptversammlung lieferte Siemens Energy starke Q1-Zahlen (GJ 2026). Der Konzern meldete einen Quartalsrekord beim Auftragseingang von 17,6 Mrd. Euro und einen Rekord-Auftragsbestand von 146 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis stieg auf 746 Mio. Euro (Vorjahr: 252 Mio. Euro). Dazu kam ein Free Cash Flow pre tax von 2,869 Mrd. Euro, nahezu verdoppelt.
Als Haupttreiber nannte das Unternehmen Gas Services – mit 102 gebuchten Gasturbinen das stärkste Quartal der Firmengeschichte. Grid Technologies profitierte von Nachfrage nach Infrastruktur für Rechenzentren, besonders in den USA.
Dort will Siemens Energy zusätzlich investieren: Geplant sind 1 Mrd. US-Dollar für den Ausbau der US-Fertigung von Gasturbinen und Netzkomponenten, verteilt über mehrere Standorte. Außerdem ist eine neue Schaltanlagenfabrik in Mississippi vorgesehen, verbunden mit rund 1.500 neuen Arbeitsplätzen.
Am Ausblick hält das Management fest: Für 2026 bleiben 11–13 % Umsatzwachstum (vergleichbar), 9–11 % Marge vor Sondereffekten, ein Nettoergebnis von 3–4 Mrd. Euro sowie 4–5 Mrd. Euro Free Cash Flow pre tax das Ziel.
Zum Kursbild: Die Aktie schloss gestern bei 165,50 Euro und liegt damit nur knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch; der RSI von 85,4 unterstreicht, wie stark die jüngste Rally gelaufen ist.
Unterm Strich liefert der Konzern operativ derzeit viel Rückenwind – aber auf der Hauptversammlung am Donnerstag wird sich zeigen, wie klar die Aktionäre bei Siemens Gamesa Prioritäten setzen: Sanierung zuerst, Strukturdebatte später.
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