Während Rheinmetall, Hensoldt und Renk von der Nahost-Eskalation profitieren, zeigt sich bei TKMS ein anderes Bild. Die Aktie des U-Boot-Herstellers blieb am Montag zurück – trotz eines Rekord-Auftragsbestands von über 20 Milliarden Euro. Der Grund: Als reiner Marineproduzent spielt TKMS in der aktuellen Raketenkrise nur eine Nebenrolle.
Raketenabwehr statt U-Boote gefragt
Die jüngsten Angriffe im Nahen Osten rücken andere Systeme in den Fokus. Citigroup-Analyst Charles Armitage erwartet, dass Investoren nun verstärkt auf Raketenabwehrsysteme setzen. Die USA dürften ihre Rüstungsausgaben aufstocken – allerdings nicht primär für Marineprojekte.
TKMS fiel aus dem Raster: Während die Konkurrenz bis zu fünf Prozent zulegte, drehten die Papiere nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Jefferies-Analystin Chloe LeMarie sieht dennoch das große Bild: „Die Eskalation sollte den Aktien der europäischen Verteidigungsbranche weitere Unterstützung verleihen.“
Operative Stärke bleibt intakt
Die Q1-Zahlen zeigen eine solide Entwicklung. Der Umsatz blieb mit 545 Millionen Euro stabil, die Bruttomarge verbesserte sich von 15,2 auf 17 Prozent. Der freie Cashflow lag bei positiven 33 Millionen Euro.
Entscheidender ist der Auftragsbestand: Mit einem Plus von 13 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro erreichte TKMS bereits Ende März ein neues Niveau. Der norwegische Auftrag für zwei zusätzliche U-Boote vom Typ 212CD kam erst nach Quartalsschluss und wird die Marke von 20 Milliarden Euro noch übertreffen.
Das Management reagierte mit einer Prognoseanhebung. Statt dem bisherigen Erlöswachstum von ein bis zwei Prozent peilt TKMS nun zwei bis fünf Prozent an.
Drei Großprojekte in der Warteschleife
In Kanada steht die Entscheidung über zwölf konventionelle U-Boote zwischen Mai und Juni an. TKMS konkurriert mit einem weiteren Bieter um den Auftrag.
Das Indien-Projekt durchläuft die finanzielle Prüfung. Nach der Billigung durch das Cabinet Committee on Security könnte der weltweit teuerste Vertrag für konventionelle U-Boote folgen – eine Unterzeichnung wird nun im neuen Haushaltsjahr erwartet.
Im deutschen F-127-Fregatten-Programm ist TKMS der einzige verbliebene Bieter. Parallel demonstrierte das Unternehmen Ende Februar technologische Führungsstärke: Das autonome Unterwasserfahrzeug BlueWhale, entwickelt mit Israel Aerospace Industries, ist mit 10,9 Metern Länge das größte unbemannte System dieser Art in der Bundeswehr.
Strukturelle Stärke trifft auf Sektorrotation
Die verhaltene Kursreaktion spiegelt die Zurückhaltung der Investoren wider. Kurzfristig fließt Kapital in Raketenabwehr-Spezialisten. Langfristig bleibt TKMS mit einem Auftragsbestand jenseits der 20-Milliarden-Marke und drei laufenden Großkampagnen solide aufgestellt. Am 11. Mai folgen die nächsten Quartalszahlen – die Kanada-Entscheidung dürfte bis dahin die wichtigste Variable bleiben.
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