Der niederländische Chipausrüster ASML vermeldete am 26. Februar einen bedeutenden Fortschritt: Die neueste Generation der High-NA-EUV-Lithographie-Maschinen ist bereit für die Massenproduktion. Doch statt Euphorie löste die Nachricht einen Kursrutsch aus. Die Aktie verlor über 4 Prozent in einem breiten Abverkauf im Halbleitersektor.
High-NA-Werkzeuge erreichen Produktionsreife
In einem Reuters-Interview bestätigte ASML-Technologiechef Marco Pieters, dass die High-NA-EUV-Systeme einen kritischen Meilenstein erreicht haben. Die Maschinen verarbeiteten bereits 500.000 Wafer, erreichten eine Betriebszeit von rund 80 Prozent und können Strukturen mit der erforderlichen Präzision für fortgeschrittene Chipfertigung drucken.
Die High-NA-Technologie ermöglicht es Kunden wie TSMC und Intel, leistungsfähigere und effizientere Chips herzustellen, indem mehrere kostspielige Fertigungsschritte entfallen. Der Preis pro Maschine liegt bei etwa 400 Millionen Dollar – doppelt so viel wie für die aktuelle EUV-Generation.
Trotz der technischen Reife wird die vollständige Integration in die Produktionslinien laut Pieters noch zwei bis drei Jahre dauern. ASML strebt bis Ende 2026 eine Betriebszeit von 90 Prozent an.
Rotation aus Chip-Werten belastet
Der technologische Fortschritt konnte den Kursverfall nicht verhindern. Die Aktie schloss am 26. Februar bei 1.463,22 Dollar, ein Minus von 4,1 Prozent. Zuvor hatte das Papier am 25. Februar ein 52-Wochen-Hoch von 1.547,22 Dollar markiert.
Auslöser des Abverkaufs war eine sektorweite Rotation nach Nvidias Quartalsbericht. Obwohl der GPU-Hersteller die Erwartungen übertraf, schichteten Investoren aus hoch bewerteten Halbleiter-Titeln in abgestrafte Software-Aktien um. Der Nasdaq Composite verlor mehr als 1,5 Prozent.
ASML-Aktien hatten sich in den sechs Monaten zuvor nahezu verdoppelt. Analysten verweisen auf Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf und anhaltende Sorgen über den erwarteten Umsatzrückgang im China-Geschäft für 2026.
Rekordergebnis und solider Ausblick
Die Korrektur erfolgt nach einem historisch starken Geschäftsjahr. ASML erzielte 2025 einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 9,6 Milliarden Euro. Das vierte Quartal brachte Rekorderlöse von 9,7 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 52,2 Prozent.
Für 2026 stellt CEO Christophe Fouquet Umsätze zwischen 34 und 39 Milliarden Euro in Aussicht, bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 38,8 Milliarden Euro. ASML kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12 Milliarden Euro bis Ende 2028 und eine Dividendenerhöhung um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie an.
Das Unternehmen warnte allerdings, dass der Anteil des China-Geschäfts 2026 auf rund 20 Prozent sinken dürfte, nach erhöhten Niveaus im Vorjahr. Diese Prognose belastet kurzfristige Wachstumserwartungen, während die High-NA-Technologie ASML langfristig als zentralen Ausrüster für KI-Chips der nächsten Generation positioniert.
ASML-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ASML-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:
Die neusten ASML-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ASML-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ASML: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
